foto by: leralle

Macht man das? Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Wittke wurde, wie jetzt bekannt wurde, im November in Meschede mit 109 km/h geblitzt. 50 km/h waren innerhalb der geschlossenen Ortschaft erlaubt. Zwei Monate Führerscheinentzug und ein Bußgeld in dreistelliger Höhe hat er dafür kassiert.

Wittke hält derartige Überschreitungen der Geschwindigkeitsbegrenzung offenbar noch für ein Kavaliersdelikt. Was mir ihn als Verkehrsminister äußerst suspekt macht. „Auf der Fahrt zu einem privaten Termin sei er in Eile gewesen und habe nicht gemerkt, dass er sich in einer geschlossenen Ortschaft befunden habe“, zitiert ihn die Westfalenpost. Das rechtfertigt natürlich alles.

Zudem verspricht Wittke, in Zukunft „noch [!!!] vorsichtiger“ zu fahren. Au Weia.

– Update –

Heute (06.02.) haben fast alle nordrhein-westfälischen Tageszeitungen die Geschichte  im Blatt.

Aachener Zeitung: „Der zusätzlichen Empfehlung «Gehen Sie doch einmal zu Fuß oder benutzen das Fahrrad, den Bus oder die Bahn» musste der 42-Jährige jetzt unfreiwillig selbst nachkommen.“

Ruhr-Nachrichten

General-Anzeiger

Rheinische Post: Zum Tag, an dem er geblitzt wurde: „Er sei im Sauerland unterwegs gewesen, um auf die Jagd zu gehen.“

Westdeutsche Allgemeine: Bericht und Kommentar

Westfalenpost

Westfälische Nachrichten

Neue Ruhr/Rhein Zeitung: Kommentar „Und was sollen Autofahrer jetzt von all den ministeriellen Appellen für eine rücksichtsvolle Fahrweise halten? Wittke mag zwar einen Kavaliersstart hingelegt haben – um ein Kavaliersdelikt handelt es sich dabei sicher nicht.“ Glosse „Mütter holt die Kinder rein, der Wittke hat den Führerschein!“

Westdeutsche Zeitung

Westfälische Rundschau

Überregionale Tageszeitungen:

Die Welt

Financial Times Deutschland

Süddeutsche Zeitung: „Eine schlüssige Erklärung für sein Fehlverhalten musste er schuldig bleiben. […] derlei Fauxpas sind ein Politikum.“


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22 Kommentare

  1. Ifish 5. Februar 2009 · 12:09 Uhr

    Wieder ein typischer Merle-Kommentar,
    wann löst endlich mal jemand diese Frau,
    die das bloggen versucht, ab?

    Fast jeder wird mal bei einer Geschwindigkeitskontrolle erwischt, das hat nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun.

    Ich wünsche mir, Merle würde die Blogversuche, die wenig intelligent und noch weniger durchdacht wirken, endlich einstellen!

  2. Bluesman 6. Februar 2009 · 0:12 Uhr

    Da muss ich Ifish zustimmen.Zur Erinnerung noch mal den Fall von Fahrerflucht von Frau Nahles.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,560164,00.html

    Ich würde Merle raten, bevor sie sowas postet einfach mal googeln weil sonst der Schuss leicht nach hinten losgeht.Sowas wirkt nur peinlich.

  3. Dirk 6. Februar 2009 · 9:19 Uhr

    @ Ifish + Bluesman: Ich könnte jetzt auch schreiben: wieder die üblichen destruktiven Nörgelkommentare. Wir fanden das Thema bloggenswert – übrigens berichten nahezu alle NRW-Tageszeitungen ausführlichst darüber.
    Also: Ball flach halten.
    Ach ja, es zwingt euch keiner unser Blog zu lesen.
    Oder seit ihr Genossen? Wollt ihr selber was schreiben? Dann schickt doch mal ein paar konstruktive Vorschläge.

  4. Bluesman 6. Februar 2009 · 10:43 Uhr

    Aber,aber lieber Dirk.Wer wird denn gleich….
    Um nochmal klar zu stellen um was es in meiner Kritik ging:Es ist doch peinlich wenn in einem SPD Blog über Verkehrsdelikte von Abgeordneten anderer Parteien höhnisch berichtet wird und man den Balken im eigenen Auge nicht sieht.
    Etwas anderes ist es wenn Zeitungen darüber berichten, oder gehören die jetzt schon alle der SPD?Dann wäre das da natürlich auch peinlich.
    Trotzdem würden die dann auch über Verkehrs und sonstige Delikte von SPD Abgeordneten berichten.Im Gegensatz zu euch!!!
    Es geht mir hier nicht ums nörgeln sondern , ich mache mir Sorgen um den Zustand einer Partei welche ich jahrzehntelang gewählt habe.
    Schönen Tag noch.

  5. Katharina 6. Februar 2009 · 11:23 Uhr

    Der Punkt ist doch der: Es ist nicht irgendein Abgeordneter mit über 100 km/h durch eine geschlossene Ortschaft gebrettert, sondern der VERKEHRSMINISTER höchstpersönlich.

    Eben der Verkehrsminister, der die Bürgerinnen und Bürger zu vorsichtigerem und rücksichtsvollerem Fahren aufruft.

  6. The Zonk 7. Februar 2009 · 2:03 Uhr

    Verkehr des Ministers hin oder her: Merle dilettiert mal wieder mit ihrem bescheidenen Talent. Da ändert auch ein Persilschein von Dirk nichts: Schülerzeitungsniveau bleibt Schülerzeitungsniveau.

    Zur Sache: Es ist ja ganz nett, dass der Verkehrsminister erwischt wird, so im Verkehr. Wie lustig.

    Was soll der Beitrag angesichts dem „Projekt 18“ der SPD?

    Ich habs schon mal gepostet: Auf den Gegner so infantil mit dem Finger zeigen, ist dumm und dämlich. Schliesslich zeigen vier Finger dabei immer auf einen selbst, liebe Merle!

    Was ist denn in der Post- Ypsilanti – SPD denn aktuell? Wir brauchen in der SPD Inhalte, klare Konzepte und vor allem Glaubwürdigkeit. Mit so einem Kinderkrams locken wir keinen Wechselwähler hinter dem Ofen hervor – von den WechselwählerInnen ganz zu schweigen.

    Ob es da opportun ist, solche Mätzchen hier auf derartigem Niveau zu bringen, das ist zu bezweifeln! Aktionismus alleine bringts nicht. Und in Schulhofmanier sich hier über Kinkerlitzchen zu echauffieren (Vergiss das „Fusstampf“ nicht), das ist kein zeichen eines ach so gerne angemahnten guten, sachbezogenen Politikstils.

    Selbst Müntefering kritisierte, dass im Wahlkampf die Gegnerdiffamierung unsinnig sei und wir in der SPD stattdessen auf Inhalte setzen sollten. Haben wir da nicht auf die Worte des grossen Vorsitzenden gehört, liebe Merle udn lieber Dirk? (War sogar Spiegel – Online- Artikel… und den Link hatte ich hier schon mal gepostet :-) Tz tz….

    So und nun macht mal schön Zensur und löscht den Artikel rechtlich fragwürdig hier wieder raus, weil ich EUCH kritisiert habe… also am Heiligtum gekratzt habe… Das ist ja besser, als Sebstreflektion zu üben – angeblich die höchste Form der Intelligenz…

  7. Bluesman 7. Februar 2009 · 9:53 Uhr

    Schönen guten Morgen Zonk.
    Ich fürchtete schon du hättest den virtuellen Freitod gewählt nachdem man dich hier erneut so oft zensiert hatte ob deiner treffenden,wenn auch mitunter zynischen manchmal ätzenden Kritik.

    Ich wünschen diesem Blog, dass er die Kraft entwickelt sich endlich mal mit Sachargumenten dagegen zu wehren.
    Katharina hat z.b. schon den richtigen Ansatz dazu geleistet.Hätte man es in dem Beitrag ähnlich formuliert und dabei auch die eigenen (SPD) Verfehlungen selbstkritisch einbezogen, hätte ich meine Kritik nicht geäußert, denn damit wäre der Glashausaspekt ja erst gar nicht aufgetreten.
    In diesem Sinne allen ein schönes „besinnliches“ Wochenende.

  8. The Zonk 7. Februar 2009 · 22:18 Uhr

    @ Dirk: „Ich könnte jetzt auch schreiben: wieder die üblichen destruktiven Nörgelkommentare.“

    Vielen Dank! Vielleicht erfordert es etwas Geist, sich mit den Gedanken der „Andersdenkenden“ auseinanderzusetzen, statt sie zu diffamieren oder in SPD- üblicher Weise (sic) zu zensieren. Est modus in rebus sunt certi denique fines, mein lieber Dirk, ich empfehle dir einen Blick in das Gesetz, bevor Du mal wiederso etwas loslässt. Z.B. die §§ 185 ff. StGB. Und Juhu – Du erkennst, dass Du hier nichts in der Hand hast, um so eine beleidigende Äusserung zu tätigen.

    Aber so empfinde ich Deine Worte und sie haben die Qualität der politischen Routineaussagen, Andersdenkende als „geistige Wirrköpfe“, „in Wahrnehmung getrübt“ oder als dumm, geistig verblendet etc. zu diskreditieren.

    Sowas machst Du? Ja.

    Naja… früh übt sich, wer ein Meister werden will!

    Jetzt vergleich mal: in fünf Zeilen bringt es Katharina auf den Punkt. Qualität. Da kann sich Merlchen was abschneiden …

    @ Bluesman
    Nee, um mich K.POTT zu kriegen, müssen die was anderes aufziehen. Ob´s commod ist oder net: Leider habe ich öfter Recht, als mir lieb ist. Du kennst das ja… junge, durchgeformte dynamische Vorwärtsgeher, die stürmen alles, ohne nachzudenken, warum :-)

    naja.. auf ein Neues. Das Thema bringt es nicht. Wie wäre es mit: Ypsilanti erklärt Verzicht auf alle politischen Ambitionen und Ämter. Jetzt die Preiselchenfrage: Wird diese Erklärung der SPD jemals ihre Glaubwürdigkeit zurückgeben?

  9. The Zonk 11. Februar 2009 · 14:22 Uhr

    Oh… kleiner Nachbrenner als Themenvorschlag… wie wär´s?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,606916,00.html vom 11.02.2009

    Wiesbaden – Die Vorwürfe waren brisant: Kurz vor den Neuwahlen zum Hessischen Landtag ging bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein anonymes Fax ein. In dem Schreiben wurde behauptet, der hessische CDU-Minister Jürgen Banzer besitze Kinderpornografie und habe sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht.

    Banzer wehrte sich. „Die Verleumdungen sind empörend und vollkommen aus der Luft gegriffen“, sagte der damalige Justiz- und Kultusminister Mitte Januar in einer persönlichen Erklärung. Die CDU witterte eine Intrige im Wahlkampf, um das Mitglied im Kabinett von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zu diskreditieren – und die Union kurz vor der Landtagswahl in Bedrängnis zu bringen.

    Jetzt wurde in dem Fall ein Verdächtiger gefasst, der offenbar Mitglied der SPD ist. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Mittwoch mitteilte, seien bei dem Mann aus dem rheinland-pfälzischen Neustadt an der Wied neben einem Computer und einem Faxgerät auch ein SPD-Parteibuch gefunden worden. Der 37-jährige Mann wird verdächtigt, die Vorwürfe gegen Banzer per Fax verbreitet zu haben. Um seine Identität zu verschleiern manipulierte er die Senderdaten des Gerätes.

    Banzer, der dem neuen Kabinett in Wiesbaden als Arbeitsminister angehört, war unmittelbar nach der Landtagswahl am 19. Januar an die Öffentlichkeit gegangen und hatte Strafanzeige gegen unbekannt gestellt.

    ****
    Es ist das, was ich hier von Anfang an gepostet habe: den politischen Gegner kriegen wir nicht durch solche Mätzchen klein; in der heutigen Zeit können wir uns als Partei beim Wähler nur durch Inhalte, Konstanz und Glaubwürdigkeit positionieren.

    Wenn sich dieser Verdacht gegen den o.g. PG erhärtet udn konkret in einem Prozess mündet, dann ist das letzte Fädchen Glaubwürdigkeit, was uns Ypsilanti und ihre Lügenbold- Truppe in Hessen gelassen hat, auch noch kaputt.

    Wir sollten Lügen- Ypsilanti aus der Partei ausschliessen und Schadensersatz fordern, sollte sie mit diesen Machenschaften – für die sie sich dann letztendlich verantwortlich erklären muss – in Verbindung gebracht werden.

    Ausschliesslich diese radikale Form der Selbstreinigung wird vom Wähler noch wahrgenommen werden.

    Wenn wir also über Blogger in der Politik, über rasende Verkehrsminister (er hat ja eigentlich nur in dem Feld automobil überreagiert, für das ihm der Wähler einen politischen Auftrag gegeben hat) und über unsere Partei reden wollen, dann ist das genau das Thema – Ypsilanti – mit dem wir uns auseinandersetzen sollten.

    Noch einmal unser Minister für Verkehr: Er hätte sich herausreden sollen, dass er im Rahmen der Fachaufsicht die Qualität der Radaranlagen testen wollte. Wenn schon verlieren, dann auch richtig – und diese Form von Humor ist konstruktiv. Sie entzaubert den Gegner, lässt ihn da menschlich erscheinen, um in der Sache härter zuschlagen zu können… die klügere Form des Gegnerbashings.

    Mit „sowat“ kann man in der Presse spielen, be- bloggen etc. Sowas kommt beim Wahlvolk an!

    Aber verkniffenes „mit- dem Finger- draufzeigen“ sorgt für miesepetrige Stimmung. Niggs gutt. So erscheinen wir dank Merle mal wieder als Kindergartenpolitschranzen, die vor dem Sandkasten stehen und brüllen „Ich spüüühl nüch meehr mit diaah“ (incl. „Fusstampf“)

    Juhu.

    Gerne greife ich bluesmans Sätze auf: „Ich fürchtete schon du hättest den virtuellen Freitod gewählt nachdem man dich hier erneut so oft zensiert hatte ob deiner treffenden,wenn auch mitunter zynischen manchmal ätzenden Kritik.

    Ich wünschen diesem Blog, dass er die Kraft entwickelt sich endlich mal mit Sachargumenten dagegen zu wehren,“

    Natürlich leg ich liebend gerne den Finger in die Wunde, auch wenns im (roten bzw. politischen) Herzen weh tut. Aber es muss einen geben, der Sätze sagt wie „Seht, der Kaiser ist ja nackt!“

    Und wenn mein von mir selbst geliebter literarischer Sarkasmus auch nur einen Genossen dazu bewegt, einmal nachzudenken, statt sich beispielsweise als hessisches Herdenvieh treiben zu lassen, dann hat er seinen Zweck erfüllt.

    Als Jawollsagerpartei kommen wir nicht weiter. Der Wähler hat es und er WIRD es quittieren.

    Projekt 18 der SPD: Ypsilantis Nachwehen werden uns auf diese historische 18% – Zahl bundesweit absinken lassen.

    Zumindest ist der Kurs dahin klar eingeschlagen und das Ziel in der Ferne erkennbar :-)

    Was mit der Münte´schen „klaren Kante“ gemeint ist, zeigt sich jetzt: Entweder latschen wir weiter auf einem verdammt schmalen Grat, oder wir kippen von der Kante glasklar runter.

    Los, Merle, jetzt Deinen Schulaufsatz dazu hier gepostet! Dirk, pack die zensierten Jubelflaggen gegen diese ewiggestrige Nörgelei aus!

    Projekt 18 – Yes we can!

  10. The Zonk 11. Februar 2009 · 14:27 Uhr

    @ Dirk
    „Oder seit ihr Genossen? Wollt ihr selber was schreiben? Dann schickt doch mal ein paar konstruktive Vorschläge.“

    :-)

  11. Weblog der NRWSPD 11. Februar 2009 · 17:16 Uhr

    […] Oliver Wittke tritt zurück Franz Müntefering – unsere Jungfrau im Dreigestirn Wittke im Geschwindigkeitsrausch – Update 2020, ich komme! Diskutieren mit Frank-Walter Steinmeier Lobt mich sonst niemand tu ich’s […]

  12. the Zonk 12. Februar 2009 · 1:24 Uhr

    Na gut, wir loben Dich :-)

  13. Ulli Müller 17. Februar 2009 · 13:18 Uhr

    Na ja,
    es sei mir gegönnt auch vom Thema abzuschweifen, denn auch hier hat der Frauenflüsterer mal wieder mit seinem Charme eine Schreiberin kritisiert, “Merle dilettiert mal wieder“. Und wie immer bringt er seinen Hass auf alles sozialdemokratische, insbesondere die Hessischen GenossInnen und ihren Entwurf einer zukunftsorientierten sozialdemokratischen Moderne auch im Thema “Wittke im Geschwindigkeitsrausch“ unter.
    Während Schreiber mit Niveau die bodenlos frauenfeindliche und antisozialdemokratische (Medien-) Hatz gegen Genossin Ypsilanti derart sehen , siehe F. Küppersbusch in der TAZ vom 9.2.:
    “Ich wüsste, nicht, mit wem Frau Ypsilanti noch alles hätte koalieren müssen, um sich so schmutzig zu machen, wie von Beust gleich zum Amtsantritt war. Man wird kein besserer Mensch, wenn man hinterher brav schwarz-grün macht wie die Hamburger CDU. Die wohlfeile Empörung, mit der die Frau kaputtgeschrieben wurde, während der Mann als sexy kleinparteienpromisk angeschwärmt wird, ist eine Schande für die Medien, die die Melodie brav mitgesungen haben.“

    oder
    auch Menschen mit sozialdemokratischer Denkweise, Genosse Scheer (Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2009) das Geschehen um Hessen so beschreiben:

    „Was sich in Hessen zwischen den beiden Landtagswahlen vom 27. Januar 2008 und vom 18. Januar 2009 abspielte, war zunächst ein „Fall Koch“, wurde dann zum „Fall Beck“ und im weiteren nur noch zum „Fall Ypsilanti“. Als solcher wurde dieser zu einer beispiellosen „medialen Jagd“, wie es der Politikwissenschaftler Martin Hecht bereits am 25. September 2008 in der „Frankfurter Rundschau“ feststellte. Selbst nach dem Scheitern des hessischen SPD-Regierungsprojekts am 3. November und nach ihrem Rückzug von einer erneuten Spitzenkandidatur ging das „mediale Kesseltreiben“ gegen Andrea
    Ypsilanti weiter. Stichwortgeber dieser Kampagne waren einige „Leitmedien“ („Frankfurter Allgemeine“, „Spiegel“, „Focus“, „Bild“ und „Welt“). Deren Leithammel war die FAZ, die am Wahltag in ihrer „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) offenherzig resümierte, worum es ihr ging: „Zur Rache, Schätzchen“ lautete die Überschrift. Leitbegriff der medialen Kampagne war der „Wortbruch“, das heißt die zuvor von Andrea Ypsilanti öffentlich getätigte und dann nicht eingehaltene Zusage, keine Regierung mit Hilfe der Linkspartei zu bilden. Doch ging es in Hessen wirklich nur um diesen einen großen und für unverzeihlich erklärten „Fehler“ Ypsilantis und der hessischen SPD? Oder ging es nicht vielmehr um einen mehrdimensionalen Konflikt – zwischen Ypsilanti als Frontfrau des programmatischen Konzepts einer „sozialen Moderne“ und einer breiten Ablehnungsfront? Andrea Ypsilanti selbst wurde in kurzer Zeit vom „neuen Star am Himmel der SPD“ (so der „Stern“ nach der Landtagswahl vom 27.1.2008) zum „Mülleimer der Nation“ (so die „taz“ am 16.1.2009). Im Mimikry gegen Ypsilanti blieben der politische Konflikt und die Beweggründe aller Beteiligten weitgehend ausgeklammert. So gab es medial scheinbar nur ein Subjekt in diesem Konflikt, nämlich Andrea Ypsilanti samt ihrer „Sekte“ und derjenigen, die von ihr „verhext“ worden seien, mithin die überwältigenden Mehrheiten der hessischen SPD-Parteitage. Diesem Subjekt – das eines „einmaligen Wahlbetruges“ (so die FAS) für schuldig erklärt wurde – gegenüber erschien jedes Mittel gerechtfertigt. Man machte sie persönlich für alles verantwortlich, und stets im Namen der politischen Moral – mit dem gerade in moralischer Hinsicht höchst zweifelhaften Resultat, dass ausgerechnet Roland Koch mit seinen schweren politisch-moralischen Verfehlungen sein Amt retten konnte. Der „Wortbruch“ Ypsilantis bei ihrem Versuch des Regierungswechsels in Hessen wurde exzessiv hochstilisiert und zum Synonym für einen unverzeihlichen Meineid. Jedes abfällige Vokabular galt fortan als gerechtfertigt, und sei es in unverblümt sexistischer Sprache („machtgeil“) und beliebigen
    Namensverstümmelungen („Lügilanti“). Auch mahnende Stimmen wie die von Horst-Eberhard Richter, Erhard Eppler oder Klaus Staeck fanden in dieser Geräuschkulisse kein Gehör.“ „“

    Bleibt unser “lieve Jong“ bei seiner antisozialdemokratischen Sichtweise.
    Obwohl selbst Merkel vor der Wahl -2005- verkündete, der Wähler habe sich zwischen Uniongelb oder Rot/Grün/Rot zu entscheiden. Eine große Koalition gäbe es mit ihr nicht -und dies obwohl Rot/Rot auf Bundesebene (leider noch) keine Option für die Bundespartei ist und war-, ist dies für ihn keines Vergleiches wert!!
    Eine taktische Aussage -Strategie Die Linke unter 5% zu halten- wurde zur Wahlaussage überhaupt gemacht, das polische Ziel, von Hessen aus dieses Land aus seiner sozialen, wie energiepolitischen, … Sackgasse zu führen, wurde vollkommen aus der Diskussion genommen, weil, da hätten alle Kritiker alt und blass ausgesehen, inhaltlich gibt es für soziale, verantwortungsbewusste , demokratische Kräfte keine Alternative zum politischen Konzept der Hessischen GenossInnen! Doch dieses Konzept dürfen dfie Menschen in diesem Land nicht kennen!

  14. Ulli Müller 17. Februar 2009 · 13:32 Uhr

    habe ich fast vergessen,
    Küppersbusch -TAZ 16.2.09- hat auch was zu Wittke gesagt:
    „“
    (Frage:)
    Der NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke musste wegen verkehrswidrigen Verhaltens zurücktreten. Nennt man das nicht „bürgernah“?
    (Antwort F.K.)
    Wenn ein Verkehrsminister zweimal die Fleppe weg hat, kann er – aus Dortmunder Sicht – nur noch Oberbürgermeister von Gelsenkirchen werden. Wittkes Problem: Das war er schon. Immerhin, endlich mal ein Schalker, der ordentlich Punkte hat. Mit der Verantwortung für Lügen über Parteispenden und „jüdische Vermächtnisse“ wird man neuerdings Bundesverteidigungsminister. Wittke, die ambulante Veltins-Arena, hat die ersten Meter einer großen Karriere getrunken.
    „“

    Für nicht Fussballfans, das hat auch was mit BVB und S04 zu tun! ;-)

  15. Ulli Müller 17. Februar 2009 · 17:34 Uhr

    Wenn ich mit reinen, demokratischen, humanen Menschen koalieren möchte,
    dann ginge das (bekannterweise) nur mit mir!!
    Also muss ich (nicht nur in der Politik) Kompromisse eingehen! Bevor ich mit den politischen Nachfolger derer, die vor gut 75 Jahren der NSDAP den Freifahrtsschein gaben Demokraten zu verfolgen, einzusperren, zu töten, koaliere und viel antidemokratisches verzapfen muss, dann doch lieber mit denen, mit denen ich schon viele Schritte gegangen bin!

    Und Kaffee trinken, mit dir? Lern erst lesen, werd reifer, distanzier dich von den Rattenfängern, bild dir mal eine eigene, aber sozialdemokratische, zumindest humane Meinung (Einstellung), dann sehen wir weiter.

  16. Ulli Müller 17. Februar 2009 · 19:51 Uhr

    Vielleicht wirst du ja eines Tages auch mal arbeiten,
    vielleicht wirst du dich dann auch gewerkschaftlich organisieren,

    das habe ich schon lang
    und in dieser Zeit, innerhalb der gewerkschaftlichen Betätigungsfelder in den Betrieben oder Bezirksebene, habe ich mit den CDU’lern, die lassen die Drecksarbeit überall und in jedem System andere tun, sowie DKP’lern zusammengearbeitet und ich weiß, dass beide nach gleichen inneren Systemen und Strukturen funktionieren, sehr autoritär und demokratiefern.
    Aber die Kommis waren auf jedenfall lustiger und Kaffeetrinken konnte man mit denen besser!
    Gleiches gilt natürlich für Friedensbewegung und Antiatomtodbewegung!
    Aber wie gesagt, da muss man erst einmal politisch, wie beruflich ans arbeiten kommen.

  17. The Zonk 17. Februar 2009 · 20:22 Uhr

    @ Uli

    Ich suche mir meine politischen Freunde nicht danach aus, wer den besten Kaffee ausschenkt, mir die tollsten Versprechungen verheisst oder mir Geschenke macht. Ich brauche kein „Spässken“, denn der Mensch sollte bei der Politik im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.

    Bei mir geht es nach Leistung. Nach Menschenwürde.

    Ich distamziere mich von Nazi/ Stasi – Methoden. Den Vorhalt der entsprechenden Mitläuferei, den Vorhelt des geistigen Brandstifters, den halte ich nach diesem Posting Dir gegenüber vollinhaltlich aufrecht. Tausch Du Dein kaffeetrinken gegen ein paar tote Maueropfer; was zählen die denn schon für sowas wie Dich…

    Was das Arbeiten anbelangt, Uli, so lerne Du erst einmal, Verantwortung für andere zu tragen. Das ist eben das Los für uns Freiberufler und Selbstständige: Verantwortung tragen. Frag Du Dich mal lieber, was ein Gewerkschaftsfunktionär im Monat verdient!

    Schön: Du denkst nicht nach, sondern bist durch Kaffee und Spässken käuflich. Wie unreflektiert. Wie simpel. Wie einfach. Wie 1933.

    Es beibt beim Nazi- / Stasi – Vorhalt: Wer die Leiter hält wie Du, ist schlimmer als der Dieb.

    Noch einmal: ich schäme mich, dass so ein Rattenfänger wie Du, bei dem lediglich der Parteiknopf im Revers ausgetauscht werden muss, in der SPD sein Unwesen treiben darf.

    Hauptsache, der rechte Arm ist oben – gleich, ob mit der flachen, ausgestreckten Hand oder die Hand zur Faust geballt?

    Dreck. Du widerst mich an.

  18. Ulli Müller 17. Februar 2009 · 20:47 Uhr

    Zonki jung,

    hoffe das bleibt hier alles jetzt ein wenig stehen,
    dann werden sich viele ein bild machen können,

    langsam kommt deine sozialdemokratischfeindliche gesinnung durch,
    wenn dir zur betrieblichen arbeit von sozialdemokraten nur die frage einfällt. „… was ein Gewerkschaftsfunktionär im Monat verdient! “

    wenn es bei dir „nach Leistung. Nach Menschenwürde“ geht, wie geht das zusammen?? jetzt mal sozial, christlich gesehen?

    „den Vorhelt des geistigen Brandstifters, den halte ich nach diesem Posting Dir gegenüber vollinhaltlich aufrecht“, ja so wurden Sozialdemokraten in der Geschichte oft beschimpft, verunglimpft! da fehlt noch Vaterlandsverräter, …! und wenn ich mich als mensch mit sozialdemokratischen sozialisationshintergrund, elternhaus, friedrich ebert-stiftung, …, oute, hat das nicht den mut oder stellenwert eines Otto Wels, aber ich steh auch in dieser zeit dazu!!

    „lerne Du erst einmal, Verantwortung für andere zu tragen.“ will mich nur so äußern, intention meines politischen, gesellschaftlichen engagements war es immer menschen zu helfen, darin zu unterstützen verantwortung für sich zu übernehmen. ziemlich destruktiv human dein ansatz. aber du bist ja unfehlbar, hätt ich fast vergessen.

    „Dreck. Du widerst mich an.“

    dein weg zum mensch werden/sein ist noch sehr, sehr, … lang!

    aber als christ gebe ich die hoffnung bei niemenschen auf!

    Glück Auf!

  19. Ulli Müller 17. Februar 2009 · 21:37 Uhr

    „Als Christ -…- bist du in der CDU/CSU besser aufgehoben.“
    weiß nicht ob j. rau, d. posser, g. heinemann, g. eppler, … das auch so gesehen haben/hätten!

    „So wie es scheint, war Dein Engagement für den menschen …- eher daran zu messen, was es Dir und deinem Wohlbefinden bringt, nicht den betroffenen Menschen.“

    liebe deinen nächsten wie dich selbst.

    und: du sollst auch die feinde lieben!!

    wünsche dir, dass du deine liebe und würde finden wirst!!

  20. Ulli Müller 17. Februar 2009 · 21:48 Uhr

    schlaf gut.

  21. Weblog der NRWSPD 8. Januar 2010 · 10:43 Uhr

    […] 2008 bei massiver Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb einer geschlossenen Ortschaft geblitzt und muss seinen Lappen abgeben. Am 11. Februar 2009 tritt er deswegen von seinem Ministeramt […]

  22. Timo Wittke 17. August 2010 · 11:37 Uhr

    das war bestimmt der Fahrer ….Timo Wittke

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.