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Dass die Wahlbeteiligung ausgerechnet in der „Vorzeigedemokratie“ USA nicht gerade für Begeisterungsstürme bei Politikern und Wahlforschern sorgt ist hinlänglich bekannt. Damit sich dies ändert und vor allem jüngere Wähler den Weg an die Urnen einschlagen, gibt es „Rock the Vote„.

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Rock the Vote hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Amerikaner über das aktuelle politische Geschehen, vor allem aber über anstehende Wahlen und das amerikanische Wahlsystem zu informieren. Mit Hilfe von Stars aus Musik, Kino, Sport und TV sollen jungen Menschen dazu animiert werden, sich stärker mit politischen Themen zu beschäftigen uns selbst aktiv zu werden.


Schon zum siebten Mal hat „PoliticsOnline„, eine Organisation, die Neuigkeiten, Strategien und Tools zur politischen Einflußnahme durch das Internet vorstellt, seine Nutzer darüber abstimmen lassen, welches die 10 politisch relevantesten Internetseiten sind.

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Gewählt wurde dabei aus Webseiten von Einzelpersonen, Organisationen und Gesellschaften, deren Internetpräsenz sich mit politisch relevanten Themen auseinandersetzen und versuchen, mit Hilfe ihrer Leser politischen Einfluss auszuüben. Zu den Siegern gehören unter anderem:

Rightsatwork.com.au, die Seite des „Australian Council of Trade Unions“. Dies ist eine Seite, die australische Arbeiterfamilien representiert und diesen per E-Mail-Kampagnen und Online-Informationen hilft, sich gegen die radikale Arbeitsmarktpolitik der konservativen Regierung zur Wehr zu setzen. Zurzeit haben bereits 85.000 Australier eine Petition unterzeichnet, der E-Mail-Verteiler fasst 170.000 Menschen.

ronpaul2008.com ist die Webseite des US-Konkressmitgliedes und möglichen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul. Paul ist der einzige republikanische Kandidatenanwärter, der sich offen gegen den Irakkrieg ausgesprochen hat und für eine Abschaffung der Todesstrafe plädiert.

pambazuka.org. Hier stellt sich „Pambazuka“, das Forum für soziale Gerechtigkeit in Afrika vor. Es bietet einen wöchentlichen ÜBerblick über das politische geschehen in Afrika und berichtet schwerpunktmäßig über Menschenrechte, Flüchtlingsschicksale und afrikanische Kultur. es wird mittlerweise von rund 500.000 Nutzern gelesen.

cafebabel.com ist ein Netzwerk aus Lokalredaktionen in ganz Europa, das junge Menschen mit einem gemeinsamen Ziel zusammenbringt: Dem Aufbau einer transeuropäischen Öffentlichkeit, durch die Veröffentlichung der Europazeitung cafebabel.com.

johnedwards.com, die Homepage von John Edwards, Senators von North Carolina. Seine Kampagne trägt den Namen „Tomorrow begins today“. Edwards setzt auf einen Ausbau der Krankenversicherung für alle Amerikaner, den „Wiederaufbau der Amerikanischen Mittelschicht“ sowie dem Kampf gegen die Armut. Des weiteren will er sich für die Anerkennung von harter Arbeit und nicht nur von Wohlstand in der Gesellschaft einsetzen. Er gilt neben Hillary Clinton und Barack Obama als dritter Spitzenkandidat der demokratischen Partei.

Alle 10 Gewinner findet Ihr auf PoliticsOnline


Da weiß man wenigstens, was mit seinen Steuergeldern passiert: Die seit Juni 2006 wöchentlich produzierten Video-Podcasts von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich die Regierung bisher mehr als 550.000 Euro kosten lassen. Dies liest man jedenfalls bei „golem.de

CC Foto: xdjio
Laut Focus kam es bereits zum Start des Podcast Anfang Juni 2006 zu öffentlicher Kritik aufgrund der hohen Produktionskosten von 6500 Euro pro Video. Produzent war damals der Merkel-Biograf Wolfgang Stock. Wie diese nicht gerade geringen Kosten zustande kommen, bleibt jedoch Geheimnis des Bundeskanzleramtes.


Während die NRWSPD fleißig für ihre Bildungspolitik wirbt, schreibt die aktuelle OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ dem deutschen Bildungssystem erneut ein schlechtes Zeugnis aus.
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2 Foto: aj82
In vielen Bereichen, besonders in der Ausbildung im tertiären Bereich, (höhere Fach- und Berufsausbildung, höhere Fachschule, Fachhochschule, Universität, Hochschule) fällt Deutschland weiter hinter dem OECD-Durchschnitt zurück. In manchen Berufssparten drohen aufgrund eines Akademikermangels Nachwuchsprobleme. Kritisiert wird auch die frühe Selektion im deutschen Schulsystem, die das Leistungspotenzial vieler junger Menschen ungenutzt lässt.


Die Idee der WAZ, in diesem Monat einen Nachrichtenstadtplan einzurichten, ist nicht ganz so neu, wie man auf den ersten Blick vermutet. Schon seit dem Frühjahr 2006 bietet die Webseite der Tagesschau etwas ganz ähnliches an: Einen Nachrichten-Weltatlas der die Meldungen, die in der Tagesschau veröffentlich wurden, der jeweiligen Region zuordnet.

Nachrichten Weltatlas

Der Nachrichten-Weltatlas ist recht einfach zu bedienen. Zunächst erhält man eine komplette Weltkarte, auf der Nachrichtensymbole zu erkennen sind. Bewegt man den Cursor über eines dieser Symbole, erscheint ein Fenster mit der entsprechenden Nachricht. Angezeigt werden wahlweise Meldungen aus den letzten 12 oder 24 Stunden, der letzten Woche oder des letzten Monats. Durch Anklicken der einzelnen Erdteile oder Auswahl aus der Menüleiste werden die gewünschten Kontinente herangezoomt, als nächstes folgen die einzelnen Staaten. Für Deutschland stehen hier sogar die einzelnen Bundesländer zur Verfügung.


Blog- und Websitebetreiber aus aller Welt haben den 4. Oktober 2007 zum Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Burma erklärt. Es soll ein Zeichen für den Frieden gesetzt werden, die Menschen, die sich ohne Waffen einem Militärregime entgegenstellen, sollen weltweite Solidarität spüren. Die Blogger haben vor, heute ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text „Free Burma!“ Verschiedenen Banner dazu sind auf „free-burma.org“ erhältlich. Dort gibt es natürlich auch weitere Informationen und Möglichkeiten der Partizipation, u.a. eine digitale Unterschriftenliste.
free burma

Ausgangspunkt der Entwicklung in Burma war eine im August von der Militärregierung unangekündigt verfügte Verfünffachung des Benzinpreises welche die Bevölkerung über Nacht vor große wirtschaftliche Probleme stellte. Die Mönche des überwiegend buddhistisch geprägten Landes erklärten ihre Solidarität mit der immer stärker leidenden Bevölkerung, von der sie ernährt werden, und um deren Wohl sie sich im Gegenzug neben spirituellen Dienstleistungen durch ihre Sozialeinrichtungen kümmern.


Der Fettnäpfchenparcours, durch den Jürgen Rüttgers dieser Tage zielsicher hindurchstolpert, nimmt kein Ende. Seit letzter Woche macht eine Geschichte um einen seiner Redenschreiber, der offenbar nicht viel von Parteidisziplin hält, die Runde durch die Medien.

Redenschreiber
Der Stein des Anstoßes: Der Artikel in der bw-Woche. „Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat es in den vergangenen zwei Jahren nicht geschafft, als Partner auf Augenhöhe in Berlin wahrgenommen, geschweige denn ernst genommen zu werden. Im Gegenteil,“ heisst es dort.

Die Staatskanzlei Düsseldorf hatte Claudius Rosenthal, Mitarbeiter und Redenschreiber von Jürgen Rüttgers, erlaubt, in seiner Freizeit für eine Stuttgarter Zeitung zu schreiben. Unter dem Pseudonym Reinhard T. Kneitling hat sich Rosenthal dann mehrfach über Günther Oettinger, Rüttgers CDU-Amtskollege aus Baden-Württemberg, ausgelassen. Der WDR berichtet: „Rosenthal alias Reinhard T. Kneitling ätzte laut in der ‚bwWoche‘ über die fehlende bundespolitische Bedeutung von Oettinger. Der sei ’schlecht beraten, schlecht informiert und schlecht vernetzt‘.


Jürgen Rüttgers fragwürdiger Auftritt vor dem NRW-Kinderforum, bei dem er sich vom Sohn eines Mitarbeiters des Schulministeriums zuvor abgesprochene Fragen hat stellen lassen, zieht weitere Kreise in den Medien.

Besonders harsche Kritik erntet die CDU in NRW dabei von der Welt am Sonntag, in der es heißt: „Es ist ein ganz normaler Vorgang: Ein Regierungschef erweckt den Anschein, er stelle sich spontan den Fragen des Volkes, ja sogar den Fragen kleiner Kinder, die doch als besonders unberechenbar gelten. Tatsächlich aber wurden die Kinder vorher ausgesucht, ihre Eltern arbeiten im Regierungsapparat, und die Fragen wurden diktiert. Es ist also ein ganz normaler Vorgang – zumindest für jede Diktatur. Dummerweise spielte sich Ähnliches aber in NRW ab (…)“.

Die Rheinische Post schreibt: „Der neunjährige Junge soll bei einem Termin mit Vertretern verschiedener Ministerien auf das Frage-Antwort-Spiel mit Rüttgers vorbereitet worden sein. Der Sprecher der Landesregierung war für eine Stellungnahme dazu nicht erreichbar“.
Die Leserbriefe in der RP sprechen eine noch deutlichere Sprache: Von „Peinlich“ bis zu „Willkommen in der DDR“ reichen die dortigen Überschriften.

In der Bild-Zeitung wirft Andrej Priboschek, Pressesprecher von Schulministerin Barbara Sommer und Vater des „Kindermoderators“, der SPD vor: „Mein Sohn wird mit vollem Namen und Foto auf deren Homepage verunglimpft.“
Dazu ein paar Anmerkungen:
1. Nein, auf unsrer Internetseite haben wir nicht darüber berichtet. In unserem Weblog schon. (So viel feine Unterscheidung muss sein.)

2. Richtig ist, dass wir in unserem Beitrag im Weblog über den Vorgang berichtet haben und auch den Namen des Kindermoderators mit veröffentlicht hatten (wie auch die Welt am Sonntag und der WDR). Dies haben wir in der Zwischenzeit geändert. Wir nehmen damit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des „Kindermoderators“.


Heute erscheint zum letzten Mal die nordrhein-westfälische Ausgabe der Zeitung „Welt-Kompakt

Wie der WDR berichtet, wird der Axel-Springer-Verlag ab Montag auch in NRW nur noch die einheitliche Bundesausgabe herausgeben. Damit ist die Welt-Kompakt nach der Süddeutschen Zeitung und der TAZ nun die dritte überregionale Zeitung, die ihre NRW-Ausgabe einstellt. Einzig die Welt am Sonntag wird weiterhin in einer Sonderausgabe für Nordrhein-Westfalen erscheinen.


Da wollte unser Ministerpräsident sich einmal ganz volksnah und kinderlieb präsentieren und liefert stattdessen einmal mehr eine Lach- und Sachgeschichte. Unter dem Motto „Rückenwind für jedes Kind“ lud Kinder- und Jugendminister Armin Laschet am Dienstag, 11. September rund 500 Kinder und Jugendliche zum Kinderforum mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und den Ministerinnen und Ministern des Landeskabinetts ein.


In einer Fragerunde sollte sich Jürgen Rüttgers persönlich den Fragen der anwesenden Kinder stellen. In der Ankündigung heißt es: „Dort können Mädchen und Jungen aus allen drei Altersstufen ihre Wünsche, Fragen und Anliegen direkt dem Ministerpräsidenten und den beiden für Kinder und Jugendliche zuständigen Ministern vortragen und mit ihnen besprechen.“ Doch die Fragen kamen nur von einem Kind: dem als „Kindermoderator“ (Link gelöscht) vorgestellten 9jährigen L (gelöscht). Wer hier noch keinen Verdacht schöpfte, (gelöscht) der sollte spätestens während des Interviews hellhörig werden:
„Wenn NRW eine Mannschaft wäre, dann wäre der Ministerpräsident ja der Kapitän. Ist er denn auch für uns Kinder da?“ , lautete eine der Fragen, die der (gelöscht) Kindermoderator zu Tage förderte. Spätestens hier sollte wohl jedem klar gewesen sein, dass ein Kind von neun Jahren, gesetzt den Fall es interessiert sich überhaupt für Politik, nicht zu solchen Formulierungen greifen würde.

Dies dachten sich auch die Mitarbeiter des WDR und berichten im WDR2-Radio Folgendes: Der „Kindermoderator“ ist der Sohn des Pressesprechers der CDU-Schulministerin. Den ahnungslosen Gästen der Veranstaltung wurde diese Information natürlich vorenthalten.


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.