Seit 1980 kürte Loki alljährlich die "Blume des Jahres"- hier die sibirische Schwertlilie von 2010. Die ofizielle Bekanntgabe ihrer letzten Blume des Jahres 2011 konnte sie nicht mehr miterleben. (Harald52, flickr)

Loki Schmidt starb in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Hamburg. Über Deutschland hinaus sprechen Menschen ihre Betroffenheit und ihr Beileid aus.

Neben ihrem Ehemann Helmut Schmidt, die typische Kurzhaarfrisur, Hosenanzug, eine Tasse Kaffee und dazu die obligatorische Zigarette: Diese Bilder von Hannelore „Loki“ Schmidt haben sich eingeprägt. Nicht nur an der Seite des Altbundeskanzlers, sondern auch unabhängig von ihm machte sie sich einen Namen als Botanikerin, Naturschützerin und Schriftstellerin. „Mit ihrem eindrucksvollen Wirken und ihrer Persönlichkeit hat sie die Menschen stets besonders beeindruckt: unaufgeregt, geradlinig, mit einem klaren Blick auf die Menschen und das Leben“, sagte Hamburgs erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus zu ihrem Tod.

Geboren 1919 in Hamburg und unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, lernte sie schon früh sich durchzusetzen. „Ich war nie ein richtiges Mädchen, ich war ein wüster Schläger“, charakterisierte sie einst ihre Jugendzeit. Bereits in der Schule lernte sie ihren späteren Mann Helmut Schmidt kennen, den sie jedoch erst 1942 heiratete. An den Studiengebühren scheiterte einst ihr favorisiertes Studium der Biologie woraufhin Loki Pädagogik studierte und so später als Lehrerin das Studium ihres  ein Jahr jüngeren Mannes finanzieren konnte. Die gemeinsame Tochter Susanne kam 1942 zur Welt, der 1944 geborene Sohn starb nach nur 7 Monaten. Zwei Jahre nachdem ihr Mann das Amt des Bundeskanzlers übernommen hatte, gründete die etwas untypische Politikerfrau die“ Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“ (1967) und konnte so ihre Leidenschaft zu Pflanzen und Naturschutz verwirklichen. Dabei verlor sie nie die Bodenhaftung, blieb stets realistisch und verlässlich- nicht nur ihrer Rolle als Kanzlergattin und Mutter gegenüber. Es folgten zahlreiche Buchveröffentlichungen über ihr Leben, ihre Zeit als Lehrerin und Botanik. 1999 wurde ihr eine Ehrenprofessur der Stadt Hamburg verliehen, 2000 zeichnete sie die Universität Hamburg mit den Ehrendoktorwürden aus. Zahlreiche Ehrenpreise und –mitgliedschaften zeugen von ihrem großen Engagement und der Anerkennung, die ihr während der Jahre entgegengebracht wurde.

Zum Geheimnis ihrer 68 Jahre währenden Ehe sagte Lori:“ Wir konnten immer gut miteinander reden und auch zanken.“ Es war ein in jeder Hinsicht erfülltes Leben, das nun zu Ende ging, wenn ihr auch ihr letzter Wunsch nach dem gemeinsamen 70 jährigen Hochzeitstag mit Ehemann Helmut Schmidt im Jahr 2012 verwehrt blieb.

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Sigmar Gabriel zum Tod von Loki Schmidt.



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