Foto by: schmich

„Eltern, die ihre Kinder für alt genug halten, zur Demo zu gehen, dürfen sich nachher nicht beschweren“, sagte CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst. „Polizisten sind keine Super-Nannys.“ Diese „netten“ Aussagen findet man in einem taz-Artikel über die 13 Stunden Polizeigewahrsam, die 72 Jugendliche und drei Kinder nach der Gegendemonstration zum Anti-Islamisierungskongress in Köln erleben mussten. Über zehn Stunden standen sie in keinem Kontakt zu ihren Eltern. Da fragt man sich: Welche Sicht auf die Welt gibt Herr Wüst da preis? Verwechselt da nicht jemand Ursache und Wirkung? Natürlich sind Polizisten keine Kindermädchen, aber hätten sie nicht gerade deshalb eher dafür sorgen müssen, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen können und sich wirklichen Straftätern zuwenden? Ist es nicht eher sogar löblich, dass die ach so politikverdrossene Jugend, teilweise von weit her angereist, gegen den Kongress der Rechten protestieren wollte?

Wir leben doch hier in einem Rechtsstaat, oder, Herr Wüst? Und in einem Rechtsstaat können Eltern doch davon ausgehen, dass man ihre teilweise übrigens schon volljährigen Kinder nicht ohne Grund wie Verbrecher behandelt. Wissen Sie was, das ist sogar gesetzlich garantiert!

Und noch was, Herr Wüst: Schauen Sie sich mal die Super-Nanny an! Die geht nie so mit Kindern um, da gibt es allerhöchstens die stille Treppe!


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

3 Kommentare

  1. Simon 30. September 2008 · 13:59 Uhr

    Ist doch mal wieder Typisch CDU.

  2. The Zonk 2. Oktober 2008 · 1:37 Uhr

    Das hat mit CDU oder nicht CDU nichts zu tun.

    Im Gegenteil: Kinder mit zur Demo zu schleppen, ist gute, alte Grünen- Strategie: wegen der Kinder „schlug“ die Polizei nicht zu, und das Image der protestierenden Familie war ein emotionaler Schocker, so als Bild in der Presse.

    Kinder für Demons zu missbrauchen, sie mitzuschleppen, obwohl sie zur politischen Meinungs- und Willensbildung noch nicht in der Lage sind, das ist Kinderschändung auf hohem Niveau: Die Kinder können sich weder wehren, noch erfassen das Geschehen, und sind einer Situation, auf deren Verlauf sie oder ihre Eltern, die sie in diese hilflose Lage gebracht haben, keinen Einfluss haben, hilflos ausgesetzt.

    Sicher, man kann das Verhalten der Polizei kritisieren. Man kann den Polizisten Straftaten vorwerfen, ein Verstoss gegen das Übermassverbot – blablabla.

    Aber den allerersten Vorwurf sollten wir an die Eltern richten, die ihre Kinder missbraucht haben im wahrsten und ursprünglichsten Sinne des Wortes!

    Es sollten zuerst die abgeurteilt werden, die ihre eigenen Kinder auf eine Demo gegen Rechtsradikale mitgenommen haben, wo Gewalt grundsätzlich an der Tagesordnung ist.

    Es sollten zuerst die abgeurteilt werden, die ihre eigenen Kinder gegen den kindlichen Verstand, Horizont und die kindliche Willensbildung missbraucht haben, um sie zur politischen Meinungsmache einzusetzen.

    Es sollten zuerst die abgeurteilt werden, die ihre eigenen Kinder mitnehmen und alsmenschliche Schutzschilde gegen rechte und autonome Gewalttäter einsetzen. By the way – rechte Gewalt ist die böse, linke Gewalt die „gute“? Sieh einer das mal aus Kinderaugen!

    Es sollten zuerst die abgeurteilt werden, die ihrer elterlichen Sorge nicht nachgekommen sind und ihre Kiddies so einer Gewalt – Scheisse aussetzen.

    Es hat mit Parteipolitik nichts zu tun – CDU, LINKE, NPD, SPD, FDP sollten unisono den Einsatz von Kindern durch ihre Eltern bei Demos ächten!
    Jedenfalls soll doch keiner mal in 10 jahren fragen, woher die Kinder die Verhaltensauffälligkeiten haben – wenn sie net Ballerspiele kloppen, dann sehen sie , wie basisdemokratisch Steine auf Andersdenkende aller coleur oder Polizisten geschmissen werden.

    Aber lieber winseln wir über die armen Kinder und beschimpfen die böse Polizei, statt den betreffenden Eltern einen Tritt in den Hintern zu geben und sie nach bundesdeutschem Recht wegen Kindesmissbrauch anzuzeigen und abzuurteilen.

  3. TheZonk 9. Oktober 2008 · 18:50 Uhr

    Ach ja – die Freiheit der Andersdenkenden. Ein Nachbrenner!

    Nachdem mich einige darauf aufmerksam gemacht haben, dass hier auch die Gruppe der Jugendlichen und der Heranwachsenden betroffen war, komme ich nicht umhin zu ergänzen:

    Wer als Elternteil sein heranwachsendes Kind oder seinen pubertierenden Jugendlichen auf eine Demo gegen Rechts loslässt, der muss sich über eingeschlagene Zähne oder Polizeigewalt nicht wundern. Das ist da völlig normal.

    Die Naivität, mit der da die U- 18 – Kindchen hingelassen werden, ist beispiellos:
    Jaaaaaa, die Autonomen, die auf die Glatzen einkloppen, sind die Guten. Und die Rechten, die auf die anderen einkloppen, sind die Bösen. Jetzt geh und demonstrier mal schön, Essen um sechs!

    Gewalt aus Opfersicht ist einfach strukturiert. Für die Opfer ist es schietegal, ob das eine rechte Baseballkeule oder ein linker Schlagring ist, der den Zahnstatus nicht unerheblich verändert. Aber Rechte wie Linke sitzen dann brav in der Grünen Minna und schimpfen auf die Polizei, die so böse und gewalttätig den Spass – und die damit verbundene basisdemokratisch- faktische politische Auseinandersetzung mit den Andersdenkenden – verboten hat.

    Rechte wie linke Elternteile bemühen dann anschliessend einen Haufen Anwälte, um die Polizei als Bösewichter darzustellen.
    Niedlich.

    Nun… ich bin weder Freund der Polizei, noch Freund von Gewalt, und ich habe eine Menge gegen „die Rechten“. Aber auch gegen Autonome, die dem Kult der „guten Gewalt von Links“ frönen. Irgendwie sind die Extremisten beider Lager in meinen Augen schlichtweg bescheuert.

    Aber gefährlich, wirklich gefährlich, sind die Eltern, die wegsehen, wenn ihr Kind sich mit Pflastersteinen aufmunitioniert. Und gefährlicher sind die, die nichts sagen, wenn ihr Kind mit ner Glatze und `ner Muskelzerrung in der rechten Schulter erstmalig nach Hause kommt.

    Genauso gefährlich wie die, die gleich neben dem Rot- Front – Aufkleber und dem Che Guevara- Poster den MP3- Player ihrer Kinder ignorieren, der die verrappte Version der Internationale dudelt.

    Extremismus ist Elternsache. Wer sein Kind zu einer Demo mit Gewalt – Option buchen lässt, muss sich nicht wundern, wenn das friedliche Kiddie, der Liebling der Nachbarschaft, Held der lokalen Messdienergewerkschaft und Freund aller Bienen und Blumen entweder eins auf die „Fresse kricht“, oder von den Bullen mittels Schlagstock eingenordet wird.

    Liebe Eltern! Hört auf zu winseln. Schaut lieber genauer hin, ob euer eigenbiologisch zusammengefrickelter Stolz nicht doch ein kleienr Extremist ist. Und wenn ihr das nicht versteht – dann geht mal auf eine Demo, aber dahin, wo die Steine fliegen. Ihr werdet sehen: Aus Opfersicht ist es wurstegal, was den Kopf trifft. Schmerzempfinden ist unpolitisch.

    Könnte ja Euer Euch liebender Sohn sein, der den Pflasterstein gegen die „Andersdenkenden“ abgefeuert hat…

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.