Wie kam es nur, dass ich als Nichtraucher irgendwann stolze Besitzerin mehrerer Raucher-Ausweise war? Was vorübergehend Gang und Gebe war, wurde inzwischen des bürokratischen Aufwands beraubt und durch das schlichte Hinweisschild „Raucherclub“ am jeweiligen Eingang ersetzt- zum Glück möchte man beinahe sagen.
Wo zuvor nur ein Raum als Raucherraum ausgewiesen wurde raucht inzwischen wieder der ganze Laden. Sogar in Restaurants darf man z.T. wegen mangelnder Abschirmung den blauen Dunst zum Dinner genießen. Die ganzen schwammigen Paragraphen, die wir unserer alten Landesregierung zu verdanken haben, hinterließen ein Wirrwarr von Ausnahmeregelungen und hilflose Ordnungsamt-Mitarbeiter. Doch es tut sich was im Landesministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. Ministerin Barbara Steffens (Grüne) will nun endlich reinen Tisch machen. Oder auch „Rauchern das Leben schwer machen um Nichtraucher besser zu schützen“, wie es einige Tageszeitungen gerne formulieren (hier werden Raucher zur Randgruppe gemacht, die sich zugunsten anderer in ihrer Lebensweise erheblich einschränken muss.
Doch wie weit müsste sich der Raucher tatsächlich einschränken, wenn die Ministerin mit ihren Gesetzentwurf Erfolg haben sollte?
Unser gegenwärtiges Nichtraucherschutz-Gesetz trat 2008 in Kraft. Es umfasst im wesentlichen Rauchverbot in öffentliche Einrichtungen, sprich Gesundheits-, Sozial-, Bildungs- und Sporteinrichtungen sowie Flughäfen und Restaurants. Generell darf laut Gesetz nur noch in abgetrennten Raucherräumen zur Zigarette gegriffen werden.
Doch bei Gaststätten gibt es auch Ausnahmeregelungen: Bei eine Größe von weniger als 75 Quadratmetern, wenn es weder zubereitete Speisen, noch einen abgetrennten Raum gibt, kann durch eine Kennzeichnung in Eingangsbereich aus der Gaststätte eine so genannte „Rauchergaststätte“ mit Zutritt für Personen über 18 Jahren gemacht werden. Und dann gibt es ja auch noch die Raucherclubs, die seit letztem Jahr wie die Pilze aus dem Boden sprießen. So wurde die ein oder andere Diskothek erst zum Nichtraucherclub, dann zum Club mit abgetrenntem Raucherbereich und wenige Monate später letztendlich zum Raucherclub. Eine positive Entwicklung sehe ich darin nicht.
Jetzt soll das neue Gesetz also Abhilfe schaffen und die löchrigen Regelungen ausbessern. Somit wären Bäckereien- und Eisdielen-Raucherclubs demnächst passé. Gegen Ende des Jahres soll der Gesetzentwurf stehen. Vorgesehen ist eine strengere Regelung besonders in Betrieben und eine eindeutige Formulierung im gastwirtschaftlichen Gewerbe. Dann müssen die Zigaretten-Liebhaber wohl einmal mehr nach draußen. Denn dass momentan Nichtraucher vor die Tür gehen müssen, um mal frische Luft schnappen zu können, ist sicherlich nicht Sinn der Gesetzgebung und auch nicht im Sinne der Allgemeinheit.
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir spammen nicht und geben Deine E-Mailadresse nicht an Dritte weiter. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Diskussionsregeln. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars erkennst du unsere Diskussionsregeln an.
[...] Raucher bitte draußen bleiben | Weblog der NRWSPD [...]
Ich denke ein ähnliches Modell wie in Bayern würde sich bewähren. Nach anfänglichen Aufschreien funktioniert es prima, dank Heizstrahlern muß auch bei winterlichen temperaturen kaum ein Raucher frieren. Insgesamt sehr faire Regelung, wie ich finde.
was denk die spd sich denn ? Nach h4 gerade mal einppar stimmen gewonnen und dann dies !
Kann man direkt NPD wählen – nicht aus überzeugung sondern damit es weh tut !!
Man sollte doch meinen das menschen des lesens mächtig sind ! Zumal wenn es sich um pictogramme handet !
Da frage ich mich doch warum ich als nichtraucher in einen raucherclub gehe ! Damit ich mich dann so herrlich aufregen kann über das rauchen in einem raucherclub ?
Solange es aussen dransteht was drinnen los ist finde ich diese reglung genau richtig !
Wie schnell sich die Zeiten ändern, inzwischen hat man sich an das Rauchverbot gewöhnt, doch gerade auf öffentlichen Veranstaltungen und in Clubs und Konzerten würden ein paar qualmende Zigaretten ganz gut tun den Geruch von einigen Mitmenschen zu überdecken! Das hat man früher nicht so mitbekommen
einige haben wohl immer noch nicht begriffen, dass es darum geht, Freiheit und Gesundheit einer Mehrheit – der Nichtraucher – im öffentlichen Leben zu gewährleisten.
In Bayern ist es längst kein Problem mehr, dass man überall vor der Tür raucht. Und deswegen stinkt es auch nicht nach Schweiß. Rücksichtslosigkeit spielt so oder so eine Rolle.
Nur konsequente Gesetze führen zu Akzeptanz und sind für alle gerecht und auch kontrollierbar.
Was hilft mir der Blödsinn von wegen “ich sehe ja an der Tür wenn es ein Raucherclub ist”, wenn es fast nur Raucherclubs gibt?? Es gibt keine Kneipe und keine Disko in NRW, wo nicht geraucht wird! Dies kann nur der Staat ändern – und es ist auch seine verdammte Pflicht, so wie er auch andere gesellschaftliche Bereiche regelt – wie den Straßenverkehr oder Lebensmittel-Kennzeichnung. Verlangt da jemand gekennzeichnete Straßen, auf denen man betrunken fahren darf?
Rauchen schadet Dritten immens. Das ist im öffentlichen Raum völlig inakzeptabel. Und eben weil wir es mit oft rücksichtslosen Süchtigen zu tun haben, aber auch mit Profitinteressen, kann man das ganze nur einheitlich und strikt regeln, wenn man einen Bewusstseinswandel herbeiführen will. Sonst erzeugt eine Ausnahme wegen der scheinbaren “Legitimation” oder des eingebildeten “Rechts, drinnen zu rauchen” immer weitere Ausnahmen.
Mir schlagen Menschen, die per Gesetz und Verbot Bewusstseinswandel bewirken wollen, auch auf den Magen, sprich auf die Gesundheit. Und Heizstrahler draußen statt Nichtraucher drinnen ist ein gar famoser Beitrag zum Schutz der Umwelt!
ty admin nice page..