
Foto by tobias.munich
Eine neue Studie im Auftrag des Bildungsministeriums zeigt es schwarz auf weiß: Studiengebühren schrecken viele Abiturientinnen und Abiturienten vom Studium ab. Im Abiturjahrgang 2006 haben demnach aufgrund der eingeführten Studiengebühren bundesweit etwa 18.000 junge Menschen kein Studium aufgenommen.
Der Bericht zeigt auch, welche Absolventinnen und Absolventen es besonders trifft: Vor allem junge Frauen sowie Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern verzichten häufiger auf ein Hochschulstudium. Selbst in Ländern, die noch keine Gebühren eingeführt haben, habe die Debatte zu „erheblicher Verunsicherung“ dieser Gruppen beigetragen, so der Bericht.
Interessanterweise liegt die Studie der Bundesregierung schon „seit dem Sommer“ vor, wurde aber bis jetzt unter Verschluss gehalten. Auf Nachfrage gab das Bildungsministerium kleinlaut an, es habe die Studie zusammen mit einer weiteren „in spätestens vier Wochen“ veröffentlichen wollen. Tatsächlich ist der jetzige Zeitpunkt der Veröffentlichung für die Bundesregierung mehr als ungünstig. Für morgen hat Kanzlerin Angela Merkel zu einem Bildungsgipfel nach Dresden geladen und da passen die aktuellen Schlagzeilen natürlich gar nicht ins Konzept.
Zudem straft die Studie all diejenigen Lüge, die bisher einen Einbruch der Studierendenzahlen durch die Gebühren bestritten haben. Allen voran die schwarz-gelbe Regierungskoalition aus Nordrhein-Westfalen. Immer wieder haben Jürgen Rüttgers (CDU) und Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) die Einführung der Studiengebühren als vollen Erfolg gefeiert. Tja Herr Rüttgers, meinen Sie nicht auch, dass die Zeit zum Umdenken nun endlich gekommen ist?
Eben, vollen Erfolg würde ich das nicht nennen, zumal http://www.derwesten.de/nachrichten/campus-und-karriere/2008/12/12/news-97381147/detail.html heute schreibt, dass kaum jemand weiß, wo die Studiengebühren eingesetzt werden sollen. Schön wäre es ja, wenn wir sie einfach zurück bekämen. Wir könnten nämlich davon zum Beispiel unsere Miete bezahlen.