Foto: jphintze

Es ist schon erstaunlich, was man da in der Zeitung liest. Jürgen Rüttgers (CDU) soll sein Herz für Obdachlose entdeckt haben. Er tourt derzeit durch Brasilien und lässt keine Gelegenheit aus, auf das Schicksal der dortigen Obdachlosen hinzuweisen. 20.000 Euro will er gar an Hilfsprojekte aus der Landeskasse spenden. Erstaunlich ist dieses Engagement deshalb, weil Jürgen Rüttgers bisher nicht gerade als Samariter der Armen aufgefallen ist. Ganz im Gegenteil. Erst vor wenigen Wochen haben über 100 Obdachlose vor dem Düsseldorfer Landtag demonstriert und an Jürgen Rüttgers appelliert, sie „nicht im Regen stehen zu lassen“. Auch Star-Cellist Thomas Beckmann war mit dabei, der sich bei der Initiative „Gemeinsam gegen Kälte“ für die Belange von Obdachlosen einsetzt. Der Grund für die Demo: Gegen den Protest von SPD und Grünen plant die schwarz-gelbe Regierungskoalition ab 2009 die gesamte Unterstützung für Wohnungslosenprojekte zu streichen. 13.000 Obdachlosen würde damit der finanzielle Boden unter den Füßen weggezogen. Eine Rückkehr in die Gesellschaft würde für viele deutlich erschwert.

Die Frage ist nun: Hat Jürgen Rüttgers seine Einstellung gegenüber Obdachlosen tatsächlich geändert? Folgt nach seinem Engagement in Brasilien nun auch mehr Unterstützung für Obdachlose in NRW? Wird er den Plan, die Unterstützung für Wohnungslosenprojekte zu streichen, gar zurücknehmen?

Es fällt schwer daran zu glauben, denn es wäre zu schön um wahr zu sein. Wahrscheinlicher ist: Bei seinem Einsatz in Brasilien handelt es sich mal wieder um ein neues Kapitel aus der Reihe „Jürgen Rüttgers als Sozialschauspieler“. Denn aus der Vergangenheit wissen wir: Jürgen Rüttgers redet gerne sozial, handelt aber neoliberal. Hoffentlich habe ich in diesem Fall einmal Unrecht … .

Weitere Beiträge zur Demonstration gegen die Streichung der Wohnungslosenprojete kannst Du hier lesen: Kölner Stadt-Anzeiger, Rheinische Post, WDR Monitor


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