Das NDR-Nachrichtenmagazin „Zapp“ berichtete in dieser Woche über den Umgang der NRW-Landesregierung/CDU-Parteizentrale mit kritischen Journalisten. Schöne Bilder in staatstragender Pose, keine kritischen Nachfragen: Wer sich nicht an diese Vorgabe hält, darf demnach mit Konsequenzen rechnen. „Zapp“ ging in diesem Kontext besonders auf das Beispiel des entlassenen Focus-Redakteurs Karl-Heinz Steinkühler ein. Der Bericht zeigt, wie kurz nachdem der Journalist einen kritischen Bericht veröffentlichte, sich Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter per Brief an dessen Chefredaktion wandte. Steinkühler war kurze Zeit später seinen Job los. Und wie reagiert der noch amtierende Ministerpräsident auf die Recherchen!? Er läuft davon… Sehenswert!
Nach unseren erfolgreichen Videos über Rüttgers’ Welt, die auf den Amateur-Videoaufzeichnungen eines Jusos beruhten, hat sich die CDU wohl gedacht, “Wir machen jetzt mal die totale Gegner-Überwachung”. Jetzt hat die CDU eine Produktionsfirma beauftragt, Auftritte von Hannelore Kraft professionell und systematisch zu filmen.
Das ist Anlass genug, sich an die Mutter aller Gegnerbeobachtungsvideos zu erinnern: den Fall George Allen. Der republikanische US-Senator des Staates Virginia tritt bei den Senatwahlen 2006 gegen seinen demokratischen Herausforderer Jim Webb zur Wiederwahl an. Am 11. August 2006 tritt Allen bei einer Wahlkampfveranstaltung in Breaks, Virginia, auf, wo ihn S.R. Sidarth, ein freiwilliger Wahlhelfer der gegnerischen Demokraten, filmt. Allen kennt den indischstämmigen jungen Mann bereits vom Sehen – Sidarth begleitet jeden Auftritt Allens mit seiner Kamera und ist dem Senator schon einmal vorgestellt worden. Diesmal spricht Allen den jungen Filmer in seiner Rede vor Publikum – und vor der laufenden Kamara Sidarths – direkt an:
“This fellow here over here with the yellow shirt, Macaca, or whatever his name is. He’s with my opponent. He’s following us around everywhere. And it’s just great. We’re going to places all over Virginia, and he’s having it on film and it’s great to have you here and you show it to your opponent because he’s never been there and probably will never come. [...] Let’s give a welcome to Macaca, here. Welcome to America and the real world of Virginia.”
Allen bezeichnet Sidarth zweimal als “Macaca”, und das, obwohl ihm ein exzellentes Gedächtnis für Namen nachgesagt wird. Sidarth ist der einzige Anwesende, der keine weiße Haut hat und empfindet diese Anrede verständlicherweise als Beleidigung.
Natürlich stellen die Demokraten das Video online und nutzen es für ihre Kampagne. Es entspinnt sich eine Diskussion über Herkunft und Bedeutung des Wortes “Macaca”. Die Demokraten

foto by: digitalART2
Programmhinweis: Cosmo TV, Samstag, 05. September 2009, 09.00 – 09.30 Uhr (Wdh.)
Eine Sendung des WDR-Fernsehens nimmt sich jetzt eines Themas an, das in den Medien nicht sonderlich präsent ist: Das Integrationsmagazin “Cosmo TV” stellt einen Krefelder Kommunalpolitiker vor, der sich für das politische Engagement von Migranten interessiert. Hans-Michael Höhne-Pattberg begann, Nachforschungen über die politische Herkunft von in der CDU und Jungen Union engagierten Menschen mit türkischem Migrationshintergrund anzustellen. Seine Recherchen ergaben: Überdurchschnittlich viele Migranten, die der CDU angehören oder sich für sie einsetzen, fühlen sich der türkisch-nationalistischen Gruppierung “Graue Wölfe” verbunden – so bezeichnen sich die Anhänger der türkischen “Partei der Nationalistischen Bewegung” (Milliyetçi Hareket Partisi), kurz MHP.
Die MHP sieht die Türkei als von finsteren Mächten bedroht: So schreibt ihr Parteivorsitzender Devlet Bahceli laut Übersetzung bei Wikipedia in einem Grußwort, es seien “Machtzentren am Werk, die die Türkei einerseits von außen umzingeln, andererseits von innen in die Krise führen und ideell zerstören wollen“. Und: “Man will die Institutionen, die unsere nationale Identität ausmachen, einzeln zerstören. Es werden immer mehr Ansichten ausgebreitet, die neben unserer Existenz als Nation und die materiellen Elemente unserer Einheit auch unsere ideellen Werte, unseren Glauben, unsere Sprache, Geschichte, Kultur und Kunst angreifen.” Ja dann. Die Grauen Wölfe wollen denn auch zum Schutze ihrer Nation ein Großtürkisches Reich errichten, das sich vom Balkan über Zentralasien bis nach China erstrecken soll. Das Symbol der MHP sind passenderweise die drei Halbmonde, die angelehnt sind an die Fahne der Okkupationstruppen der osmanischen Besatzungsarmee.
Die MHP und die Grauen Wölfe werden in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Ihnen wird die Förderung von Parallelgesellschaften vorgeworfen.
Zur Nähe von Sympathisanten der Grauen Wölfe zur CDU (oder umgekehrt) sehe man den Beitrag des WDR-Fernsehens.