Er hat einen Blaumann an, streift sich in seiner Firma die Handschuhe über und hat ein Lächeln im Gesicht. Der Mann auf dem Flyer soll zeigen, dass er Freude an der Arbeit hat. Die NRWSPD steht nach einer Regierungsübernahme dafür ein, dass dies wieder für alle Menschen an Rhein, Ruhr und Umgebung gilt.

So ist es: Leiharbeit wird in vielen Branchen zunehmend zu Lohndrückerei und Tarifflucht missbraucht. Das faktisch existierende Kombilohnmodell, für das sich CDU und FDP seit jeher aussprechen, hat zu weiteren Ungerechtigkeiten geführt. Beschäftigte verdienen zum Teil so wenig, dass sie als Bittsteller aufs Amt gehen müssen. Der Staat soll dann ihr Gehalt aufstocken. Rund acht Millionen Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten in Jobs, in denen man einen geringen Lohn erhält und schnell arbeitslos wird. Dieses Phänomen betrifft vor allem weibliche und junge Beschäftigte. Frauen verdienen im Durchschnitt 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Deutschland rangiert hier in der EU auf den letzten Plätzen. Jeder Vierte in NRW mit einem Alter unter 35 wird den Niedriglöhnern zugerechnet. Die Arbeitslosigkeit jüngerer Menschen steigt stärker an, ältere Arbeitslose finden dagegen nur schwerlich den Weg zurück in den Job. Die amtierende Landesregierung bietet auch hier keinerlei Konzepte an, wie man diesen Entwicklungen in der nächsten Legislaturperiode entgegenwirken will.

Das soll passieren: Die NRWSPD kämpft für neue effektive Jobs und für gute und sichere Arbeitsplätze. Nicht alles, was irgendwie neue kurzfristige Arbeitsplätze schafft, ist auch sozial, wenn durch den steigenden Lohndruck andere Menschen um ihre Existenz bangen müssen. Flächendeckende, gesetzliche Mindestlöhne sind daher das Gebot der Zeit. Sie sind im Kampf gegen die nach unten offene Lohnspirale eine Frage der Anerkennung guter Leistungen. Die Würde des Menschen bleibt unantastbar. Die Rechte von Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern sind dabei ein Kernanliegen im anstehenden Landtagswahlkampf. Die Devise „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ soll wieder gelten. Die Anstellungszeit darf hier nicht ausschließlich an die Entleihzeit im Betrieb gebunden sein. Darüber hinaus wird sich eine von Hannelore Kraft angeführte Regierung für eine wieder stärker werdende betriebliche Mitbestimmung und für eine Ausbildungsgarantie für alle junge Menschen einsetzen. Kein Jugendlicher sollte schon zu Beginn seines Werdeganges zurückgelassen werden. Die schnelle Vermittlung Arbeitssuchender und die bessere Qualifizierung und Weiterbildung Berufstätiger bleiben primäre Ziele. Ältere verdienen es, dass wir ihre Arbeitsleistung und Lebenserfahrung dabei nutzen. Die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen ist durch konsequente politische Anstrengungen überwindbar. Diesen Einsatz möchte die NRWSPD gerne anbieten.


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3 Kommentare

  1. Bruno Tiches 30. März 2010 · 21:00 Uhr

    Ach, das wäre ja schön, wenn sich die SPD wieder auf ihre alte Wurzeln besinnen würde.

    Aber so richtig sicher bin ich mir noch nicht, ob die Frau Kraft sich wirklich von Herrn Clement, der sie ja damals quaso als Ziehtochter gefördet hat, abgenabelt hat.

    Herr Clement ist ja mittlerweile ganz anderer Meinung:

    http://www.welt.de/die-welt/debatte/article6839263/Hartzer-Rolle-rueckwaerts.html

    So richtig schlau werde ich jedenfalls nicht aus der SPD.

    Respekt klingt aber gar nicht schlecht.

  2. Taner Ünalgan 31. März 2010 · 8:29 Uhr

    @Bruno:
    Na, glaub mir, das mit dem „aus der SPD schlau werden“, schaffste eigentlich auch nicht als Mitglied. Unsere Partei ist eben besonders. Mal besonders gut, mal besonders enttäuschend, aber meistens besonders vernünftig.

  3. Dr. Dietmar Moews 5. April 2010 · 0:38 Uhr

    Deutschland ist in der Wirtschaftskrise, in der Finanzkrise und in einer Entsolidarisierungs- und Vertrauenskrise.
    Es kommen erhebliche Sparzwänge.
    Die derzeitige Bundesregierung und die Regierungsparteien drücken sich davor, konkret anzusagen, wie die kommunalen Haushalte
    auskommen sollen. Die gesetzlichen Sparauflagen für 2011 sollen 10 Milliarden umfassen.
    Bitte, was wird die SPD in NRW und mit Blick auf Berlin konkret tun? Wo wird wen, Was, wie hart treffen? Wollen Sie die Mehrwertsteuer oder die Benzinsteuer erhöhen?
    Dr. Dietmar Moews, Piratenpartei

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.