Wir haben mal bei RP Online (RP), Der Westen (DW), den NRW-Grünen und der CDU (CDU) nachgeschaut, wie dort so die „Wahlarena“ betrachtet wird. Hier die Tickerzusammenfassung:

19.15 Uhr (RP): Eine Stunde vor Beginn der WDR-Wahlarena ist SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft bereits im Studio. Die anderen Teilnehmer bei der Debatte sind noch nicht da.

20:15 Uhr (CDU): Die Wahlarena beginnt. // (Red.: Das stimmt!)

20:15 Uhr (DW): Welches ist das wichtigste politische Problem, das nach der Wahl sofort gelöst werden muss? Zuschauer entschieden sich für Bildung, Arbeit und Haushaltslage.

20:18 Uhr (DW): Erstes Thema in der Sendung ist der Nichtraucherschutz, der nicht funktioniert.

20:22 Uhr (DW): Schneller Schwenk auf die Bildung. Gemeinsam lernen nur bis zur 4. Klasse oder darüber hinaus? 39 Prozent der Wahlarena-Gäste wollen alte Regelung beibehalten, 59 Prozent wollen Kinder länger zusammen lassen.

20:23 Uhr (CDU): Bildung aus Sicht des Publikums wichtigstes Thema. // (Red.: „Man beachte das ‚aus Sicht des Publikums‘)

20.27 Uhr (RP): Kraft ist für zwei klare Formen: „Wir wollen nicht die Gymnasien abschaffen.“ Es solle die Durchlässigkeit erleichtert werden.

20.28 Uhr (RP): Es wird wieder klar, dass hier Rüttgers und Kraft sich nicht einig werden. Bei diesem Thema fallen sie sich ins Wort.

20:33 Uhr (DW): Finden Sie das bestehende Schulsystem in Ordnung? Zuschauer sagen zu 43 Prozent, Schulsystem ist in Ordnung. 49 Prozent wollen es grundlegend verändern.

20.36 Uhr (RP): Pinkwart lässt Kraft nicht aussprechen. Sie betont, dass keine Schulabschlüsse wegfallen sollen. „Es soll in Klassen von maximal 25 Schüler“, sagt sie. Applaus vom Publikum.

20:38 Uhr (CDU): Jürgen Rüttgers: „Ich bin für Bildungsvielfalt.“ // (Red.: „Aschenputtel-Prinzip: Die Guten ins Töpfchen und die Schlechten…“)

20.38 Uhr (RP): Rüttgers gibt sich wieder Staatsmännisch. Er redet gerade zwei Minuten ohne Unterbrechung. Das geht auf sein Zeitkonto.

20.40 Uhr (RP): Jetzt wirft Rüttgers Kraft vor, falsche Zahlen zu zitieren. Schönenborn korrigiert das aber.

20:45 Uhr (DW): Kraft greift Rüttgers und Pinkwart an, wegen der Plakate vor Schulen: „Wenn die SPD regiert, wird es diese Schule nicht mehr geben.“ Betont, alle Beteiligten mitnehmen zu wollen.

20:50 Uhr (DW): Kraft erinnert an Kinder, die Nachhilfe bekommen, um die gymnasiale Empfehlung zu schaffen. Applaus.

20:55 Uhr (CDU): Studiengebühren sind sozial. // (Red.: So so…)

21:05 (DW): Rüttgers sagt, dass „alte Zustände“ wieder an die Unis kommen, würden die Gebühren abgeschafft. Studenten auf dem Boden oder kaputte Räume. „Ist jetzt immer noch so“, raunt es aus der Runde.

21:14 Uhr (DW): Bei unserer Umfrage führt Hannelore Kraft mit deutlichem Abstand vor Jürgen Rüttgers und Sylvia Löhrmann.

21:14 Uhr (DW): Streit zwischen Grünen und CDU, wie viele Änderungen Rüttgers an Hartz-IV-Gesetzen durchgesetzt hat.

21.19 Uhr (RP): Stichwort Mindestlohn – 62 Prozent der Bürger im Wahlarena-Studio wollen einen gesetzlichen Mindestlohn.

21.22 Uhr (RP): Pinkwart will keinen Mindestlohn.

21:22 Uhr (DW): Kraft gibt Fehler bei Zeit- und Leiharbeit zu. Sozialdemokraten hätten den Fehler aber erkannt. Erinnert an befristete Arbeitsverträge für Uni-Absolventen, die laut CDU und FDP ja so gut verdienen, dass sie ohne Probleme ihren Studienkredit zurückzahlen könnten.

21:39 Uhr (DW): Kraft schlägt noch einmal zu. „Wer, Herr Rüttgers, soll Ihnen glauben, dass Sie keinen Steuerentlastungen zu Lasten der Kommunen zustimmen? Schließlich haben Sie auch dem Wachstumsbeschleunigungs-Gesetz zugestimmt.“ Und Kraft erteilt lautstarken Rüffel für Griechenland-Politik der Bundesregierung.

21.39 Uhr (RP): Kraft konfrontiert ihn mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Hoteliers.

21:41 Uhr (Grüne): Sylvia entlarvt Rüttgers, der langsam eingesehen habe, dass es ein Fehler war, dem Wachtumsbeschleunigungsgesetz der FDP und damit dem Ausbluten der Kommunen zugestimmt zu haben. Pinkwart brüllt dazwischen, Rüttgers senkt betroffen den Kopf und zieht sich zurück – das hat gesessen!

21:41 Uhr (DW): Rüttgers erbost. Will noch mal auf Kraft erwidern. Moderatoren schreiten mit Blick auf seine Redezeit-Konto ein und erteilen Löhrmann das Wort. 

21.44 Uhr (RP): 76 Prozent der Bürger im Saal wollen, dass sich die Parteien vor der Wahl festlegen, mit wem sie regieren wollen.

21.45 Uhr (RP): Löhrmann findet die Umfrage wunderbar. Ihre Wunschkonstelation ist Rot-Grün. „Es ist nicht so einfach, weil die Wähler es komplizierter machen mit ihrer Stimmabgabe.“

21.50 Uhr (RP): Das war’s. Die Runde ist zu Ende. Die fünf Teilnehmer stehen noch an ihren Pults. Kraft und Löhrmann reden miteinander. Auch Rüttgers und Pinkwart. Zimmermann steht allein da.

21:50 Uhr (DW): Die Wahlarena ist zu Ende. Fazit aus der Redaktion: Keine Schlaftabletten-Diskussion, sondern durchaus spannende Diskussion. Kraft angriffslustig, Rüttgers starrte oft geradeaus.

21:51 Uhr (CDU) – Jürgen Rüttgers dagegen staatsmänisch, verantwortungsbewussrt und cool. // (Red.: sic!)


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2 Kommentare

  1. Hannelore Kraft: Kra(e)ftig was ändern | Gelsenkirchen 4. Mai 2010 · 7:03 Uhr

    […] Im TV-Duell erklärte sie ihre Pläne. Und das klang schon kurios. Alles unter einem Dach, so soll es sein. Kein gegliedertes Schulsystem mehr, keine Hauptschule, keine Realschule, kein Gymnasium. Ein bisschen von dem soll ja weiter bestehen, nur halt unter einem Dach. In einer Schule soll es Klassen geben für verschiedene Bildungsniveaus. “Jeder Mensch ist einzigartig und alle Menschen sind gleich”, heißt es im Wahlprogramm der SPD. Auch in Sachen Bildung? Wohl kaum. “Hingegen gelingt es in den weiterführenden Schulen in unserem gegliederten Bildungssystem nicht, die Bildungspotenziale der Schülerinnen und Schüler optimal weiter zu entwickeln und zu fördern. Bildungschancen hängen nach wie vor zu stark von der sozialen Stellung und vom Geldbeutel der Eltern ab. Bildung darf aber kein Privileg für diejenigen sein, die sie über das Elternhaus in die Wiege gelegt bekommen haben”, heißt es weiter. Nur hier ist der Knackpunkt: In der Bevölkerung gibt es viel Gegenwind für Krafts Pläne. Sollte (!) eine solche Schulreform stattfinden, ist das ein Geschenk an alle Privatschulen. Denn sie sind dann die einzige Möglichkeit, der Bildungs-Zwangsjacke zu entkommen. Und, das ist ein offenes Geheimnis, Privatschulen kosten viel Geld. Bildung wäre somit in noch höherem Maße von Geldbeutel der Eltern abhängig als zuvor. […]

  2. Sanne 10. September 2010 · 23:06 Uhr

    Was die alles tickern ;)

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.