Eine aktuelle Meldung vom ddp:

Die Anzahl der rechtsextremistischen Gewalttaten ist in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2008 ersten Trends zufolge um rund 20 Prozent angestiegen. Eine Sprecherin des Innenministeriums erklärte, im ersten Halbjahr seien 91 Gewalttaten mit Neonazi-Hintergrund registriert worden. Im Vorjahreszeitraum waren es 75.

Es gab auch insgesamt einen deutlichen Anstieg bei rechten Straftaten in NRW – von 1357 auf 1636. Nach der vorläufigen Statistik gab es mehr Körperverletzungen (von 65 auf 82) und Beleidigungen (von 31 auf 60) durch Neonazis.

«Ob sich dieser Trend für das gesamte Jahr 2008 fortsetzt, kann derzeit noch nicht gesagt werden», sagte der stellvertretende Leiter der NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier. Festzustellen sei aber, dass die Gewaltdelikte mit rechtsextremistischem Hintergrund in erster Linie nicht aus organisierten Strukturen heraus erfolgten.

Bei diesen rechten «Einzeltätern» gebe es auffällig oft eine «niedrige Frustrationsschwelle verbunden mit hohem Aggressionspotenzial», so der Verfassungsschützer. Häufig komme es bei Neonazis unter Alkoholeinfluss zu «gewalttätigen Übergriffen».

Laut Freier beobachtet der Verfassungsschutz seit einiger Zeit eine zunehmende Gewaltbereitschaft einer rechtsextremistischen Gruppierung, die sich selbst als sogenannte Autonome Nationalisten bezeichnet. «Ähnlich wie die autonomen Linksextremisten treten die zumeist Jugendlichen oder Heranwachsenden bei Demonstrationen in Form eines sogenannten Schwarzen Blocks auf», berichtete Freier.

 foto by: Matt Schley

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