Wir sind uns sicher, dass Hannelore Kraft als Siegerin aus dem TV-Duell hervorging. Aber was schreiben die Medien? Eine kleine unvollständige Übersicht.

Zeit Online:

Hat er all diese Zahlen wirklich im Kopf? Es geht jetzt gerade um Kitaplätze, und Norbert Röttgen feuert Millionensummen, Prozente und Quoten auf seine Kontrahentin Hannelore Kraft ab, dass einem schwindelig wird.

Spiegel Online:

Für Norbert Röttgen könnte sich das als größeres Manko erweisen. Der Christdemokrat ist ein eloquenter und intelligenter Mann, doch er präsentiert sich, als werde am 13. Mai derjenige gewählt, der die richtigste Antwort weiß. Immer wieder fällt er Kraft ins Wort. „Dooooch“, sagt er manchmal, während sie spricht. Oder: „Nein, nein, nein, nein.“ Das wirkt unhöflich und ist noch nicht einmal bissig.

BILD:

Röttgen meint: „Sparen tut nicht weh.“ Er wolle an die Verwaltung heran, 100 Positionen seien zusammengetragen. Kraft habe keinen Sparwillen. Wo er genau sparen will, bleibt aber letztlich diffus. Kraft kontert mit ihrem Ansatz der vorbeugenden Politik, bei der heute Ausgaben für bessere Schulabschlüsse z. B. getätigt und teure Reparatur-Maßnahmen in der Zukunft vermieden werden.

Rheinische Post:

Dann wieder Biestigkeit: Rot-Grün hatte seit 2010 laut Röttgen eine Chance, die nicht genutzt worden sei. Solide Finanzpolitik sei kein Hexenwerk: „Wenn man es will, schafft man es.“ Kraft betont, es gehe um eine Richtungsentscheidung. Kern ihrer Politik sei es, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe. Sie wendet sich indirekt gegen Leihstimmen an die Grünen und wirbt darum, am 13. Mai beide Stimmen für die SPD abzugeben.

Rheinische Post:

Wenn es nach zwei Experten für Körpersprache geht, dann hat das TV-Duell eine eindeutige Siegerin: Hannelore Kraft (SPD). Demnach wirkt die NRW-Ministerpräsidentin selbstsicher. CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen sende hingegen immer wieder schlechte Signale an die Zuschauer.


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Ein Kommentar

  1. Bernd Thummes, Duisburg 2. Mai 2012 · 16:13 Uhr

    Was hat der Herausforderer eigentlich konkret ausgesagt? Bei mir ist nichts hängengeblieben, außer Sparen. Sparen wollen und müssen wir alle. Norbert Röttgen sollte Sparen nicht mit Schuldentilgung verwechseln.
    Bei der Nachfrage, wo er denn Einsparen wollte, hat er sich auf Allgemeinplätze zurückgezogen, nichts Konkretes. Bei Einsparungen im Bereich „Beschaffung“ ist mir nur die Kostenexplosion beim Landesarchiv und das Desaster bei der Einführung des Digitalfunks bei den Sicherheitsdiensten des Landes eingefallen. Das hat die CDU-geführte Landesregierung verbockt.
    Norbert Röttgen wirkte auf mich sehr unglaubwürdig.
    Der finanzpolitische Dreiklang aus Sparen, Inverstieren und Einnahmen erhöhen ist für mich der richtige Weg zur Haushaltskonsolidierung. Das hätte Hannelore Kraft stärker deutlich machen sollen.

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