Archiv: Thema "Themen"

Wieder aufeinender zugehen können (oooh.oooh, flickr)

Jeder dritte hält Deutschland für überfremdet- eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung kommt zu beunruhigenden Ergebnissen.

In wieweit rechtes Gedankengut bereits unsere Gesellschaft unterwandert hat, war bis zur Veröffentlichung der neusten Studie „Die Mitte in der Krise“ der Friedrich-Ebert-Stiftung noch nie so deutlich. Während in den letzten Jahren noch ein leichter Rückgang von antidemokratischen Einstellungen verzeichnet werden konnte, steigt die Zahl der rechten Einstellungen 2010 nach 5 Jahren erstmals an.

Ging man doch bis jetzt immer davon aus, dass es sich bei Menschen mit rechter Einstellung hauptsächlich um Randgruppen handele, um glatzköpfige, Springerstiefel tragende Arbeitslose ohne Perspektive, wird man nun mit seinen Annahmen auf dem Boden der Tatsachen hart aufschlagen.


Immernoch Außnahme: Frauen in Führungspositionen (Campus of Excellence, flickr)

Immernoch Außnahme: Frauen in Führungspositionen (Campus of Excellence, flickr)

Wie oft mir dieser Begriff in den letzten Monaten als Schimpfwort begegnet ist, weiß ich gar nicht mehr: „Quotenfrau“- eine Frau  aus der Führungsriege, der nachgesagt wird, dass sie nicht etwa durch entsprechende Qualifizierung und eisernen Aufstiegswillen in ihre Position gefunden hat, sondern die durch „Die Quote“ bequem auf der obersten Treppenstufe der Karriereleiter abgesetzt wurde. Doch wie sieht die Realität aus?

Seit Jahren fordert die SPD die Einführung einer Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände nach dem Vorbild der Norweger. Seit Anfang 2006 müssen dort alle staatlichen Unternehmen mindestens 40% ihrer Aufsichtsratsmandate mit Frauen besetzen. Trotz vorübergehender Anlaufschwierigkeiten gelang es den Norwegern den Frauenanteil der Aufsichtsräte von durchschnittlich 18,9 Prozent (2005) innerhalb von zwei Jahren  auf einen Anteil von 34,1 Prozent beinahe zu verdoppeln. Die Frauen würden sich daranmachen, eigene Netzwerke zu bilden. „Und sie trauen sich endlich etwas zu“, resümierte jüngst Nina Solli, Gleichstellungsmanagerin beim Hauptverband der Norwegischen Wirtschaft (NHO). Bislang konnte sich der Gedanke in Deutschland jedoch nicht durchsetzen.


(c) http://der-gute-tweet.de/mygauck/

Joachim Gauck ist Pastor von Beruf. Er war DDR-Bürgerrechtler und zehn Jahre lang Leiter der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen, die im Volksmund „Gauck-Behörde“ genannt wurde. Jetzt wurde er von SPD und Grünen nominiert – für das Amt des Bundespräsidenten. Dieser wird am 30. Juni 2010 von der Bundesversammlung gewählt. Und Deutschland fiebert mit: Schon tauchen eine Menge Unterstützerkampagnen im Netz auf. Neben einer Facebook-Gruppe und Unterschriftenseiten spielt sich einiges auf Twitter ab. Wer dort mein_praesident folgt, wird laufend über neue Beiträge, Kampagnen etc. informiert. Und: Jeder Mensch, der einen Tweet mit dem Hashtag #mygauck sendet, landet mit seinem Profilbild und Statement  in einem niedlichen Gauck-Mosaik.

Es gibt also viele, viele Möglichkeiten, wie du Joachim Gauck unterstützen kannst!

Facebook-Gruppe Joachim Gauck als Bundespräsident

www.pro-gauck.de

www.mein-praesident.de

www.wir-fuer-gauck.de

Demos für den Bürgerpräsidenten

Go for Gauck

Buttons und Shirts kaufen kann man hier


Eines der letzte Woche vorgestellten Großplakate trägt den Titel Vertrauen. Das Wort an sich ist laut Online-Lexikon Wikipedia seit dem 16. Jahrhundert bekannt,  geht auf das gotische „trauan“ zurück und gehört zur Wortgruppe um „treu“. Es bedeutet so viel wie fest und sicher, aber auch glauben und hoffen. Vertrauen ist somit ein lang bewährtes und bedeutungsschweres Wort.

Leider bekommt es in letzter Zeit Konkurrenz von Modewörtern wie Ellbogen- oder Ich-Gesellschaft. Es ist nicht mehr selbstverständlich, jemandem zu vertrauen – und wenn, dann doch meist nur sich selbst. Alles geht nach dem Credo: „Nur die Harten kommen in den Garten“.

In einer solidarischen und gerechten Gesellschaft ist für solch eine Auslegung aber kein Platz. Deshalb titelt die NRWSPD „Vertrauen – in ein NRW, das wieder zusammenhält“. Gemeinsinn, Fairness und Teilhabe müssen Vorrang haben und statt dem Markt muss der Mensch wieder im Mittelpunkt stehen.

Deshalb steht die NRWSPD für…


foto by: dalbera

Der neugegründete Arbeitskreis Netzpolitik der NRW Jusos trifft sich jetzt am 23. März zum Launch im Essener Unperfekthaus. Themen wie Datensicherheit, Datenschutz, Netzpolitik, Bürgerrechte im Internet und E-Democracy sollen zukünftig in einem eigenen Netzwerk auf Landesebene koordiniert werden.

Das Kapitel „Digitale Teilhabe und Sicherheit“ aus unserem Programm zur Landtagswahl am 9. Mai 2010, das sich mit Netzpoltik auseinandersetzt, ist mit Sicherheit wegweisend. Auf dem Landesparteitag der NRWSPD wurden zudem darüber hinaus weiter gehende Anträge zu diesem Kapitel berücksichtigt. Es tut sich eine Menge bei der NRWSPD in puncto Netzpolitik.

Nun wird ein zusätzlicher Juso-Arbeitskreis für weitere positive Impulse sorgen. Und das freut nicht nur den Pottblogger.

Du willst dich für die Veranstaltung anmelden? Hier: Anmeldung


foto by: ovid3001

Monatelang hatten Eltern, ErzieherInnen und Kommunen vor knapp zwei Jahren gegen das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der Landesregierung aus CDU und FDP protestiert. Die Eltern vor allem für bessere Bildung ihrer Kinder, die ErzieherInnen für sicher finanzierte und gut ausgestattete Einrichtungen und die Kommunen für den Schutz ihrer klammen Kassen.

Und sie haben gewarnt. Berechtigterweise. Gewarnt vor einem Murks-Gesetz, dass nicht zu mehr Bildung und besserer Betreuung führt – sondern zu ansteigenden Kosten und schlechterer Betreuung und Förderung.

Genützt hatte es nichts: Das Gesetz wurde gegen den Willen der Eltern durchgedrückt – und damit entgegen aller Vorahnungen derer, die ein Schreckensszenario für die frühkindliche Bildung prophezeiten.


Bürgersprechstunden gehören für Hannelore Kraft zum politischen Alltag genauso dazu wie das Rot zur SPD oder die Kartoffeln zum Kartoffelsalat: In ihrem Wahlkreis Mülheim an der Ruhr I hört sie sich regelmäßig die Sorgen und Nöte der Bürger an.

Diese Bürgersprechstunde war aber eine besondere. Denn diesmal waren es 13 Bürger auf einen Streich, die Hannelore Kraft das fragen konnten, was ihnen unter den Nägeln brennt – eingeladen hatten die Ruhr Nachrichten (zum Live-Ticker).


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In ihrem Videostatement konkretisierte Hannelore Kraft ihre Forderung nach einem gemeinwohl-orientierten Arbeitsangebot für Langzeitarbeitslose.


In seiner heutigen Regierungserklärung zog der versierte Ministerpräsidenten-Darsteller Jürgen Rüttgers im Düsseldorfer Landtag erneut alle Register seines Könnens. Über eine Stunde lang lauschte er verzückt und mit teilweise verschlossenen Augen den (gewichtigen) eigenen Worten. Dabei okkupierte er mal wieder penetrant die alte Johannes-Rau-Formel „Wir in Nordrhein-Westfalen“ – nur dass das bei Rüttgers immer eher nach Pluralis majestatis klingt als nach Gemeinsinn und Solidarität…

Mit betont tiefer Stimme und demonstrativ sorgenzerknitterter Stirn präsentierte Rüttgers ein wahres Feuerwerk an Ideen, Konzepten und visionären Zukunftsplänen. Das NRW der Zukunft, hier gewann es Gestalt! Der Scharfsinn und die Prägnanz von Rüttgers Analysen und Forderungen müssen beeindrucken – daher an dieser Stelle eine kleine Auswahl seiner tiefschürfenden Thesen:

„Vier Themen sind wichtig für NRW: Bildung, Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft!“

„ Wir sind ein Industrieland!“

„Für Innovation brauchen wir die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft!“

„Bildung ist eine Schicksalsfrage!“

„Ökologie und Ökonomie dürfen nicht als Gegensatz begriffen werden!“

Donnerknispel. Der Mann offenbart Sachverstand und Weitblick. Dennoch hat er einige wegweisende Erkenntnisse auf dem Weg in die Informationsgesellschaft unterschlagen, die ich an dieser Stelle gerne nachreichen würde:

„Eins und eins ist zwei!“

„Wasser ist nass!“

Oder:

„Nachts ist es dunkler als draußen!“

Nicht zu vergessen:

„Kaffee schmeckt heiß am besten!“

Damit wäre die Zukunft des Landes dann endgültig gesichert. Und auch für Jürgen Rüttgers wird sich nach dem 9. Mai sicher eine schöne neue Aufgabe finden lassen. Vielleicht als Rhetorik-Coach in der Laienschauspiel-Szene.

War sonst noch was?


Jürgen Hederich, Vorstandsmitglied der Neuenrader CDU und aktiv in diversen Vereinen, ist von Jürgen Rüttgers schwer enttäuscht. Er wird seinem Landesvorsitzenden jetzt einen Protestbrief schreiben, in dem er ihm „richtig die Meinung“ sagen will. Was ist denn da los?

Im Rahmen seiner „Neujahrsempfänge“  machte Jürgen Rüttgers Station in Arnsberg. Eingeladen waren vor allem lokale Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden, die sich ehrenamtlich engagieren. Organisiert wurde der Abend zwar vom CDU-Landesverband, die Einladung erweckte jedoch durch den Verzicht auf das Parteilogo und ein Foto von Rüttgers den Eindruck, dass die Gäste vom Ministerpräsidenten „offiziell“ für ihren Einsatz gewürdigt werden sollten. Es kam anders: Rüttgers erwähnte während seiner Rede das Thema „Ehrenamt“ mit keinem Wort und legte statt dessen eine lupenreine CDU-Wahlveranstaltung hin. Das kam bei den Geladenen so gar nicht gut an.

Aber nicht nur die anwesenden Ehrenamtler fühlten sich brüskiert:


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.