14 Uhr ist durch – jetzt kann‘s endlich losgehen! Die Reihen sind rappelvoll, die Stimmung knistert, das Licht geht aus – und „You’ll never walk alone“ ertönt: Hannelore Kraft kommt unter Standing Ovations in die Halle – zusammen mit SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, der stellvertretenden Parteivorsitzenden Manuela Schwesig und den vier Ministerpräsidenten Kurt Beck, Jens Böhrnsen, Erwin Sellering und Klaus Wowereit.
Der Einmarsch der Giganten. Der Wahlkampfauftakt ist jetzt auch offiziell eröffnet. Rund 2500 Besucher sind heute übrigens mit dabei und geben Hannelore Kraft und der NRWSPD Rückenwind für die heiße Wahlkampfphase. Und wie sie das machen! Die Stimmung gleicht einem Rockkonzert!
foto by: ovid3001
Monatelang hatten Eltern, ErzieherInnen und Kommunen vor knapp zwei Jahren gegen das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der Landesregierung aus CDU und FDP protestiert. Die Eltern vor allem für bessere Bildung ihrer Kinder, die ErzieherInnen für sicher finanzierte und gut ausgestattete Einrichtungen und die Kommunen für den Schutz ihrer klammen Kassen.
Und sie haben gewarnt. Berechtigterweise. Gewarnt vor einem Murks-Gesetz, dass nicht zu mehr Bildung und besserer Betreuung führt – sondern zu ansteigenden Kosten und schlechterer Betreuung und Förderung.
Genützt hatte es nichts: Das Gesetz wurde gegen den Willen der Eltern durchgedrückt – und damit entgegen aller Vorahnungen derer, die ein Schreckensszenario für die frühkindliche Bildung prophezeiten.
Ein Jahr lang wollte die Landesregierung aus CDU und FDP alle Neuntklässler in NRW kostenlos mit Zeitungen versorgen. Vor allem sollte den Schülern demokratische Meinungsbildung nahegebracht werden. „In den kommenden Wochen“ sollte die Aktion starten, so der Tenor damals.
Das war vor neun Monaten.
Ich muss zugeben, liebe Düsseldorfer, an meinem ersten SPD-Mitarbeiter-Tag in eurer Stadt musste ich mich etwas an die Eigenheiten einer solchen Metropole gewöhnen. Laut, unübersichtlich, groß, so war das erste Zwischenfazit meinerseits. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings anführen, dass ich als Wittener diese Dimensionen auch nicht gewohnt bin. Ob das wohl was werden würde mit uns beiden – Düsseldorf und mir?
Nach dem heutigen Tag glaube ich wieder fest an eine gemeinsame Liebe!