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„Alarmstufe Rot: unsere Kinder sind bedroht!“, „Keine Kürzungen bei den Kurzen“ oder „KiBiz ist Müll“ sind nur einige der Aufschriften auf den zahlreichen Transparenten, die am Samstag vor dem Landtag zu sehen waren. Kreativ und einfallsreich zeigten über 15 000 Eltern, Kinder und Erzieher ihren Unmut über die Landesregierung und deren Gesetzesvorhaben. In Anspielung auf Familienminister Armin Laschet (CDU) riefen sie lautstark: „Laschet sein“ (Lasst es sein) oder „KiBiz ist Mumpitz, Herr Minister, treten sie zurück – und das sofort.“ Die am meisten Betroffenen –die Kinder selber- unterstützen ihre Eltern und Kindergärtnerinnen mit Rasseln und Trillerpfeifen.

Link: Demonstration gegen das KiBiz


„Wir wollen den freien Zugang zu Informationen, zu Bildung und Wissen. Eine gerechte Gesellschaft muss Chancengleichheit verwirklichen. Jede Form der Ausgrenzung durch mangelnde Bildungschancen müssen wir überwinden.“ Dieses ist ein kurzer Ausschnitt aus dem Grundsatzprogramm einer der im Bundestag vertretenden Parteien. Doch welcher? Der SPD? Der Grünen? Oder vielleicht doch eher der CDU/ CSU oder der Linken? Zugegeben, gar nicht so einfach.
Dieses ist nur eine von 25 Fragen des „Financial Times“-Wissensquizes mit dem Thema „Kennen Sie unsere Parteien?“. Da den Parteien häufig vorgeworfen wird, dass sie sich kaum voneinander unterscheiden, entschloss sich die Financial Times Deutschland zu diesem Wissensquiz, in dem mit Hilfe von 25 Aussagen aus Programmen und Grundsätzen das Wissen über das Profil der Parteien abgefragt wird. Wetten, dass selbst der fachkundigste Politikwissenschaftler oder Politiker nicht alle Passagen der richtigen Partei zuordnen kann?

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Die Beerdigung des Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) und dem damit verbundenen massiven Abbau der Mitbestimmung fand nicht in aller Stille statt. Direkt vor dem Düsseldorfer Landtag, in dem nahezu zeitgleich über das Gesetz abgestimmt wurde, beerdigten der Deutsche Gewerkschaftsbund (dgb) und der Deutsche Beamtenbund (ddb) symbolisch die Mitbestimmung in Nordrhein-Westfalen. Ein Trauerkranz, ein Sarg und einige Trauergäste verdeutlichten die Missstimmung der Gewerkschaften, der SPD und des Bündnis 90/ Die Grünen.

Link: Beerdigung des LPVG


Man stelle sich einmal vor: während der Lektüre der lokalen Nachrichten bekomme ich individuell auf mich zugeschnittene Berichterstattungen, es braucht kein langwieriges Selektieren der für mich persönlich weniger relevanten Informationen mehr, sondern in erster Linie erhalte ich alles für mich persönlich Wissenswertes. Zukunftsvisionen? Nicht mehr lange, denn nach den Plänen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung soll es ab Oktober eine aufsehenerregende Internetseite geben – wie die ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet -, die ihren Schwerpunkt den lokalen Nachrichten widmet. Soweit nichts neues. Das Neue an der geplanten Seite der WAZ ist, dass sie ein persönlicher Stadtplan werden soll, der voller Nachrichten und Bilder ist. Ein Online-Leser kann künftig seine Adresse angeben, wenn er die WAZ dann im Netz besucht, wird er einen Stadtplan sehen, in dessen Mitte seine Wohnung liegt. Darum herum blinken kleine Nachrichten, die von etwas handeln, das sich in unmittelbarer Nähe ereignet hat. Diese Anordnung kann Standards setzen, denn sie überträgt das Prinzip der Lokalzeitung in eine andere Form. Eine Form, die zum Internet passt und absolut neu ist.

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So sieht die heutige Internetpräsenz der WAZ aus…


Politik, nur etwas für Erwachsene? Weit gefehlt, spätestens mit dem Eintritt in die Schule kommen Kinder zum ersten Mal mit Politik in Berührung. Oft ganz beiläufig machen die Grundschüler erste Erfahrungen mit Politik, zum Beispiel durch die Klassensprecherwahl, die Berichterstattung während der Bundestagswahl in den Medien oder dem Straßenwahlkampf in der Wahlzeit, in der besonders Kinder häufig mit Luftballons oder Süßigkeiten beschenkt werden. Warum also keine Politik-Internetseite einrichten, die sich speziell an jüngere Mädchen und Jungen wendet?
KuppelKucker.de ist ein Angebot des deutschen Bundestages für Kinder zwischen acht und 14 Jahren. Mit vielen Informationen, aber auch interaktiven Mitmachmöglichkeiten sollen die jüngsten Bundesbürger für das Themenfeld Politik begeistert und spielerisch erstes Wissen über demokratische Prinzipien vermittelt werden.

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„Gute Arbeit heißt für mich: Ein Lohn, von dem man leben kann.“ Für jeden Menschen ist gute Arbeit sicherlich etwas anderes, beispielsweise, dass Erfahrung respektiert wird, eine Absicherung trotz flexibler Arbeit gewährleistet wird, eine Ausbildung mit Perspektiven oder Betreuung auch für die Kleinsten. An alle, die sich gute Arbeit wünschen, richtet sich die neueingerichtete Homepage www.gutearbeit.spd.de, die der sozialdemokratische Generalsekretär Hubertus Heil am 13.September vorstellte.

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Oftmals ist es für den Wähler kurz vor einer Wahl nicht einfach, eventuelle Widersprüche in den Reden eines Politikers zu entdecken oder ihm genaue Positionen zuzuordnen. Viele stellen sich die Fragen: Hat der Politiker nicht vor einiger Zeit noch das genaue Gegenteil behauptet? Steht seine damalige Aussage nicht im Kontrast zu den jetzigen Reden? Und welche Position nimmt der politische Kontrahent ein?
Australische Bürger haben in der nahen Zukunft keine Probleme solcher Art mehr: Die Internetsuchtmaschine google will ihnen mit einer neuen Website (www.google.com.au/election2007) die Entscheidungen bei den anstehenden Parlamentswahlen erleichtern.

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Arnold Schwarzenegger hat es vorgemacht, es war nur eine Frage der Zeit, bis er Nachahmer finden wird: Fred Dalton Thompson, Schauspieler und Politiker in den Reihen der Republikaner, tritt nun ganz offiziell bei den Vorwahlen der Partei für das Amt des US-Präsidenten an. Bekannt ist er unter anderem aus der US-amerikanischen Erfolgsserie „Law and order“, in der er den republikanischen Bezirksstaatsanwalt Arthur Branch darstellt, aber auch in Filmen wie „Stirb langsam 2“ oder „No way out – Es gibt kein zurück“ wirkte er mit.

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Klar, ich unterstütze die Forderungen nach einer integrativen Gemeinschaftsschule, das Recht auf Betreuung ab dem ersten Lebensjahr und natürlich auch ein gebührenfreies Erststudium. Soweit zur Bildungspolitik, doch wie sieht es mit den Themen Afghanistan-Einsatz, Umwelt- oder Sozialpolitik aus? Wie stehe ich zu Bundestrojanern, Online-Durchsuchung oder der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt? Wird wohl mal wieder Zeit, die Expertenrunde einzuberufen. Ich runzele die Stirn und schaue gleichzeitig in meinen überfüllten Terminkalender, während das Handy sich lautstark bemerkbar macht. Heute ist definitiv keine Zeit mehr für ein Gespräch mit den Sachverständigen, denn heute steht noch eine Pressekonferenz zum Thema Bildung sowie der „Unterausschuss Religion“ auf dem Tagesprogramm. Vielleicht morgen? Nein, da geht es auch nicht, der Terminkalender ist total überfüllt.

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Eigentlich ist die freie Enzyklopädie Wikipedia ja eine gute Sache. Lücken im eigenen Wissen sind schnell – und in den meisten Fällen umfangreich – geschlossen und vorhandenes Wissen kann binnen Sekunden erweitert werden (aber liebe Studenten, wie ihr wisst: Wikipedia ist „nicht zitierfähig“). Dabei geht der normale, wissensdurstige (vielleicht auch ein wenig naive) Benutzer davon aus, dass die zahlreichen deutschsprachigen Artikel des Online-Lexikons neutral und ohne bewusste Beeinflussung der Leser verfasst sind. Doch mitnichten.

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Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.