Für alle Twitter-Fans: Die parallel zur Podiumsdiskussion „Unsere Rechte in der vernetzten Gesellschaft“ gelaufene Twitterwall (Hashtag #sdnetzpolitik) ist nun als Protokoll bei politfunk.de online.
Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Steinmeier ist vorbei. Wie in den vergangenen Jahren, wird nun darüber debattiert, welcher der beiden Kontrahenten sich besser geschlagen hat. Laut Blitzumfrage der ARD wirkte Steinmeier insgesamt “überzeugender, sympathischer, angriffslustiger, verständlicher” und hatte die “besseren Argumente”.
Nachdem in den vergangenen Tagen Jürgen Rüttgers mit seinen Äußerungen für ein negatives Bild im Wahlkampf gesorgt hat, irritert jetzt der Regierungssprecher Hans-Dieter Wichert. “Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Teilnehmer habe Rüttgers´ enger Berater die Kommunikationstruppe aufgefordert, „die Luftwaffe des Gegners schon am Boden zu zerstören“. Offen blieb, wen er als Luftwaffe sieht, der Gegner war klar – die SPD.”
Die Anordnung auf “Zerstörung der Luftwaffe” gab Wichert in einer Pressereferenten-Runde den Sprecherinnen und Sprechern der Ministerien und zeigte damit deutlich, dass nicht nur Rüttgers sondern auch sein enges Umfeld in letzter Zeit zu rhetorischen Fehlgriffen – ob nun gewollt oder ungewollt – neigt.
Jürgen Müller, seines Zeichens Ehemann von NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter plant eine Klage gegen das Kommunalwahlgesetz. Der Grund: Aufgrund des Gesetzes bekam die CDU in seiner Heimatstadt Remscheid vier Sitze weniger als ihr proportional zum Stimmenanteil zustünden. Das brisante an der Klage: Mit ihr richtet sich Müller nicht nur gegen die eigene Partei, sondern auch die eigene Gattin. Denn sie hat das Gesetz im Jahre 2007 mit unterschrieben. Er kritisiert, durch das neue Kommunalwahlgesetz werde ein Großteil der Wählerstimmen “im Ergebnis nicht repräsentiert.“ Und er geht noch weiter: “Ich vermute, die (- er meint die schwarz-gelbe Landesregierung inklusive seiner Gattin -) haben vorher gar nicht ausgerechnet, was dabei herauskommen kann.” Das sagte der ehemalige Remscheider Stadtdirektor der Neuß-Grevenbroicher Zeitung. Deshalb will er jetzt beim Verfassungsgericht Klage einreichen.
Das Justizministerium wies die Verantwortung für das Gesetz jedoch von sich. Auf eine Anfrage der Rheinischen Post, antwortete Sprecherin Carola Holzberg: „Gesetzgeber ist der Landtag.“ Zudem sei das neue Berechnungsverfahren „das rechnerisch genaueste Verfahren, um den Proporz darzustellen“ und werde „auch auf Bundesebene eingesetzt“. Dementgegen behauptet Müller: “Aus einem Stimmenverhältnis von 1 zu 8 ist bei diesem Verfahren eine Sitzverteilung von nur noch 1 zu 4 geworden.”
Fragt sich nur, wer denn nun jetzt Recht hat: Die Justizministerin, ihr Ehemann oder vielleicht doch eher keiner von beiden?
Die SPD hatte das Gesetz von vorneherein als „handwerklich schlecht“ kritisiert, weil man das “eigentliche Problem”, die Zersplitterung der Räte und Kreistage damit nicht lösen könne. Im Gegenteil, die Ergebnisse der letzten Kommunalwahlen zeigen, dass das Gesetz der schwarz-gelben Landesregierung die Fragmentierung der Kommunalparlamente sogar noch verschlimmert. Aufgrund der fehlenden Sperrklausel wird populistischen oder extremen Gruppen der Eintritt in die Kommunalparlamente erleichtert und die Arbeit der Räte und Kreistage erschwert. Die SPD fordert daher die Einführung einer „moderaten Sperrklausel“ von 2,5 Prozent. Nur so kann gewährleistet werden, dass demokratiefeindlichen Gruppen der Zugang zu den Parlamenten versperrt bleibt.
Ich bin echt positiv überrascht. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ist gerade in Köln und die Stimmung ist super. Kein Pessimismus wegen schlechter Umfragewerte, sondern Optimismus pur. Und wenn man ihn so reden hört und die Stimmung hier in Köln mitbekommt, dann will man selbst auch daran glauben, dass der nächste Bundeskanzler der SPD Frank-Walter Steinmeier heißt. Ich bin echt froh, dass ich es noch hierher geschafft habe. Heute Morgen sah es noch so aus, als würde ich wegen ner Grippe nicht hinfahren können. Das wird definitiv nicht meine letzte Wahlkampfveranstaltung gewesen sein.
Zuvor hatten prominente SPDler für Stimmung gesorgt. Besonders gut gefiel mir der sonst so seriöse Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: Er zeigte viel Humor und gab Tips für gesundes Grillen. Und auch die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft war echt toll. Mit einer kämpferischen Rede brachte sie die Menge auf ihre Seite. Eine echt gelungene Veranstaltung. Ich kann mir nicht erklären, warum so viele Leute politikverdrossen sind. Vielleicht sollten die einfach alle mal zu einer Wahlkampfveranstaltung gehen. Am Freitag zum Beispiel. Dann ist Steinmeier nämlich in Düsseldorf.
Diese Äußerung stammt von der stellv. Stadtverbandsvorsitzenden, Marianne Ingenstau, der CDU in Geldern. Mit diesem Ausspruch verteidigte sie das zentrale Sammeln der E-Mails der CDU-Ratsmitglieder in Geldern.
Was war passiert? Einem Ratsmitglied der CDU war zufällig aufgefallen, dass die Stadtverbandsspitze alle Mails an die Ratsmitglieder der CDU-Ratsfraktion abfing und erst nach Sichtung weiterleitet. Wie die Rheinische Post berichtet, erstattet dieser Ratsherr sofort Strafanzeige gegen den Vorstand der CDU in Geldern. Lapidarer Kommentar der Stadtverbandsführung: “Demnach ist eine Mail wie eine Postkarte zu bewerten”, “man habe sich rechtlich schlau gemacht”.
Hier ein kleiner Hinweis auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts in München (Az. 11 Sa 54/09). Dort war die fristlose Kündigung eines Systemadministrator für rechtens erklärt worden. Auch er hatte unerlaubt Mails gelesen und ausgedruckt.
Viel Spaß bei der “Jobsuche” lieber Stadtverbandsvorstand.
Was Rüttgers noch vor zwei Monaten durch den Landtag boxte, würde er anscheinend heute gerne rückgängig machen: Die Sperrklausel bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen.
Dass diese Auflösung der Sperrklausel vielen Wählern und Parteien in Nordrhein-Westfalen Sorge bereitet, verursachte bisher bei Jürgen Rüttgers und seiner Landesregierung offensichtlich kaum Bedenken. Eine Zersplitterung der Parlamente sei durch die Änderung des Kommunalwahlgesetztes nicht zu befürchten, hörte man da vor einigen Wochen aus Kreisen der CDU-Landtagsfraktion. Geschweige denn eine Unregierbarkeit der Städte.
Das sieht Rüttgers offenbar inzwischen anders. Der warnte nämlich heute auf einer Veranstaltung in Bonn davor, dass bei den Kommunalwahlen zu viele Splitterparteien in die Räte ziehen könnten. “Stimmt!” Doch die Erkenntnis kommt zu spät für diese Kommunalwahl. Erst denken, dann handeln! Sonst bleibt nur die “Rolle Rüttgers”.
Wilhelm Jasperneite kandidiert als CDU Landratskandidat im Kreis Unna. In seiner Biografie präsentiert er sich als fürsorglicher, allein erziehender Vater. Wo ein Vater ist, ist auch eine Mutter. Die jedoch spielt in seiner Biografie keine Rolle. Und so hat die von ihrem Mann getrennt lebende Ehefrau mal eben eine eigene Internetseite gestartet, in der sie ihre Version des Jasperneiteschen Familienlebens erzählt. Überschrieben ist ihre Homepage mit dem Sprichwort “Mit nichts kann man so sehr lügen, wie mit der halben Wahrheit.”.

So was nenne ich mal digitalen Rosenkrieg im Kommunalwahlkampf.