foto by: pietroizzo

Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet immer weiter voran. Eine moderne Gesellschaft ist eine digitale Gesellschaft. Das Internet spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Es durchdringt immer mehr Lebensbereiche und eröffnet dem  Nutzer neue Möglichkeiten – nicht nur in der Informationssuche, sondern auch in Sachen Politik. Fast alle Politiker haben den (nicht mehr so neuen) Trend für sich entdeckt.

Mittlerweile gehört es zum guten Ton, dass jeder Politiker sich in einem StudiVZ- oder Facebook-Profil präsentiert und mit Bürgerinnen und Bürgern interagiert. Fraktionen und Politiker twittern und bedienen sich der modernen Technik, um Podcasts zu produzieren.

Dass die Chancen des Internets für Demokratie und politische Partizipation dennoch oft verkannt werden, zeigt der Fall Franziska Heine. Insgesamt 134.015 Menschen unterschrieben ihre Petition gegen das Gesetz zur Sperrung von Internetseiten, da diese sowohl die Informations- und Meinungsfreiheit beschränke und zudem nicht der richtige Weg im Kampf gegen Kinderpornographie sei.

Das Ende der Geschichte: die Petition scheiterte und Häme gab es vom CDU-Angeordneten Thomas Feist gratis dazu. Seine Äußerung zeigt stellvertretend die fehlende Anerkennung des sozialen und politischen Engagements der Netzgemeinde (auch wenn jene diesen Begriff nicht mag).

Die SPD nimmt die digitale Gemeinschaft ernst. Ende letzter Woche lud die sozialdemokratische Fraktion des Europäischen Parlaments ins Kölner „KOMED“, um „Unsere Rechte in der vernetzten Gesellschaft“ zu diskutieren und den Dialog zwischen Politik und Internetnutzern zu suchen. Da die Kapazitäten jeder Location begrenzt sind, wurde die komplette Veranstaltung per Livestream übertragen. Zudem gab es die Möglichkeit, über eine extra eingerichtete Twitter-Wall die Diskussion interaktiv mitzugestalten und den Diskussionsteilnehmern zeitnah Fragen zu stellen. Das Angebot wurde gern und rege angenommen.

Zwar war es manchmal schwierig, der Twitter-Wall und der Diskussion zeitgleich zu folgen. Eines zeigt dieser Abend jedoch: Es geht auch anders!

Die Veranstaltung war lediglich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, sicherlich aber nicht der letzte auf einem Weg in eine moderne, demokratische Gesellschaft.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

Kommentare sind geschlossen.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.