Der Start

Düsseldorf, Hauptbahnhof. 7:30 Uhr. Zwei Grad. Die Frisur des Pressesprechers sitzt. Es kann losgehen.

Zwei Tage lang geht’s gemeinsam in unserem angemieteten Wahlkampfbus mit rund 30 Journalisten und der NRWSPD-Spitzenkandidatin vor allem durch die nördlichen Regionen unseres schönen Bundeslandes. Die Stimmung ist bereits zu Beginn prächtig. Es werden bereits die ersten unterhaltsamen Gespräche geführt. Erster Stop ist ein Fototermin mit Ulrich Hampel von der IGBCE in Beckum.

Helm auf

Hannelore Kraft besucht kurz darauf in Ennigerloh einen Zementbetrieb. Für alle Mitreisenden heißt es daher: „Helm auf“.

Schon kann es mit einer Führung über das imposante Firmengelände losgehen. Für Externe ist es schön zu merken, dass die NRWSPD-Vorsitzende nicht nur wegen der schönen Fotos gekommen ist, wie das so häufig in Wahlkämpfen ist. Dem Chef des Hauses gibt sie freundlich-bestimmt mit auf dem Weg, dass es 2012/13 schon ein paar mehr Azubis sein dürften, die er dann beschäftigt. Sie lächelt, er lächelt. Anschließend steigt eine Diskussion über die nachhaltige Entwicklung der Zementindustrie.

Fernab dessen macht der Akku des Berichterstatters schlapp. Dieser ist darauf gezwungen ist, sich auf Steckdosensuche zu begeben. Ein alter Recke, dessen Werkszimmer urplötzlich gestürmt wird und der folglich nicht damit rechnet, irgendeinen Frackträger zu sehen, hilft gerne. Seit 40 Jahren arbeitet er hier. Er hat also schon die industriellen Hochzeiten erlebt. Seitdem ist es nicht immer einfach gewesen. Das merkt man ihm an. Auf die Frage, was er vom Reisegrund der zahlreichen Betriebsbesucher hält, meint er lächelnd: „Wahlkampf halt“. Aber das sei halt wichtig. Überrascht ist er, dass eine rot-grüne Mehrheit im Mai so nah sei. Lange Zeit war das ja in weite Ferne gerückt. Aber gut, ja gut findet er das trotzdem. So richtig gut.

Hören, Streiten, Erklären

Was kommt dann? Drei Termine, drei völlig unterschiedliche Thematiken stehen an – einer zukünftigen Ministerpräsidentin wird so einiges abverlangt.

Zuhören können: Beim Besuch in der Scheune eines biologischen Bauernhofes in Rinkerode fordern die anwesenden Landwirte eine Abkehr von einer rein wachstumsorientierten Landwirtschaft. Die Maxime „Wachsen oder Weichen“ sei vor allem in ihrem Wirtschaftssektor falsch und führe zu irren Ergebnissen. Hannelore Kraft lauscht den Diskutanten aufmerksam. Sie gibt zu, dass sie bei diesem Besuch einiges lernen könne.

Einschreiten können: Kurz nachdem die tourende Ministerpräsidentin in spe in einer Kindertagestätte in Coerde zu Gast war, ist in der Münsteraner Uni bei einer Podiumsdiskussion ihr Engagement gefragt.

Denn bei den Thesen der schwarz-gelben Konkurrenz auf den Nebenplätzen konnte sie und konnte man wirklich nicht ruhig bleiben. Sie geht dazwischen: „Wären diese Studiengebühren schon früher da gewesen, hätte ich nicht studieren können“. Also weg damit. Die anfangs skeptische Studentenmenge tobt.

Siehe auch: Münsterländische Volkzeitung – Hannelore Kraft kommt wieder (Kita-Besuch in Coerde, plus Fotostrecke); Münsterländische Volkszeitung – Studenten streiten und strampeln; B2B – Schüler und Studenten gehen kurz vor Wahl in mehreren Städten des Landes auf die StraßeMünsterländische Volkszeitung – Die „Herausforderin“ – SPD-Kandidatin Hannelore Kraft will punkten;

Erklären können: Es ist nicht viel Zeit vergangen, schon nimmt Hannelore Kraft im „weißen Saal“ der Halle Münsterland mit Unterstützung von Gesine Schwan Rentnerinnen und Rentnern die eine oder andere Sorge. „Was ist, wenn Griechenland pleite geht?“, wird sie gefragt. In aller Ruhe erklärt sie sämtliche Hintergründe. Physisch ist das gar nicht so einfach, wenn der Tag vorher schon recht lang war. Emotional ist das wahrscheinlich sogar noch ein wenig strapaziöser, wenn man sich vorher mit einer karrierebewussten Jung-Liberalen auseinandersetzen musste.

Das Zwischenfazit der Bustour lautet bis hierhin: Respekt! Bisher hatten alle Besuchten nach ihrem Treffen mit Hannelore Kraft ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. So kann es weiter gehen.

Schlafen?

Nach einer sehr kurzen Nacht geht es für Hannelore Kraft und die circa 30 mitgereisten Journalisten auf der Bustour weiter. Der gestrige Abend endete mit einer intensiv geführten Podiumsdiskussion. Im Anschluss daran durfte man in einem schneidigen Hotel, das früher mal eine Brauerei war, für wenige Stunden ein paar Falten ins Bett schlagen – wer es denn wollte…

So macht sich um 8.15 Uhr der Bus schon wieder auf dem Weg nach Dülmen. Da werden in der guter sozialdemokratischer Tradition Rosen verteilt, um mit den Bürgerinnen und Bürgern das Gespräch zu suchen. Und diejenige, die das machen soll, hat sich schon wieder etwas früher auf den Weg gemacht, um eine Kindertagesstätte der AWO aufzusuchen. Wenig später warten dann in Greven Landtagskandidat Friedrich Paulsen und Bürgermeister Peter Vennemeyer auf Hannelore Kraft.

Siehe auch: Ibbenbürener Volkszeitung – Intime Plauderstunde im roten Sessel; Münsterländische Volkszeitung – Kraft verteilt in Dülmen rote Rosen; Borkener Zeitung – Warten gibt Kraft; Münsterländische Volkszeitung – Marktbummel mit Hannelore Kraft

Ein dickes Lob von Gesine Schwan („Du bist klasse, klug und authentisch“) vom Vorabend, ausgesprochen als die Beiden mit Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel in der Halle Münsterland über Familien- und Generationenpolitik diskutierten, macht das Aufstehen für die Frontfrau der NRWSPD leichter.

Wenn jemand eine Reise tut…

Die Besuche eines Möbelbetriebs (in Greven), eines Energieerzeugers (in Ibbenbüren) sowie einer gut besuchten Wahlkampfbühne (in Gronau) stehen in den Folgestunden auf dem Programm. Der Dialog eines Ehepaares eignet sich hier wunderbar, um die Quintessenz einiger Bürgerreaktionen darzustellen. Die beiden unbekannten Mittfünziger (Schätzungswert) wissen zwar nichts von ihrem an dieser Stelle präsentierten Glück (Sorry!). Sie geben aber ein perfektes Beispiel ab, wie die Reaktion zahlreicher Passanten war, wenn sie Hannelore Kraft unvermutet treffen.

Siehe auch: Westfälische Nachrichten – SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft zu Besuch in Ibbenbüren; Ahlener Zeitung – „Abschiedsparty für Jürgen Rüttgers“; Mazz TV – „Die Kohletante zu Besuch“;

Ehefrau: „Ist das nicht…?“. Ehemann: „Jo“. Sie: „Komm, wir gehen mal dahin“. Er: „Jo“. Er (etwas später): „Ist doch echt schön, dass sie hier ist“.

Nun hat man es in der Opposition ja nicht immer einfach. Umso erstaunlicher, dass die NRWSPD so gutgelaunt durch den Wahlkampf schreitet. Der Grund ist einfach: Je mehr Menschen sich intensiver mit Hannelore Kraft beschäftigen, desto niedriger sind die Chancen der schwarz-gelben Landesregierung, wiedergewählt zu werden. Das merkt man auch bei den beiden Abendveranstaltungen im Düsseldorfer Landtag (beim großen Arbeitnehmer-Empfang der Fraktion) und in Gelsenkirchen (Kulturempfang an der Boniver Straße). 

Die Pressebustour lehrt uns also: Geht raus und erzählt von ihr!

Siehe auch: Stern.de – Hannelore Kraft, die Merkel der SPD; RP-online – Unterwegs mit Hannelore Kraft (plus Video); Bild.de- „Unterwegs mit SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft“ (Video)


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