
Vor vier Jahren, am 27. Januar 2006, starb er. Seinen politischen Werdegang begann Johannes Rau als Wuppertaler Juso. Er war Stadtverordneter und Oberbürgermeister, dann Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, schließlich, ab 1999 und bis 2004, nahm er das Amt des Bundespräsidenten ein. Wenige Politiker prägten Nordrhein-Westfalen so wie Johannes Rau. Für seine Politik war soziale Gerechtigkeit der Leitgedanke, die tiefe Überzeugung, dass jeder Mensch unabhängig von seiner sozialen Herkunft die gleichen Chancen im Leben haben müsse. Johannes Rau wurde in Berlin auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt, nachdem die Hauptstadt ihm und seiner Familie nach Wuppertal zur zweiten Heimat geworden war.
Sein Todestag jährt sich 2010 zum 4. Mal. Jetzt kamen Familienangehörige, Freunde, aber auch politische Wegbegleiter Raus an seinem Grab zusammen, um seiner zu gedenken. Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel legte mit Raus Witwe Christina Rau einen Kranz nieder. Auch die Vorsitzende der NRWSPD, Hannelore Kraft, war anwesend. Jüngst bei der Eröffnung einer Fotoausstellung über Rau im Düsseldorfer Landtag erinnerte sie im Januar an Johannes Rau und sein Erbe: “Johannes Rau hat sein Leben als Christ und Sozialdemokrat gelebt, und aus diesen Quellen hat er seine Kraft bezogen.”
SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks und der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, einstmals Minister im Kabinett von Johannes Rau, sowie Manfred Stolpe, langjähriger Ministerpräsident von Brandenburg, nahmen ebenfalls an der kleinen Andacht teil.

Zum Nachlesen und -denken ein kleiner Auszug aus einer Rede, die Rau am 16. Dezember 1985 in Ahlen gehalten hat:
“Ich wünsche mir Sozialdemokraten, die zu Risiken für die Nächsten bereit sind und dabei nicht an Macht und Vorteil denken. Für mich ist die Welt nicht aufgeteilt in Rote, Schwarze, Grüne, Farblose. Unsere Welt besteht aus Menschen, aus Gesunden und Kranken, aus Glücklichen und Unglücklichen, aus Jungen und Alten, aus Einsamen und Geselligen, aus Frauen und Männern. … Vertrauen und Unterstützung erhalten wir … nur, wenn wir den Menschen durch unser Tun beweisen, dass sie uns glauben können, dass unser Wirken für ihr alltägliches Leben wichtig ist. Es bleibt dabei: Das Ideal meiner Politik ist es, das Leben der Menschen im Laufe der Jahre ein Stückchen menschlicher zu machen.”
foto by jerry cooke
Ich muss an dieser Stelle mal etwas gestehen. Ich schaue gerne mal ein Video im Internet an. Da kann ich nämlich meinem Computer sagen, was ich sehen will und der zeigt mir das dann. Und zwar wann ich möchte und nicht, wann mir die Fernsehzeitung sagt, dass etwas kommt. Und da die Fernsehsender in Deutschland ihr Angebot im Netz inzwischen richtig gut ausgebaut haben, kann ich da jetzt nicht mehr nur großartigen Komikern beim Tanzen zusehen, sondern kann je nach Stimmungslage kurze Filmchen sehen.
Wenn ich mich einmal gruseln will, dann schaue ich zum Beispiel ein Video über die Vorhaben der FDP vor und nach der Bundestagswahl an.

Die ARD hat jetzt ein Parteitagsblog. Hier werden die Parteitage der fünf großen Parteien von Hörfunkkorrespondenten der ARD begleitet. “ARD-Parteitag-Explorer. Der Korrespontenten-Blog” soll harte Facts und Ergebnisse, aber auch Hintergründe, Videos und Buntes zu den Parteitagen liefern.
Aktuell hatten die ARD-Blogger gestern auch schon unsere Landesvorsitzende Hannelore Kraft vor der Kamera.
Hannelore Kraft im Interview mit den ARD-Bloggern hier.
Im Übrigen bloggt die NRWSPD bereits seit 2004.
Die CDU in Nordrhein-Westfalen hat das Düsseldorfer Filmproduktionsunternehmen Segami GmbH auf die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft angesetzt. Mit der Aktion zeigt die Union jedoch nur die eigene Unsicherheit.
Professionelle Überwachung
Bei einer Veranstaltung der SPD mit Hannelore Kraft in Herford war Segami TV erstmals anwesend. Auf die Frage hin, was sie denn hier filmen wolle und wer sie beauftragt hatte, konnte oder wollte die Dame jedoch keine Auskunft geben. Das lässt nur einen Schluss zu: Offenbar befürchtet man bei der nordrhein-westfälischen CDU intern einen Imageschaden aufgrund der ausländerfeindlichen Äußerungen von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.
Der Landeschef hatte sich bei mehreren Wahlkampfkundgebungen unter anderem in Bonn und Duisburg abwertend über die Arbeitsmoral rumänischer Arbeiter ausgelassen und chinesische Investoren beschimpft. Nachdem die Sache durch ein Juso-Video publik wurde, sucht die CDU jetzt offenbar nach einer Möglichkeit, es der SPD heimzuzahlen. Nicht anders lässt sich das Verhalten der NRW-CDU erklären.
Die NRW-CDU hat inzwischen zugegeben, Segami den Auftrag erteilt zu haben in Herford zu filmen. Hannelore Kraft reagierte gelassen auf ihre Observierung. Ihre Antwort zeigt das folgende Video.
Nach unseren erfolgreichen Videos über Rüttgers’ Welt, die auf den Amateur-Videoaufzeichnungen eines Jusos beruhten, hat sich die CDU wohl gedacht, “Wir machen jetzt mal die totale Gegner-Überwachung”. Jetzt hat die CDU eine Produktionsfirma beauftragt, Auftritte von Hannelore Kraft professionell und systematisch zu filmen.
Das ist Anlass genug, sich an die Mutter aller Gegnerbeobachtungsvideos zu erinnern: den Fall George Allen. Der republikanische US-Senator des Staates Virginia tritt bei den Senatwahlen 2006 gegen seinen demokratischen Herausforderer Jim Webb zur Wiederwahl an. Am 11. August 2006 tritt Allen bei einer Wahlkampfveranstaltung in Breaks, Virginia, auf, wo ihn S.R. Sidarth, ein freiwilliger Wahlhelfer der gegnerischen Demokraten, filmt. Allen kennt den indischstämmigen jungen Mann bereits vom Sehen – Sidarth begleitet jeden Auftritt Allens mit seiner Kamera und ist dem Senator schon einmal vorgestellt worden. Diesmal spricht Allen den jungen Filmer in seiner Rede vor Publikum – und vor der laufenden Kamara Sidarths – direkt an:
“This fellow here over here with the yellow shirt, Macaca, or whatever his name is. He’s with my opponent. He’s following us around everywhere. And it’s just great. We’re going to places all over Virginia, and he’s having it on film and it’s great to have you here and you show it to your opponent because he’s never been there and probably will never come. [...] Let’s give a welcome to Macaca, here. Welcome to America and the real world of Virginia.”
Allen bezeichnet Sidarth zweimal als “Macaca”, und das, obwohl ihm ein exzellentes Gedächtnis für Namen nachgesagt wird. Sidarth ist der einzige Anwesende, der keine weiße Haut hat und empfindet diese Anrede verständlicherweise als Beleidigung.
Natürlich stellen die Demokraten das Video online und nutzen es für ihre Kampagne. Es entspinnt sich eine Diskussion über Herkunft und Bedeutung des Wortes “Macaca”. Die Demokraten