
foto by: Florian Seiffert (F*)
Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma von der CDU gerät wegen seines mangelhaften Krisenmanagements immer mehr unter Druck. So entwickeln sich die Umstände um den Einsturz des Kölner Stadtarchives nach und nach zu einem handfesten Skandal. Gestern wurde bekannt, dass sich eine alte Dame, die durch den Häusereinsturz obdachlos geworden war, das Leben genommen hat. Damit starben drei Menschen, deren Tod möglicherweise hätte verhindert werden können, wenn man die bekannten Risiken ernst genommen hätte.
Bereits im September 2008 war es in der U-Bahn-Baugrube am Waidmarkt zu einem Grundbruch gekommen, bei dem Wasser durch die Schlitzwände in die Baugrube eingedrungen war. Das war den Kölner Verkehrsbetrieben, die für den Bau verantwortlich zeichnen, als auch dem zuständigen Baudezernenten Bernd Streitberger von der CDU bekannt. Der Grundbruch war jedoch als Gefahr nicht ernst genommen worden. Der Krisenstab, der sich nach dem Archiv-Einsturz bildete, sowie Schramma selbst wussten darüber nicht Bescheid.
Ist ein Oberbürgermeister haltbar, der selbst nicht auf dem Laufenden über Probleme bei der Durchführung seines Protz-Projektes ist? (Der U-Bahn-Bau ist teurer als der Transrapid). Wie kann das überhaupt sein, dass er von seinem Dezernenten und Parteifreund Streitberger nicht über den Grundbruch informiert wurde? Übel stieß auch sein Auftritt vor der Presse nach dem Einsturz auf, bei dem er im legeren Freizeit-Outfit einen Baustopp beschwor, dann aber wieder zurückrudern musste.

Immer mehr Hauptschullehrer wollen für ihre Schulform Veränderungen und sehen dringenden Handlungsbedarf. Während die CDU/FDP-Landesregierung krampfhaft am dreigliedrigen Schulsystem festhält, wagen die Kollegien klare Worte: “Das bisherige Schulsystem hat sich überlebt”, sagt Joachim Eckardt der Westfälischen Rundschau. Joachim Eckardt ist Sprecher aller Dortmunder Hauptschulen und selbst Leiter der Hauptschulen Nette und Mengede.
Eckardt hält den Zug für abgefahren, so formuliert er drastisch. Seit Jahren gehen an den Hauptschulen die Schülerzahlen drastisch zurück. Eltern und Kinder entscheiden sich heute zuungunsten der Hauptschule – und zugunsten eines eher durchlässigeren Schulsystems, das eher sozialen Aufstieg ermöglicht. Dem Schülerschwund wird bloß mit Zusammenlegung von Schulen und Kollegien begegnet.
Die Lehrerinnen und Lehrer an den Hauptschulen halten tapfer die Stellung und machen ihre Arbeit, obwohl manche schon lange nicht mehr von der Hauptschule als Schulform überzeugt sind. Eine Arbeit, die zu einem großen Teil darin besteht, Versäumnisse aus Elternhäusern und der Gesellschaft irgendwie beizubiegen. “Die Hauptschulen haben viele gesellschaftliche Probleme auffangen müssen”, sagt Eckardt. Klassen mit zehn oder mehr Nationalitäten sind heute keine Seltenheit mehr. Was an sich ja spannend und interessant ist, macht Unterrichten schwierig: Wenn Deutsch in Elternhäusern keine “Geschäftssprache” ist, wie kann dann ein normaler Unterricht, und wenn er auch noch so modern aufbereitet wurde, mit Lernzielen und -Erfolgen abgehalten werden? Man setzt sich ja auch nicht in den Hörsaal einer japanischen Universität und hofft auf ein Wunder, wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Tiefgreifende soziale Probleme der Klientel sorgen zudem für einen gar nicht alltäglichen Alltag an Hauptschulen.
Das war nicht immer so. Zu Zeiten, als es noch Arbeitsplätze en masse gab für Bergleute, Arbeiter und Handwerker, war die Hauptschule die Schule der Wahl. Deshalb heißt sie ja auch “Haupt”-Schule:
Bei der Betrachtung der CSU fühlt man sich ja nicht selten an Dr. Jekyll und Mr. Hyde erinnert.
Dass dies auch völlig zurecht geschieht, bewies jetzt der Bayerische Rundfunk mit einem gelungenen Beitrag über die “Strategie” der CSU für die Europawahl im Juni.
Egal ob es um die Abschaffung der Glühbirne, Gentechnik oder den Vertrag von Lissabon geht:
Von der CSU gibt’s dafür ein glasklares: Jein!
Die SPD im Kreis Soest hat der Landesregierung ein Halbjahreszeugnis ausgestellt, und wir lassen uns mit diesem Zückerchen den Nachmittag versüßen:
Im Stil einer Urkunde, wie sie an Grundschulen verwendet wird, bekommt die CDU/FDP-Landesregierung ihre mangelnden Bemühungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Biologie, Wirtschaftskunde und Sozialkunde bescheinigt.
Der kleine Text entlarvt die Landespolitik als aufgeblasene Möchtegern-Veranstaltung, die höchstens in der AG “Schmieren-Theater” abräumen konnte.
Gott sei dank haben die Autorinnen und Autoren gnädig auf Kopfnoten verzichtet, um die “liebe Landesregierung” nicht “komplett zu demoralisieren”.
Hier das Zeugnis zum Download – verbreiten und sich freuen!