Jan Dirk Püttmann, CDU-Bürgermeister der Stadt Dülmen, hatte sich überlegt, mehr jugendliche Wähler von sich überzeugen zu wollen. Aber womit bloß, wenn einem die Argumente fehlen? Vielleicht mit einem Musikfestival? Das schien hilfreich, und so ordnete er dem Dülmener Kulturamt an, noch vor der Wahl ein richtig großes Musikfestival zu organisieren – innerhalb von sechs Wochen.

Zwar fanden zum angestrebten Termin noch zahlreiche weitere beliebte Veranstaltungen in Dülmen und Umgebung statt: das Schützenfest in Dülmen, das Kanalfestival in Datteln, das Rosenfest in Seppenrade, das Haldern Pop Festival und etwas weiter weg das Stemweder Open Air Festival. Doch das störte Jan Dirk Püttmann nicht groß. Andere kriegen ja auch Festivals hin! 40.000 Euro wollte er dafür ausgeben. 35 professionelle Security-Kräfte wurden engagiert, Musiker eingeladen – die Ausgaben sollten über 2.500 zahlende Besucher schon wieder reinkommen.

Und so sah es dann aus: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kamen zwanzig bis dreißig Personen, um auf dem Gelände zu übernachten – gut bewacht von 35 Sicherheitskräften. Am Freitagabend kamen etwa 100 Gäste. Viele Bands spielten vor nur zwanzig oder dreißig Zuschauern. Am Samstag waren noch ca. 50 Leute anwesend. Die Sicherheitskräfte feierten vor Langeweile ein Grillfest vor dem Eingang. Schon am Freitag verließen alle Betreiber von Imbissbuden das Gelände…

Die Dülmener Jusos sagen dazu: „Wir Jusos haben schon einige Festivals organisiert. … zehnmal mehr Besucher, zehnmal kleineres Budget. … Das wichtigste für solch ein Festival ist Werbung. Eine Planung für ein Festival im August muss im Januar starten und nicht Anfang Juli! Dann kann man auch noch Werbung schalten in Festivalforen und Zeitschriften oder Flyer auf Musikveranstaltungen verbreiten. Und warum kann man kein Festival organisieren, das mit einem kleinen Budget startet, um erst einmal bekannt zu werden?“

Da wollte wohl einer ganz schnell ganz groß raus kommen.

Tja, Herr Püttmann: Dieser Anbiederungsversuch bei der Jugend ist wohl misslungen.


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2 Kommentare

  1. Stell Dir vor, es ist Wahlkampf, und keiner geht hin. « wahllog 23. August 2009 · 17:23 Uhr

    […] ersten Abend waren am zweiten Festivaltag noch 50 übrig, alle Imbissbuden waren an dem Tag einem Bericht auf dem Blog derNRWSPD bereits alle wieder auf dem Heimweg. […]

  2. Dülmen - Blog - 21 Aug 2009 18. September 2009 · 19:44 Uhr

    […] Kommunalwahl 2009: Dülmener CDU-Bürgermeister lädt ein – Weblog … […]

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