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Gestern brachte die „heute“-Sendung einen Beitrag über die erste Massenflucht aus der DDR vor zwanzig Jahren beim „Paneuropäischen Picknick“ an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn. Es ist wichtig, an dieses Ereignis zu erinnern, das eigentlich ein Freundschaftstreffen unter ausgewählten Offiziellen hatte sein sollen. Plötzlich tauchten damals 500 DDR-Bürger an der offenen Grenze auf, die die Gelegenheit für ihre Flucht aus der Diktatur nutzten.

Angela Merkel nahm als Bundeskanzlerin selbstverständlich an dem Fest teil, das jetzt an die Ereignisse vor zwanzig Jahren erinnerte, und das ZDF berichtet. Leider ist der Redaktion ein Fehler unterlaufen. In einem Nebensatz heißt es, Angela Merkel sei „damals in der DDR-Opposition, dem ‚Demokratischen Aufbruch‘“ gewesen.

Was soll man dazu sagen?

1. Die Partei „Demokratische Aufbruch“ wurde erst Ende 1989, also nach dem Fall der Mauer gegründet.

2. Vorsitzender war ein Stasi-IM, der Rechtsanwalt Wolfgang Schnur. Dieser unterhielt übrigens enge Arbeitskontakte zu Horst Kasner, dem Vater von Angela Merkel. 1993 wurde Schnur seine Anwaltszulassung wegen Vergehens an den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Rechtsstaatlichkeit entzogen. Wegen politischer Verdächtigung in zwei Fällen wurde er 1996 vom Landgericht Berlin zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

3. Nach zwei Monaten der Existenz, im Februar 1990, schloss sich der DA der CDU an.

4. Angela Merkel engagierte sich überdurchschnittlich in der „Freien Deutschen Jugend“, der Kinder- und Jugendorganisation der SED und brachte es dort zur Kaderleiterin. Ihr angepasstes Verhalten ermöglichte ihr ein Physik-Studium und die anschließende Promotion inklusive Stelle an der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Bekanntlich war es nur angepassten und unauffälligen DDR-Bürgern möglich, ein Studium aufzunehmen. Angela Merkel war keinesfalls eine aktive Oppositionelle der DDR. Dann wäre ihr ihre Karriere innerhalb des sozialistischen Systems niemals ermöglicht worden.


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5 Kommentare

  1. Weblog der NRWSPD 20. August 2009 · 12:00 Uhr

    […] Weblog der NRWSPD […]

  2. The Zonk 20. August 2009 · 14:25 Uhr

    Hurra Merle!

    Dein erster Beitrag, der mal Hand und Fuss hat.

    Auch wenn – aus Journalistischer Sicht – das ganze etwas differenzierter hätte dargestellt werden können.

    Aber weil Du so fleissig warst und ich dir erstmalig ein Lob ausstelle (kommt von Herzen, also keine Polemik!) so folgt noch ein „goodie“.

    Für alle, die solche Lebensläufe anzweifeln und unterstellen, dass es in der alten DDR doch niemals „so“ gewesen sei, für alle, die meinen, die DDR wäre am 03.10.1990 ausgestorben, für alle die, die glauben, die SED wäre tot, und alle Stasi- Nasis am Ende, für alle die, die glauben, dass nur die „guten“ DDR – Bürger Posten in Politik und Verwaltung innehätten, denen sei das Buch von Hubertus Knabe

    „Honeckers Erben“

    (Propylen-Verlag März 2009) empfohlen.

    Siehste Merle, ich habs ja gesagt, dass was in Dir steckt. Geht doch!

    Bauen wir mal den althergebrachten Satz um: „In dieser Bloggerin steckt eine kleine Sozialdemokratin. Und die müssen wir aus ihr herausschneiden“ (O- Ton stamt aus der Vienam- Ära, ich hab hier ein bekanntes Zitat umgemünzt, nicht dass jemand meint, ich wollte Merle aufschneiden. Aufscneider haben wir in der SPD schon genug…)

    Tja..

  3. UlliMüller 20. August 2009 · 18:14 Uhr

    „… Aufscneider haben wir in der SPD schon genug…)“

    Wenn ich glauben würde, dass Zonkiblues in der SPD ist,

    dann schrieb ich jetzt, Einsicht ist der erte Schritt zu Besserung!

    ;-)

  4. Bluesman 20. August 2009 · 19:27 Uhr

    Watt is denn hier los – sind die Medikamente geändert worden? Zunächst dieser Aktionismus was die Menge der Artikel betriftt.Dann lobt Zonk die Merle.Nur der liebe Ulli scheint behandlungsresistent zu sein und lebt weiter mit seiner Schizo-Wahn Theorie.Gut so Ulli-auf dich kann man sich wenigstens verlassen.

  5. The Zonk 20. August 2009 · 21:31 Uhr

    Verlassen wir Ulli.. öh uns auf ihn.

    Ach Ulli… Du hast auch noch nicht mitbekommen, dass Marx tot ist und so? Aufwachen! Wir haben 2009!

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.