Das Passagierschiff "Moby Dick". Quelle: www.b-p-s.de

Die "Moby Dick".

Der geplante Kongress der rechts-populistischen Bürgerbewegung „Pro Köln“ am Mittag in Köln gestaltet sich anders als von den Veranstaltern gewünscht. Die zunächst im Kölner Norden geplante Pressekonferenz musste nach einem polizeilichen Verbot vor das Bezirksrathaus in Rodenkirchen verlagert werden. Dort demonstrierten rund 150 Personen mit Sprechchören und Pfiffen gegen die Veranstaltung. Auch Farbbeutel kamen zum Einsatz. „Pro-Köln“-Vertreter, darunter ein Ratsmitglied, wurden zeitweise körperlich angegriffen.

Daraufhin wurde die Pressekonferenz auf das am Rheinufer liegende Passagierschiff „Moby Dick“ verlegt. Als dort Gegendemonstranten Farbbeutel und Steine auf das Schiff mit Funktionären von «Pro Köln» warfen, entschied der Kapitän des als Walfisch gestalteten Schiffes der Bonner Personenschifffahrtsgesellschaft, von der Anlegestelle in Rodenkirchen abzulegen. Nur einige wenige Journalisten waren an Bord gelangt, auch ein Teil der „Pro-Köln“-Anhänger blieb am Ufer zurück. Seither versucht das Schiff eine andere Anlegestelle anzulaufen, um die restlichen Anhänger und Journalisten aufzunehmen.

Laut „Pro Köln“ hat die Wasserschutzpolizei angeordnet, das Schiff müsse den Niehler Hafen anlaufen, weil es nicht mehr fahrtauglich sei, berichtet der Online-Auftritt des Kölner Stadtanzeigers. Die Polizei äußert sich dazu anders: Die Entscheidung den Niehler Hafen anzulaufen, sei von „Pro Köln“ selbst getroffen worden. Auf der Fußgängerbrücke Am Molenkopf haben sich allerdings nach Informationen des Kölner Stadtanzeigers bereits knapp 30 Gegendemonstranten versammelt. Aus Furcht vor weiteren Steinewürfen will der Kapitän nicht am Niehler Hafen anlegen.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet weiter: Der Kapitän der „Moby Dick“ fühlt sich von „Pro Köln“ reingelegt. Offenbar unter Vorspiegelung falscher Tatsachen buchte der rechtspopulistische Verein die Bootsfahrt. „Wir wussten nicht, wen wir auf dem Boot haben. Uns wurde gesagt, es handele sich um einen Ausflug von Rechtsanwälten. Offenbar lief die Buchung des Schiffs über eine Rechtsanwaltskanzlei. Wenn wir das gewusst hätten, wäre das nie zustande gekommen.“

Update:

Der ddp vermeldet um kurz vor vier:

„Angesichts massiver Proteste gegen ein internationales Treffen von Rechtsradikalen in Köln hat die Polizei die von der rechtsgerichteten Bürgerbewegung «Pro Köln» für Freitag geplante Bustour durch die Stadt kurzfristig untersagt. Das teilte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage mit. Zuvor hatte «Pro Köln» den Eindruck verbreitet, dass sie ihrerseits die Bustour abgesagt hätte.
Die Rechtsextremen, die das Treffen als «Anti-Islamisierungs-Kongress» angekündigt hatten, wollten ursprünglich Stadtteile mit hohem Anteil muslimischer Bevölkerung mit dem Bus durchqueren. Der Polizeisprecher begründete das Verbot für die Bustour damit, dass eine solche Fahrt «unkalkulierbare Risiken» berge.“


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Ein Kommentar

  1. Weblog der NRWSPD 15. Oktober 2008 · 17:14 Uhr

    […] Die CDU schafft es einfach nicht, sich sauber von rechtsextremen Strömungen oder Verbänden abzugrenzen. Immer wieder kam es in der Vergangenheit vor, dass CDU-Politiker sich nicht einwandfrei von rechten Gruppierungen distanziert haben. So beteiligten sich etwa auch CDU-Mitglieder an der rechtspopulistischen Bürgerbewegung “Pro Köln”, die Mitte September in Köln den sogenannten “Anti-Islamisierungskongress” einberief. […]

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