Ich bin echt positiv überrascht. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ist gerade in Köln und die Stimmung ist super. Kein Pessimismus wegen schlechter Umfragewerte, sondern Optimismus pur. Und wenn man ihn so reden hört und die Stimmung hier in Köln mitbekommt, dann will man selbst auch daran glauben, dass der nächste Bundeskanzler der SPD Frank-Walter Steinmeier heißt. Ich bin echt froh, dass ich es noch hierher geschafft habe. Heute Morgen sah es noch so aus, als würde ich wegen ner Grippe nicht hinfahren können. Das wird definitiv nicht meine letzte Wahlkampfveranstaltung gewesen sein. 

 

Zuvor hatten prominente SPDler für Stimmung gesorgt. Besonders gut gefiel mir der sonst so seriöse Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: Er zeigte viel Humor und gab Tips für gesundes Grillen. Und auch die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft war echt toll. Mit einer kämpferischen Rede brachte sie die Menge auf ihre Seite.  Eine echt gelungene Veranstaltung. Ich kann mir nicht erklären, warum so viele Leute politikverdrossen sind. Vielleicht sollten die einfach alle mal zu einer Wahlkampfveranstaltung gehen. Am Freitag zum Beispiel. Dann ist Steinmeier nämlich in Düsseldorf.

 

 


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3 Kommentare

  1. The Zonk 8. September 2009 · 22:45 Uhr

    Die Form verkam zum Inhalt.

  2. The Zonk 9. September 2009 · 13:25 Uhr

    Steinmeier in Düsseldorf?
    Nein Danke.
    Ich geh lieber dahin, wo ich Spass hab´.

    Steinmeier´s wahres berufsbeamtetes angepasstes Langweilergesicht kann hier: http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,647820,00.html mal wieder super zur Geltung. Der Artikel geht noch reichlich milde mit „unserem“ Kandidaten ins Gericht.

    Nicht Programm, sondern gähnende, inhaltslose Leere zeichnet den farblosen SPD – Wahlkampf aus.

    Schade.

  3. the Zonk 10. September 2009 · 18:42 Uhr

    „Ich kann mir nicht erklären, warum so viele Leute politikverdrossen sind. Vielleicht sollten die einfach alle mal zu einer Wahlkampfveranstaltung gehen.“

    Liebe Gudi

    Jede wissenschaftliche Untersuchung – parteiunabhängiges Phänomen – zeigt, dass die Wähler von den Worthülsen, der sinnentleerten Wahlkampfromantik und der nicht- zielorientierte unprofessionellen Vorgehensweise von Politik und Verwaltung die Nase voll hat.

    (Darüber hinaus zeigen die Auswanderungsstatistiken, dass mittlerweile immer mehr intelligente Köpfe die BRD mangels Perspektive verlassen.)

    „Stammwähler“, die in der x-ten Generation SPD wählen, sind weggebrochen. (Selbst Müntes bergmannschor hat Nachwuchssorgen)

    Jüngere und mittelalte Wähler mit so genannter guter Ausbildung gehen mehr themen-, sach- bzw. projektorientiert vor und wählen lokal die Partei, die die Probleme vor Ort löst. Das erklärt so manches Zweckbündnis in Jamaika/ Ampel/ sonstwas – Konstellation in den Rathäusern oder zB. den neuen Bürgermeister in Monheim, der mit seiner Partei alle klassischen Parteien – darunter die SPD – abgewatscht hat.

    Aufgrund dieser Wählervolatilität hätten wir natürlich die Chance, Stimmenzuwächse zu bekommen. Aber speziell für unser Deutschalnd- Papier gilt: Wer alle gewinnen will, hat nichts Festes.

    Insofern werden die klassischen Parteifunktionen (Aggregation,Artikulation von Interessen usw.)mangels klarer Ziele nicht mehr wahregnommen. Die „Ziele“ dieses Papiers halten einer Prüfung (zB nach den so gennnten SMART – Kriterien) nicht stand. Märchenstunde Deutschlandpapier!

    Angesichts dieser Glaubwürdigkeitsfrage können wir mit Steinmeier („4Mio neue Jobs“) und Ulla Schmidt („Dienstwagen? Das steht mir zu“) oder einer Tricksylanti („Versprechen sind dazu da, gebrochen zu werden!“), ja selbst mit Müntefering („Man soll eine Partei nicht an ihren Wahlversprechen messen!“) nicht mehr punkten.

    Weshalb sollte dann ein Wähler auf eine tolle Wahlkampfshow abfahren, wenn unterm Strich nichts für ihn herausspringt?

    Weshalb darf Rüttgers beispielsweise nicht sagen, dass die Rumänen bei Nokia kackenfaul sind? Wären wir als SPD auf Zack gewesen, hätten wir diese Klamotten mit der ökologischen Sozialisation der Rumänen vor Ort, der fehlenden Infrastruktur etc seinerzeit aufs Tapet gebracht, als die Jobs UNSERER Arbeiter auf dem Spiel standen. So macht man politik: Trends erkennen und handeln. Welcher SPD´ler spricht denn jetzt noch mit ehemaligen NOKIA- Arbeitern? Wer sucht den Dialog? Wer nimmt diese Impuls Rüttgers auf und bekommt Nokia wieder zurück nach NRW, mit Jobgarantien und so?
    Nur ein Beispiel von vielen.

    Unsere Partei ist selbst als Organisation unattraktiv, weil zu schwerfällig: das abgeschottete Eigenleben, die eigene Karriere und lageblindes, angepasstes Arschkriechertum auf oberster Ebene ist wichtiger, als die Politiken, die wir initiieren, durchsetzen und implementieren sollen.

    Für Leute aus der Wirtschaft sind wir magels Effizienz unattraktiv, deshalb bleiben uns vor Ort oftmals nur Leerer, Hausfrauen und Alt – 68er, die oft nicht gewillt sind, sich die Skills anzueignen, die man für effiziente Parteiarbeit braucht. Sorry liebe Lehrer, ich hab Euch jetzt zur Karikatur missbraucht. Aber keine andere Berufsgruppe hat so viel freie Zeit für sinnlose (!) Parteiarbeit. Gemessen an betriebswirtschaftlichen Effizienzkriterien sind wir als Partei schwerer als ein Betonklotz.

    Das zeigt auch unser Mitgliederschwund. Und: Eine Parteimitgliedschft bildet übrigens nicht mehr den Wählerwillen ab…

    Unsere Kampagnen wirken mittlerweile von den Aussagen her nichtssagend und lächerlich. Fast schon wie „Reichtum für Alle“.

    Unser Deutschland- Papier ist selbiges nicht wert, egal, wie oft man es darauf druckt. kein stimmiges Konzept, voller sachlicher Fehler und Ungereimtheiten, nicht schlüssig und mehr eierlegende Wollmilchsau denn klare Linie.

    Vollbeschäftigung, das Lieblingskind Steinmeiers? Eine blöde Utopie in einem demokratischen Staat mit (auch sozialer) Marktwirtschaft. Das ist was für DDR´ler, die hatten das ja. Effizienz? Null.

    Schon vergessen?

    Steimneier selber ist so unterhaltsam wie das Testbild der ARD seinerzeit. Glaubwürdig? Selbst mit Bergmannschor – bei Münte ausgeliehen – noch so überzeugend wie Fusspilz. Da hat der Ausschnit von Merkel mehr Profil.

    SPD- Tradition, SPD- Werte? Null. Die Zeiten scheinen vorbei.

    Und jetzt, Gudi, frage ich Dich allen ernstes: Warum soll ich nun nach Düsseldorf? Soll ich zur Selektion, Aggregation und Artikulation von Interessen da hin?

    Der Nichtwähler hat keinen Bock mehr auf Politik, weil diese zum Schmierentheater (Hallo Ulla, Hallo S- Klasse!) verkommt und keine Perspektiven bietet. Keine Ziele, keine Erreichung derselben. Warum sollte er also aus dem Sessel raus und wählen gehen?

    Der Wechselwähler achtet auf Sachthemen und die Möglichkeit der Erreichung von Zielen. Das haben wir verpennt… wir bieten keine einfachen, klaren Lösungen, wir bieten ein Papier, an dem wir noch nicht einmal gemessen werden wollen :-)

    Und da soll ich dann nach Düsseldorf und mir diese Show antun? Als Staffage? Für was denn genau? Als wenn der Besuch einer Wahlkampfveranstaltung alles wieder bereinigen würde.

    Bissken Jubel und die Welt ist rund?

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.