Heute zitiert die Bild-Zeitung den Forsa Chef Manfred Güllner mit den Worten: „Die CDU hat es in NRW nicht geschafft, eine Volkspartei zu werden.“ und weiter über die CDU in NRW: „noch immer sehr stark in ihrer traditionell klerikalen Klientel verankert – hat aber nur wenig Strahlkraft über dieses Milieu hinaus entwickelt.“.

Weiterhin prophezeit die Bild der CDU in NRW ein Debakel bei der Kommunalwahl in NRW am Sonntag. Geblendet von guten Umfragenwerten im Bund, ist die CDU selbstherrlich in den Kommunalwahl gegangen und hat geglaubt, die Wahl wäre ein Selbstläufer. Nun rudert die Rüttgers-CDU zurück und spricht nicht mehr von einer Testwahl für die nächste Landtagswahl im Mai 2010. Gerade der zu erwartene Verlust der größten Stadt in NRW, Köln, wurmt die Landes-CDU ungemein.

Hendirk Wüst, Gerneralsekretär der CDU in NRW, versucht als letztes Mittel, die „Roten-Socken-Kampagne“ aus der Mottenkiste hervorzuholen. Ein Blick in den Osten der Republik zeigt aber, wie heuchlerisch diese Kampagne ist.

In Chemnitz trat ein Stadtrat der CDU aus der CDU-Fraktion aus, da es Absprachen zwischen CDU und PDS zur Wahl der Beigeordneten gab. Zwei CDU-Männer wurden mit den Stimmen der PDS zu Beigeordenten gewählt. Im Gegenzug wurde der parteilos PDS-Kandidat, Miko Rundel, mit den Stimmen der CDU-Fraktion zum Bürgermeister gewählt.

In Magdeburg wählte die CDU entgegen der Absprache mit der SPD den PDS-Mann Hans-Werner Brüning zum Sozialbeigeordneten.

In Dresden wählten die CDU und die PDS ihre Kandidaten gegenseitig zu Dezerneten.

In Cottbus stellten „Die Linke“ und die CDU einen gemeinsamen Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl 2006 auf.

Im Prignitz-Kreis wurde der CDU-Kandidat Hans Lange mit den Stimmen der Linken zum Landrat (2001) wählen. Der Lohn: Ein Dezernenten-Posten für die damalige PDS.

Im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf regiert seit 2006 eine schwarz-dunkelrote Koalition mit der CDU als Juniorpartner.

Wolfgang Boehmer (CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt) lobte im „Tagesspiegel“ die „intensive Basisarbeit“ der Linken und eine Koalition zwischen CDU und Linke nicht ausgeschlossen – demokratische Parteien müssten grundsätzlich koalitionsfähig sein.

Also bitte, Herr Wüst, erst vor der eigenen Türe kehren!


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Ein Kommentar

  1. The Zonk 28. August 2009 · 12:30 Uhr

    Der Kollege Franz Walter postet in seiner Kolummne bei Spiegel Online in schöner Regelmässigkeit und mit Zahlenmaterial unterlegt dass die SPD nicht mehr den Status einer Volkspartei habe.

    Gründe: z.B. Wählerschwund, programmatische Differenzen, losgelöst von der Bevölkerung, Parteiverdrossenheit, kein klares sozialdemokratisches Image, Abkehr von sizialdemkratischen Idealen und Werten, etc.

    Vielleicht sollten wir erst einmal vor unserer eigenen Haustür kehren.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.