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10.34 Uhr. Es ist Montag der 22. März. Und es eilt. Neun Kartons, 65 Kilogramm oder 42 750 Seiten Papier – wie man sie auch dreht und wendet: Sie mussten von Düsseldorf in den Ruhrcongress zu Bochum, und zwar schnell. Immerhin sollten die 450 Betriebsräte und Gewerkschafter auf der Konferenz der SPD Seite für Seite nachlesen können, wer das beste Programm für NRW zu bieten hat: Nämlich die SPD.

11.13 Uhr. Los geht es um 12 Uhr, dann beginnt Hannelore Krafts Rede. Also rein in den Ruhrcongress, vorbei an den hunderten Gewerkschaftern, Betriebsräten und Besuchern. Achtung, ich bin ein Mann mit Karton! Ich darf mich vordrängeln!

11.46 Uhr. Ich hab’s geschafft: Ob SPD-Vorstand, Gewerkschafter oder Betriebsräte – jeder hat nun das 95-seitige Wahlprogramm der NRWSPD auf dem Tisch, neben Ansteck-Button und Traubenzucker. Der ist sozusagen symbolisch für eine starke SPD und starke Gewerkschaften.

12.14 Uhr. Hannelore Kraft steht auf dem Podium und macht deutlich, was wirklich entscheidend ist: Ein gutes Programm für NRW. Damit das Land wieder erfolgreich wird. „In NRW werden 20 Prozent eines Jahrgangs zurückgelassen, die keinen Schulabschluss oder eine Ausbildung schaffen“, ruft sie und fügt an: „Wir wollen kein Kind zurücklassen!“ Ich klatschte. Der Saal auch.

Und zwar laut: Zu den 450 Gewerkschaftern und Betriebsräten, die sich angemeldet hatten, sind noch rund 200 dazu gekommen, um der SPD den Rücken zu stärken. Ein Gewerkschafter war sogar extra aus Bayern gekommen: „Was die SPD macht gefällt mir gut!“, sollte er später den Massen zurufen – er steht symbolisch für den Dreiklang aus SPD, Gewerkschaften und Betriebsräten.

Doch zurück zu Hannelore Kraft und dem Thema Bildung: Länger gemeinsam lernen, damit die Kinder mehr und bessere Abschlüsse machen als sie das unter der Bildungs-Murks-Politik von CDU und FDP überhaupt können – das steht an erster Stelle, um Kinder nicht zurückzulassen. Und was ist dann später auf dem Arbeitsmarkt? Da müssen andere Zustände herrschen: „Wir müssen dem Missbrauch in der Lohn- und Zeitarbeit einen Riegel vorschieben!“ Ein Riegel, der nur von der SPD in Bewegung gesetzt werden kann, denn vom CDU-Ministerpräsidenten kommt lediglich die Formel: „Viele Worte, aber keine Taten“

Was die Gewerkschaften mindestens genauso freut und auch wichtig ist: Der SPD-Appell contra Dumpinglöhne und Lohn-Aufstockung. Heute bezahlen viele Unternehmer Hungerlöhne, der Arbeitenehmer muss sich das restliche Geld vom Staat holen. Die Steuerzahler müssten also Dumping-Unternehmen stützen. „Was ist das für ein merkwürdiges Wirtschaftsverständnis?“ Jetzt ist der Funke endgültig übergesprungen. Der Saal jubelt – und der Applaus zeigt: Hannelore Kraft und die SPD haben die richtigen Themen.

12.37 Uhr. Sigmar Gabriel hat sich in Fahrt geredet und macht klar, dass die SPD und die Menschen genug haben: genug von Zockern, die Leute um ihr Vermögen gebracht haben, genug von den Besserverdienern, die gerne ins Theater gehen, aber ihr Geld in der Schweiz anlegen, genug von Armutslöhnen, von denen keiner leben kann. Es geht um das Gemeinwohl, sagt der SPD-Chef. „Nicht alles, was Arbeit schafft ist sozial – nur Gute Arbeit ist sozial.“

Diskussion zwischen Ottmar Schreiner, Guntram Schneider, Sigmar Gabriel und Hannelore Kraft

Und genug von einem CDU-Ministerpräsidenten, der NRW nicht erfolgreicher, gerechter und sozialer gemacht hat – sondern un-erfolgreicher, un-gerechter und un-sozialer. Das muss sich wieder ändern! Mit der SPD, und zusammen mit den Betriebsräten und Gewerkschaften. Eine Kombination, die passt – das machten sich die Beteiligten bei der Podiumsdiskussion und beim Erbsensuppen-Essen nochmal deutlich.

Franz Müntefering würde sagen: Essen gut. Konferenz gut. SPD gut. Alles gut.


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