Archiv: Thema "Im Fernsehen"

Auf positive TV-Kritiken stößt man im Netz ungefähr so häufig wie auf einen Eisbär im Taunus. Von daher freut es den fleißigen Wahlkämpfer an sich natürlich, wenn es auf den Seiten von Der Westen heißt, der gestrige Auftritt von Hannelore Kraft bei  „Sie oder Er? Wähler wollen’s wissen“ sei eine kurzweilige und sinnvolle Sache gewesen.

Wer die Sendung gestern verpasst hat oder sie sich auf den Seiten von Sat1NRW und RTL West noch einmal genauer ansehen möchte, kommt hier auf ihre oder seine Kosten: Volle Länge (RTL, mit Werbung), Teil 1 (Sat1), Teil 2 (Sat1).


foto by: mili_flener

Gleich startet das TV-Fernduell  zur Landtagswahl in den Regionalprogrammen von Sat.1 und RTL. Die Spitzenkandidaten von SPD und CDU stellen sich dabei den Fragen der Wähler.

Die Herausforderin Hannelore Kraft beginnt und wird in einem Bonner Theater vor rund 100 Zuschauern Frage und Antwort stehen.

Teil eins des Duells könnt Ihr ab ab 17:30 Uhr bei SAT.1 NRW verfolgen. Der zweite Teil wird ab 18.00 Uhr bei RTL West übertragen.

Das Online-Team wünscht viel Spaß beim Zuschauen!


Hannelore Kraft stellt sich in der ZDF-Fernsehsendung „Log in – Erst fragen, dann wählen“ am kommenden Freitag um 18.00 Uhr den kritischen Fragen junger Internetnutzer.

Das Kooperationsprojekt des Zweiten Deutschen Fernsehens mit den VZ-Netzwerken läuft bereits seit dem 7.April und soll vor allem Jung- und Erstwähler ansprechen. Auf den Seiten von studiVZ können Interessierte all jenes, was sie von der NRWSPD-Spitzenkandidatin wissen wollen, per Text oder Video erfragen.

Neben Hannelore Kraft stellen sich auch die SpitzenkandidatInnen der anderen Parteien. Lediglich Jürgen Rüttgers soll in Manier der restriktiven Wahlkampfstrategie von Andreas Krautscheid aus der Schusslinie genommen werden und kann leider nicht befragt werden.

Hier gelangt Ihr zu der passenden Infoseite…


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Matthias Richling gibt den dreifachen Jürgen. Ob es da in der Realität wohl Mengenra… Ach, überlassen wir die satirischen Spitzen doch einfach dem Kabarettisten.


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Das NDR-Nachrichtenmagazin „Zapp“ berichtete in dieser Woche über den Umgang der NRW-Landesregierung/CDU-Parteizentrale mit kritischen Journalisten. Schöne Bilder in staatstragender Pose, keine kritischen Nachfragen:  Wer sich nicht an diese Vorgabe hält, darf demnach mit Konsequenzen rechnen. „Zapp“ ging in diesem Kontext besonders auf das Beispiel des entlassenen Focus-Redakteurs Karl-Heinz Steinkühler ein. Der Bericht zeigt, wie kurz nachdem der Journalist einen kritischen Bericht veröffentlichte, sich Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter per Brief an dessen Chefredaktion wandte. Steinkühler war kurze Zeit später seinen Job los. Und wie reagiert der noch amtierende Ministerpräsident auf die Recherchen!? Er läuft davon… Sehenswert!

Ein früherer Blogeintrag zum Wichter-Brief


Nach unseren erfolgreichen Videos über Rüttgers‘ Welt, die auf den Amateur-Videoaufzeichnungen eines Jusos beruhten, hat sich die CDU wohl gedacht, „Wir machen jetzt mal die totale Gegner-Überwachung“. Jetzt hat die CDU eine Produktionsfirma beauftragt, Auftritte von Hannelore Kraft professionell und systematisch zu filmen.

Das ist Anlass genug, sich an die Mutter aller Gegnerbeobachtungsvideos zu erinnern: den Fall George Allen. Der republikanische US-Senator des Staates Virginia tritt bei den Senatwahlen 2006 gegen seinen demokratischen Herausforderer Jim Webb zur Wiederwahl an. Am 11. August 2006 tritt Allen bei einer Wahlkampfveranstaltung in Breaks, Virginia, auf, wo ihn S.R. Sidarth, ein freiwilliger Wahlhelfer der gegnerischen Demokraten, filmt. Allen kennt den indischstämmigen jungen Mann bereits vom Sehen – Sidarth begleitet jeden Auftritt Allens mit seiner Kamera und ist dem Senator schon einmal vorgestellt worden. Diesmal spricht Allen den jungen Filmer in seiner Rede vor Publikum – und vor der laufenden Kamara Sidarths – direkt an:

„This fellow here over here with the yellow shirt, Macaca, or whatever his name is. He’s with my opponent. He’s following us around everywhere. And it’s just great. We’re going to places all over Virginia, and he’s having it on film and it’s great to have you here and you show it to your opponent because he’s never been there and probably will never come. […] Let’s give a welcome to Macaca, here. Welcome to America and the real world of Virginia.“

Allen bezeichnet Sidarth zweimal als „Macaca“, und das, obwohl ihm ein exzellentes Gedächtnis für Namen nachgesagt wird. Sidarth ist der einzige Anwesende, der keine weiße Haut hat und empfindet diese Anrede verständlicherweise als Beleidigung.

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Natürlich stellen die Demokraten das Video online und nutzen es für ihre Kampagne. Es entspinnt sich eine Diskussion über Herkunft und Bedeutung des Wortes „Macaca“. Die Demokraten


Das TV Duell hat klar gemacht:

Frau Merkel blockiert den Mindestlohn.

Frau Merkel blockiert die Begrenzung der Managergehälter.

Frau Merkel blockiert eine stärkere Finanzmarktkontrolle.

Frau Merkel blockiert den Atomausstieg.

Wer einen Mindestlohn will, muss SPD wählen.

Wer die Managergehälter begrenzen will, muss SPD wählen.

Wer die Finanzmärkte kontrollieren will, muss SPD wählen.

Wer den Atomausstieg will, muss SPD wählen.


20:43 Uhr. Applaus für Frank-Walter Steinmeier in Düsseldorf:“Die Sozialdemokratie hat die Union zur Mitte zurückgebracht.“


foto by: digitalART2

Programmhinweis: Cosmo TV, Samstag, 05. September 2009, 09.00 – 09.30 Uhr (Wdh.)

Eine Sendung des WDR-Fernsehens nimmt sich jetzt eines Themas an, das in den Medien nicht sonderlich präsent ist: Das Integrationsmagazin „Cosmo TV“ stellt einen Krefelder Kommunalpolitiker vor, der sich für das politische Engagement von Migranten interessiert. Hans-Michael Höhne-Pattberg begann, Nachforschungen über die politische Herkunft von in der CDU und Jungen Union engagierten Menschen mit türkischem Migrationshintergrund anzustellen. Seine Recherchen ergaben: Überdurchschnittlich viele Migranten, die der CDU angehören oder sich für sie einsetzen, fühlen sich der türkisch-nationalistischen Gruppierung „Graue Wölfe“ verbunden – so bezeichnen sich die Anhänger der türkischen „Partei der Nationalistischen Bewegung“ (Milliyetçi Hareket Partisi), kurz MHP.

Die MHP sieht die Türkei als von finsteren Mächten bedroht: So schreibt ihr Parteivorsitzender Devlet Bahceli laut Übersetzung bei Wikipedia in einem Grußwort, es seien „Machtzentren am Werk, die die Türkei einerseits von außen umzingeln, andererseits von innen in die Krise führen und ideell zerstören wollen„. Und: „Man will die Institutionen, die unsere nationale Identität ausmachen, einzeln zerstören. Es werden immer mehr Ansichten ausgebreitet, die neben unserer Existenz als Nation und die materiellen Elemente unserer Einheit auch unsere ideellen Werte, unseren Glauben, unsere Sprache, Geschichte, Kultur und Kunst angreifen.“ Ja dann. Die Grauen Wölfe wollen denn auch zum Schutze ihrer Nation ein Großtürkisches Reich errichten, das sich vom Balkan über Zentralasien bis nach China erstrecken soll. Das Symbol der MHP sind passenderweise die drei Halbmonde, die angelehnt sind an die Fahne der Okkupationstruppen der osmanischen Besatzungsarmee.

Die MHP und die Grauen Wölfe werden in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Ihnen wird die Förderung von Parallelgesellschaften vorgeworfen.

Zur Nähe von Sympathisanten der Grauen Wölfe zur CDU (oder umgekehrt) sehe man den Beitrag des WDR-Fernsehens.


  Foto by marfis75

Obwohl das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier erst am 13. September stattfindet, sorgt es schon jetzt für Schlagzeilen.

Radiosender sauer

Taz und Frankfurter Rundschau berichten von einem Zerwürfnis zwischen ARD und ZDF und deren öffentlich-rechtlichen Kollegen vom Deutschlandfunk und Deutschlandradio. Der Grund: Die vier großen TV-Sender ARD, ZDF, RTL und Sat. 1 haben beschlossen, dass das Duell nur im Fernsehen übertragen werden soll. Es wird weder Live-Streams im Internet noch eine Radio-Übertragung geben. Günter Müchler, Programmdirektor des Deutschlandradios, kritisiert die „TV-Exklusivität“: Seiner Meinung nach würden durch das Radioverbot „wesentliche Teile der Wählerschaft von dieser Möglichkeit der Meinungsbildung ausgeschlossen.“

Internetnutzer außen vor

Gleiches gilt für Internetnutzer. Auch sie werden auf die Möglichkeit, das Duell per Live-Stream zu verfolgen, verzichten müssen. Als „ein absolutes Armutszeugnis“ bezeichnet das Nachrichtenportal Dnews diesen Zustand. In Zeiten, in denen „Internet und Fernsehen längst keine konkurrierenden Medien mehr“ (ZDF-Intendant Markus Schächter) sind, stelle sich die Frage, warum dennoch auf die Übertragung verzichtet wird. Das Argument der Sender, ihre Zusammenarbeit diene dazu, möglichst vielen Bürgern die Teilhabe an dem Duell zu ermöglichen, könne bei einem Ausschluss von Millionen von Radio- und Internetnutzern kaum ernst genommen werden, so das Portal. Viel wahrscheinlicher erscheint da das Argument, mit dem Ausschluss eine höhere Einschaltquote erzielen zu wollen.


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