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Nach der neuerlichen harschen Kritik an den Gesamtschulen durch Ministerin Sommer in der Plenarsitzung am vergangenen Freitag (29.08.) setzen sich die Gesamtschulen zur Wehr. Zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Landeselternrat Gesamtschulen sammelte die Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (GGG) 16.000 Protestunterschriften, die der Ministerin am Montag überreicht wurden. Damit reagierten Eltern und LehrerInnen auf Sommers Vorwürfe, an Gesamtschulen würden etwa Schülerinnen und Schüler zum „Abitur light“ geführt. Und zu Sommers Äußerung, sie liebe alle Schulformen wie eine Mutter ihre Kinder, vermeldet die GEW: „Sommer ist eine Rabenmutter!“

Weitere Anfeindungen seien zu vermeiden, wie es im offenen Brief an Schulministerin Sommer heißt: „Die systematischen Angriffe auf die Gesamtschulen durch die Landesregierung von CDU und FDP sind allein ideologisch motiviert, unsere erfolgreiche Arbeit und die Leistungen unserer Kinder sollen schlecht geredet werden.“ PädagogInnen und Eltern fordern hingegen eine bessere Unterstützung der pädagogischen Arbeit der Gesamtschulen von Seiten der Schulministerin. Im Detail fordern sie:

• Kleinere Klassen und Lerngruppen zur besseren Förderung, auch in der Oberstufe;
• Ganztagszuschlag von 30%;
• mehr Zeit für die Aufgaben der Schulleitung und der pädagogischen Schulentwicklung sowie die Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer.

Eine repräsentative Umfrage der GGG und der Schulleitungsvereinigung Gesamtschulen ergab zudem, das 70% aller Gesamtschüler die allgemeine Hochschulreife, 20% das Fachabitur erwerben. Das ist eine erstaunliche Leistung, da durch das Zentralabitur ja nun erwiesenermaßen überall gleiche Maßstäbe gelten! Sommer diskreditiert sich selbst, wenn sie einerseits das Zentralabi als Erfolg darstellt und gleichzeitig von einem „Abitur light“ an Gesamtschulen spricht. „Die Gesamtschule ist ein Erfolgsmodell“, fasst Werner Kerski, Chef des GGG, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

Weitere Beiträge zum Thema in den Medien:

Der Geschäftsführer des Gesamtschulverbandes NRW Werner Kerski im WDR-Interview

Kölner Stadtanzeiger: Groll in der Gesamtschule

derwesten.de: Gesamtschulverband wehrt sich: Schüler erfolgreich

derwesten.de: 16 000 Unterschriften zur Förderung der Gesamtschulen

Westdeutsche Allgemeine: Lehrer über Ministerin Sommer verbittert

Ruhr Nachrichten: GEW: Sommer eine Rabenmutter

FR-online: Gesamtschulverband wehrt sich

wdr.de: Gesamtschulen – besser als ihr Ruf?


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Ein Kommentar

  1. milaXL 25. April 2009 · 17:44 Uhr

    Das Problem ist doch allumgreifend. Nicht Einzelheiten im Schulsystem sollten geändert werden, sondern das komplette System

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.