Achtung, die Handwerker kommen! Um Punkt halb eins mittags war es soweit: Wo andere den nächsten Sponsoring-Plan aushecken oder in ihrer Mittagspause ihre politischen Süppchen auslöffeln, wird bei der SPD in die Hände gespuckt. Vier kräftigte Männer standen schon vor dem Parteihaus in Düsseldorf bereit, die Klamotten schmutzig, die Ärmel hochgekrempelt. So muss das sein.
Und wo vier kräftige Männer sind, ist auch die Arbeit meist nicht weit. Mit etwas Abstand und einigen Durchatmern kann ich euch bereits an dieser Stelle sagen: Ich hätte nicht gedacht, dass Parteiarbeit so anstrengend sein kann. Doch kein Schweißtropfen ist zu viel für die SPD…

foto by: weisserstier
Gute Nachrichten für alle Freunde der demokratischen Kultur: Die CDU ist endgültig in der heißen Wahlkampfphase angekommen!
Zwar bleibt die Union weiterhin ihrem Motto treu (wer braucht auch schon Inhalte, wenn man Merkel hat?) aber zumindest wird jetzt eine aggressivere Strategie bei den Wahlplakaten gesucht - wie die von der Außenwelt abgeschnittenen Einwohnerinnen und Einwohner von Pfalzdorf bestätigen können.
Nun hat die Junge Union Bergisch Gladbach anscheinend von der gelungenen CDU Wahlplakat-Aktion erfahren und sich ebenfalls eine kreative Aktion einfallen lassen. In Ermangelung eines zerstörbaren Telefonkabels wurde dabei von JU Chef Diego Faßnacht zu einer direkteren Art des negativen Wahlkampfes gegriffen: Er wurde von einem Zeugen beobachtet, wie er am vergangenen Sonntag ein Wahlplakat der SPD von einem Dreiecks-Ständer im Bereich der Feuerwache Nord (Ecke Am Stadion / Paffrather Straße) abriss.
Wieviele Plakate Faßnacht noch zerstört hat, ist unklar. Es scheint aber neben ihm noch weitere Freunde der politischen Zerstörung im Raum Bergisch Gladbach zu geben. „In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden zahlreiche SPD-Plakate in Gladbach, Schildgen, Paffrath und Hand von den Ständern gerissen. Die müssen alle neu beklebt werden”, so der SPD Bundestagsabgeordnete Lasse Pütz.
Moderne Wahlkämpfe kommen (spätestens seit dem Hype um Barrack Obamas Wahlkampf) nicht mehr ohne das Web 2.0 aus. Vorbei sind die Zeiten, in denen noch mit einer Polaroidkamera auf der Straße mit einem gemeinsamen Bild um die Stimme gebuhlt wurde (außer im Saarland und dort nur noch aus nostalgischen Gründen), vorbei die Zeiten, wo vor allem auf Hausbesuche und Stände in Fußgängerzonen gesetzt wurde!
Es lebe das Internet mit Emails, Foren, Blogs, flickr & twitter, podcasts & Piraten… aber es regt sich Widerstand, allen voran die CDU.
Die Christdemokraten machten anscheinend ihren konservativen Idealen alle Ehre, indem sie eine ganze Ortschaft von Telefon und Internet befreiten – mit einem einfachen Wahlplakat. Durch Aufstellen des Plakates wurde eine Hauptleitung gekappt, was viel effizienter ist, als sich mit den neuen Kommunikationsformen intensiv zu beschäftigen.
Nachdem die CDU ein großes Wahlplakat aufgestellt hatte, kann nun im Idyllischen Pfalzdorf wieder auf herrlich altmodische Art und Weise um die Gunst der Wählerinnen und Wähler gebuhlt werden. Und weil die Telekom das Plakat nicht einfach so entfernen darf, dürfen die Anwohnerinnen und Anwohner diese Insel der nostalgischen Ruhe schon seit fast zwei Wochen genießen, da die Gesetzeslage in diesem Fall sehr verzwickt sei.
Da helfen auch die vielen Beschwerden und die gefühlte Ohnmacht der Betroffen nichts, leider. Weder bei der CDU noch bei der Telekom scheint der Bürgerprotest wirklich anzukommen – ein Schelm, wer böses dabei denkt.

An den Universitäten in NRW hat dass Wintersemester begonnen. Mit dem Start ins neue Semester fallen für viele Studenten erstmals Studiengebühren an. Durch den Beschluss der Landesregierung vom 16.03.06 erhielten die Universitäten und Hochschulen in NRW die Möglichkeit, selbständig Gebühren zu erheben. Wie ein aktueller Lagebericht zeigt, haben 28 der 33 staatlichen Hochschulen in NRW bereits Gebrauch von der Möglichkeit zur Erhebung von Studiengebühren gemacht. Erste Auswirkungen der Studiengebühren sind schon jetzt erkennbar. Die Zahl der Studienanfänger an allen Hochschulen des Landes ging deutlich zurück.
Hier mal ein Eintrag in eigener Sache. Da schon die ersten Beschwerden kommen, dass hier mal eine Woche nichts passiert ist, das lag an mir (und an einem kleinen Spamproblem). Ich habe nämlich in der letzten Woche meine Magisterarbeit fertiggeschrieben und da war leider keine Zeit zum Bloggen. Und da hier der große Urlaub ausgebrochen ist, war hier mal eine Woche lang nichts passiert. das ändert sich jetzt, ab jetzt wird hier wieder gesucht, überwacht, geordnet, markiert, verzeichnet, ausgebaut, verschickt und weitergeleitet werden. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem, was ich so ausgrabe.
Thorsten

Gastronomie Eisenbarth: Mein Wahllokal im Biergarten
Heute ist er also endlich da. Der Tag, auf den wir alle jetzt monatelang hingearbeitet haben. Die Wahllokale sind auf und auch ein Praktikant a.D. muss natürlich wählen. So bin ich dann heute in mein Wahllokal, das Restaurant Eisenbarth, in Lütgendortmund gegangen, um, und damit verrate ich hier meine Wahlentscheidung, den guten Marco Bülow zu einem Direktmandat zu verhelfen. Der kandidiert hier nämlich im Wahlkreis Dortmund I für den Bundestag. Vor drei Jahren musste ich noch in einer Schlange fünfzehn Minuten warten, heute war ich sofort der erst, der dran war.