Archiv: Dezember 2009

Es wird heutzutage immer schwieriger, guten Journalismus zu machen und vielleicht noch schwieriger, guten Print zu produzieren. Marktinteressen rücken zunehmend in den Vordergrund, der Anzeigenkunde ist König, der Nachwuchs hangelt sich von Praktikum zu Zeitvertrag zu Praktikum, kurz: die Krise macht auch vor den Zeitungsredaktionen nicht halt. Wo Stellen gestrichen werden, weniger Journalisten für mehr Inhalt verantwortlich sind, gar ganze Zeitungsredaktionen inhaltlich zusammengelegt werden wie jüngst geschehen bei der WAZ-Gruppe, geraten die Blattmacher unter Druck.

Natürlich gibt es sie, die Journalisten, die auch in dieser angespannten Situation im täglichen Geschäft versuchen, das Beste draus zu machen; und manch einer hat wohl im Laufe seiner Karriere mal davon geträumt,


Hendrik Wüst, Generalsekretär der CDU NRW, hat offenbar Gedächtnislücken. Und das mit 34. Überhaupt hat er es nicht leicht. 9756 Euro Diäten als Landtagsabgeordneter und 8000 Euro Gehalt von der CDU bedeuten eine gewaltige Bürde. Man hat ja auch so viel Verantwortung. Da kann man schon mal vergessen, seinem Arbeitgeber, dem Landtag Nordrhein-Westfalens, mitzuteilen, dass man von seinem anderen Arbeitgeber, der CDU NRW, 120 Euro monatlich an Zuschüssen zu seiner privaten Kranken- und Pflegeversicherung bezieht. Wüst hatte nämlich gleichzeitig vom Landtag den Höchstsatz von 310 Euro monatlich erhalten – die 120 Euro hätten aber davon abgezogen werden müssen.

Natürlich musste Wüst als Abgeordneter zu Beginn der Legislaturperiode per Fragebogen durch Ankreuzen der entsprechenden Felder Angaben über die Art seiner Krankenversicherung machen. In diesem Fragebogen ist die Passage fett gedruckt, dass der Politiker den Beginn einer Bezuschussung von anderer Seite dem Landtag mitzuteilen hat. Dennoch sei es dem Volljuristen leider durchgegangen, diese Angaben zu machen; es sei ihm „nicht bewusst“ gewesen. Vom Focus-Magazin daran erinnert, habe er die 6100 Euro denn auch gleich.. usw. usf.

Als Ratsmitglied der CDU-Fraktion in seinem Heimatort Rhede kassierte Wüst darüber hinaus seit 2004 jeden Monat eine Pauschale von zuletzt 184 Euro. Rhedes Bürgermeister Lothar Mittag bestätigte gegenüber der WAZ, Wüst habe allerdings nur 16 von 36 Ratssitzungen besucht und an Fachausschüssen habe er gar nicht teilgenommen. Wüst räumte ein, wegen „terminlicher Überschneidungen“ habe er 2009 auch nicht mehr für den Rat kandidiert.

Und so windet er sich, Hendrik Wüst, der Hardliner,


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.