Archiv: Thema "Der_Praktikant"

Achtung, die Handwerker kommen! Um Punkt halb eins mittags war es soweit: Wo andere den nächsten Sponsoring-Plan aushecken oder in ihrer Mittagspause ihre politischen Süppchen auslöffeln, wird bei der SPD in die Hände gespuckt. Vier kräftigte Männer standen schon vor dem Parteihaus in Düsseldorf bereit, die Klamotten schmutzig, die Ärmel hochgekrempelt. So muss das sein.

Und wo vier kräftige Männer sind, ist auch die Arbeit meist nicht weit. Mit etwas Abstand und einigen Durchatmern kann ich euch bereits an dieser Stelle sagen: Ich hätte nicht gedacht, dass Parteiarbeit so anstrengend sein kann. Doch kein Schweißtropfen ist zu viel für die SPD…


Es ist Montag, der 21. September. Nach einem anstrengenden Wochenende finde ich meistens eher schlecht in die Arbeitswoche hinein, deswegen sind Wahlkampfveranstaltungen immer eine besonders schöne Abwechslung. Heute sind wir unterwegs in Bochum. Ich habe jetzt schon einige Veranstaltungen begleitet, habe sowohl Hannelore Kraft als auch Frank-Walter Steinmeier mehrmals gehört aber dennoch ist jede Veranstaltung für mich immer etwas ganz Besonderes.

Erstens bekomme ich so viele Orte und Ecken von NRW zu sehen, die ich als Niedersachse wohl nicht gesehen hätte. Zweitens ist jede Veranstaltung anders. Manche hatten eher den Charakter eines Familienfestes (wie am 6. September in Herne), manche waren eher außerhalb (wie Duisburg) und manche spielten sich mitten in der Innenstadt ab – so wie heute in Bochum. Deswegen ist natürlich das Kribbeln im Bauch und die Gedanken, die ich mir jedes Mal mache (wie viele Leute kommen, wie wird das Wetter, wie gut kommen die Reden bei den Menschen an?), nicht geringer, im Gegenteil.

Der Platz heute ist randvoll, das Wetter ist super und die Stimmung wirklich sehr gespannt und erwartungsvoll.


foto by: weisserstier

Gute Nachrichten für alle Freunde der demokratischen Kultur: Die CDU ist endgültig in der heißen Wahlkampfphase angekommen!

Zwar bleibt die Union weiterhin ihrem Motto treu (wer braucht auch schon Inhalte, wenn man Merkel hat?) aber zumindest wird jetzt eine aggressivere Strategie bei den Wahlplakaten gesucht – wie die von der Außenwelt abgeschnittenen Einwohnerinnen und Einwohner von Pfalzdorf bestätigen können.

Nun hat die Junge Union Bergisch Gladbach anscheinend von der gelungenen CDU Wahlplakat-Aktion erfahren und sich ebenfalls eine kreative Aktion einfallen lassen. In Ermangelung eines zerstörbaren Telefonkabels wurde dabei von JU Chef Diego Faßnacht zu einer direkteren Art des negativen Wahlkampfes gegriffen: Er wurde von einem Zeugen beobachtet, wie er am vergangenen Sonntag ein Wahlplakat der SPD von einem Dreiecks-Ständer im Bereich der Feuerwache Nord (Ecke Am Stadion / Paffrather Straße) abriss.

Wieviele Plakate Faßnacht noch zerstört hat, ist unklar. Es scheint aber neben ihm noch weitere Freunde der politischen Zerstörung im Raum Bergisch Gladbach zu geben. „In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden zahlreiche SPD-Plakate in Gladbach, Schildgen, Paffrath und Hand von den Ständern gerissen. Die müssen alle neu beklebt werden“, so der SPD Bundestagsabgeordnete Lasse Pütz.


Wie wahrscheinlich jedermensch mitbekommen hat, befinden wir uns kurz vor einer Bundestagswahl. Da ist es nicht nur ein guter Brauch sondern vor allem höchste Zeit, dass sich alle Parteien in den Endspurt begeben und dies wird traditionell mit einem offiziellen Wahlkampfauftakt zelebriert. Für die junge Union NRW war dieser Moment am vergangenen Freitag, den 11. September 2009, im Innovationszentrum in der wunderschönen Ruhrmetropole Gladbeck.

Das Innovationszentrum ist wunderschön gelegen am Stadtrand zwischen gleich zwei Kuhweiden und dem gegenüberliegendem Recyclingzentrum. Symbolischer können Ort und Zeit kaum gewählt sein, zumal das Bild durch den nicht vorhandenen Andrang vervollständigt wird.

Trotz des üblichen Freitagabendstaus, der sich auf allen Autobahnen gleichzeitig zu formieren scheint, schaffe ich es halbwegs pünktlich um 18:30 zur Veranstaltung, immerhin muss dem Landesvater der gebührende Respekt gezollt werden.

Begrüßt wurde ich von einer ganzen Gruppe junger Menschen, die (in Ermangelung von irgendwelchen anderen Hinweisschildern) freudig die ankommenden Autos mit schwarz-weißen Plakaten begrüßen. Wer jetzt vermutet, dass es die Delegation der JU NRW ist, muss leider enttäuscht werde. Es handelt sich um die örtliche JUSO Gruppe, die mit den Plakaten „ERST INDER, DANN RUMÄNEN UND CHINESEN – WER KOMMT ALS NÄCHSTES DRAN?“ zu Recht auf eine Antwort hofft.


Moderne Wahlkämpfe kommen (spätestens seit dem Hype um Barrack Obamas Wahlkampf) nicht mehr ohne das Web 2.0 aus. Vorbei sind die Zeiten, in denen noch mit einer Polaroidkamera auf der Straße mit einem gemeinsamen Bild um die Stimme gebuhlt wurde (außer im Saarland und dort nur noch aus nostalgischen Gründen), vorbei die Zeiten, wo vor allem auf Hausbesuche und Stände in Fußgängerzonen gesetzt wurde!

Es lebe das Internet mit Emails, Foren, Blogs, flickr & twitter, podcasts & Piraten… aber es regt sich Widerstand, allen voran die CDU.

Die Christdemokraten machten anscheinend ihren konservativen Idealen alle Ehre, indem sie eine ganze Ortschaft von Telefon und Internet befreiten – mit einem einfachen Wahlplakat. Durch Aufstellen des Plakates wurde eine Hauptleitung gekappt, was viel effizienter ist, als sich mit den neuen Kommunikationsformen intensiv zu beschäftigen.

Nachdem die CDU ein großes Wahlplakat aufgestellt hatte, kann nun im Idyllischen Pfalzdorf wieder auf herrlich altmodische Art und Weise um die Gunst der Wählerinnen und Wähler gebuhlt werden. Und weil die Telekom das Plakat nicht einfach so entfernen darf, dürfen die Anwohnerinnen und Anwohner diese Insel der nostalgischen Ruhe schon seit fast zwei Wochen genießen, da die Gesetzeslage in diesem Fall sehr verzwickt sei.

Da helfen auch die vielen Beschwerden und die gefühlte Ohnmacht der Betroffen nichts, leider. Weder bei der CDU noch bei der Telekom scheint der Bürgerprotest wirklich anzukommen – ein Schelm, wer böses dabei denkt.


Die GRÜNEN haben (trotz Wahlkampf) noch Zeit gefunden, Angela Merkel zu überarbeiten – oder ihr zumindest eine Stimme zu geben. Nach der Vorstellung des neuesten CDU Wahlkampfspot, der sich als One-Merkel-Show herausstellte, vertonten die GRÜNEN den inhaltsleeren Spot mit rhetorischen Anleihen aus Reagans Zeiten neu – diesmal mit den Zielen und Wünschen der Kanzlerin.

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Es ist 12:23 Uhr in Duisburg. Die Wahlkampfveranstaltung hat gerade begonnen und alle warten gespannt auf den Auftritt des Hauptredners, unseres Kanzlerkandidaten Frank Walter Steinmeier.

Die Stimmung ist ähnlich wie das Wetter, es hellt sich immer mehr auf und alle Teilnehmer sind noch aufgewühlt von den Entgleisungen des Herrn Ministerpräsidenten Rüttgers. An einen Ausrutscher glaubt hier niemand.

Inmitten der vielen BKA Mitarbeiter und weiteren Sicherheitskräften der Polizei tauchen überall rote T-Shirts und Plakate auf, die zu Recht eine zentrale Botschaft verkünden: „Sozial und Demokratisch“ ist in NRW nur eine Kraft und die ist rot!

Der Kundgebungsort (Landschaftspark-Nord) ist gut gewählt und füllt sich zusehends. Wie ein Symbol für den Wandel stellt sich die Bühne vor die ehemaligen Hüttenwerke. Der Wandel und vor allem der Aufschwung nach der noch zu überstehenden Krise ist nur durch Frank Walters „Deutschlandplan“ machbar und die ökologische Industriepolitik der SPD machbar. Auf der Bühne wird gerade genau dieser Plan von den Rendern gelobt.

Die Spannung auf Steinmeiers Auftritt wächst zusehends.

Im Gegensatz zu vielen anderen Parteien, wird hier Klartext geredet. Die Steuerversprechen der CDU sind nicht haltbar, was die FDP will, weiß sie wohl selber nicht und wenn sie es weiß, dann sagt sie es nicht.

Einen klaren Kurs gibt es nur mit der SPD, auf vielen Plakaten kann man es lesen: „Wir machen Wahlkampf und Sie Frau Merkel?“

13:00 Uhr: Auftritt von Hannelore und Frank-Walter:

Hannelore hält eine starke Rede und erinenrt an Rüttgers Kampagne „Kinder statt Inder“. Eine soziale und solidarische Gesellschaft kann es unter jemanden, der Rumänen beleidigt und Chinesen „würgen“ will, nicht geben. Ihre Rede wird vom Publikum dankbar aangenommen und mit viel Applaus belohnt. Nächstes Jahr wird es den Wechsel in NRW geben, denn „wir haben die Kraft und die Kraft wird da bleiben, wo auch das Herz ist – in der SPD“.

Der Wind wird stärker als Frank-Walter das Podium betritt.

„Es gut um 82 Millionen Menschen und die Weichenstellung für das kommende Jahrzehnt bei dieser Wahl“, ruft er dem applaudierendem Publikum zu. „Wer nicht bereit ist, aus der Krise die richtigen Lehren zu ziehen, der wird uns auch nicht aus diesem Schlamassel herausführen können.“ Frank-Walter stellt die Wahlziele sehr deutlich vor: Wir kämpfen für eine gerechte Gesellschaft, mit fairen Löhnen, einer guten und kostenfreien Bildung für alle und natürlich auch für eine gute Umweltpolitik mit der Beibehaltung des Atomausstiegs. Das geht nur mit der SPD.

„Ich brauche euch aber dieses Land braucht eine starke SPD“, ist seine zentrale Botschaft und sein letzter Satz, als er das Podium unter dem Beifall der Menschen verlässt.


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An den Universitäten in NRW hat dass Wintersemester begonnen. Mit dem Start ins neue Semester fallen für viele Studenten erstmals Studiengebühren an. Durch den Beschluss der Landesregierung vom 16.03.06 erhielten die Universitäten und Hochschulen in NRW die Möglichkeit, selbständig Gebühren zu erheben. Wie ein aktueller Lagebericht zeigt, haben 28 der 33 staatlichen Hochschulen in NRW bereits Gebrauch von der Möglichkeit zur Erhebung von Studiengebühren gemacht. Erste Auswirkungen der Studiengebühren sind schon jetzt erkennbar. Die Zahl der Studienanfänger an allen Hochschulen des Landes ging deutlich zurück.


Hier mal ein Eintrag in eigener Sache. Da schon die ersten Beschwerden kommen, dass hier mal eine Woche nichts passiert ist, das lag an mir (und an einem kleinen Spamproblem). Ich habe nämlich in der letzten Woche meine Magisterarbeit fertiggeschrieben und da war leider keine Zeit zum Bloggen. Und da hier der große Urlaub ausgebrochen ist, war hier mal eine Woche lang nichts passiert. das ändert sich jetzt, ab jetzt wird hier wieder gesucht, überwacht, geordnet, markiert, verzeichnet, ausgebaut, verschickt und weitergeleitet werden. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem, was ich so ausgrabe.
Thorsten


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Gastronomie Eisenbarth: Mein Wahllokal im Biergarten

Heute ist er also endlich da. Der Tag, auf den wir alle jetzt monatelang hingearbeitet haben. Die Wahllokale sind auf und auch ein Praktikant a.D. muss natürlich wählen. So bin ich dann heute in mein Wahllokal, das Restaurant Eisenbarth, in Lütgendortmund gegangen, um, und damit verrate ich hier meine Wahlentscheidung, den guten Marco Bülow zu einem Direktmandat zu verhelfen. Der kandidiert hier nämlich im Wahlkreis Dortmund I für den Bundestag. Vor drei Jahren musste ich noch in einer Schlange fünfzehn Minuten warten, heute war ich sofort der erst, der dran war.


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.