Archiv: Thema "Wahlabend"

„Die Menschen sollen das strukturelle Patt zwischen Bundestag und
Bundesrat beantworten. Sie sollen sagen, von wem sie regiert werden
wollen in diesem Land.“

(SPD-Vorsitzender Franz Müntefering über eine vorgezogene Bundestagswahl.)


„Wenn das Land jetzt in Zukunft nur noch schwarz ist – das macht
mir Angst.“

(Der Schauspieler Gunter Lamprecht auf der SPD-Wahlparty. Lamprecht hatte die Partei im Wahlkampf unterstützt.)


Laut DPA hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für Montag eine Entscheidung seiner Partei über die Kanzlerkandidatur angekündigt. Er habe immer gesagt, dass die CDU dazu binnen 24 Stunden in der Lage sei: «Und das wird sie morgen früh beweisen», sagte Koch am Sonntag. Der Wahlausgang in Nordrhein-Westfalen sei ein «unmissverständliches Signal, dass die Menschen den politischen Wechsel in Deutschland wollen».


Mit 47,6 % der Stimmen setzte sich Jürgen Rüttgers (CDU) gegen Guido van den Berg (SPD) mit 35,9% durch. Er zieht damit direkt in den Landtag ein. Vor der Wahl hatte es Spekulationen gegeben, ob Jürgen Rüttgers gegen den populären SPD-Mann gewinnen könnte. Im Fall einer Niederlage hätte vielleicht sogar ein anderer gewählter Kandidat der CDU freiwillig verzichten müssen, damit Jürgen Rüttgers über die Landesliste in den Landtag eingezogen wäre.


Zumindest seinen eigenen Wahlkreis hat Peer Steinbrück gewonnen. Mit 55,9 % der Stimmen konnte er sich im Wahlkreis Unna III – Hamm II gegen Dirk Wilke (CDU) mit 30,1 % durchsetzen.


Neue Hochrechnung von Infratest/dimap
CDU 44,7%
SPD 37,4%
Grüne 6,1 %
FDP 6,1%
Andere 5,7%

Ergebnisgrafiken bei SPD.de


Neue Hochrechnung von Infratest/dimap
CDU 44,7%
SPD 37,4%
Grüne 6,1 %
FDP 6,1%
Andere 5,7%

Ergebnisgrafiken bei SPD.de


Neue Hochrechnung von Infratest/dimap
CDU 44,9% Plus 7,9 % 86 Sitze
SPD 37,2% Minus 5,6% 72 Sitze
Grüne 6,1 % Minus 1,0% 11 Sitze
FDP 6,1% Minus 3,7% 12 Sitze
Andere 5,7% Plus 2,4%

Ergebnisgrafiken bei SPD.de


Wie die dpa berichtet kündigte Franz Müntefering für den Herbst eine vorgezogene Bundestagswahl an. Am Dienstag werde der Parteivorstand mit den Landesvorsitzenden der SPD zusammenkommen. Dort solle über die Neuwahl offiziell beraten werden. Über eine Neuwahl kann nur der Bundestag entscheiden.

Müntefering sagte: «Wir suchen die Entscheidung. Es ist Zeit, dass in Deutschland die Verhältnisse geklärt werden.» Und weiter: «Die Menschen sollen sagen, von wem sie regiert werden wollen. » Bundeskanzler Gerhard Schröder und Müntefering hatten seit 15.00 Uhr im Kanzleramt beraten. Sie waren offenbar dann zu dem Entschluss gekommen, ein Jahr vor der im Herbst 2006 regulär anstehenden Bundestagswahl ein Votum der Bürger herbeizuführen.


Auf die Frage, warum es zu diesem schlechten Wahlergebnis gekommen ist:
„Viele Menschen sind verunsichert gewesen über die Entwicklungen in der Arbeitsmarktpolitik und wir haben unsere politischen Zielsetzungen nicht gut genug formuliert. Die bundespolitische Stimmung hat sich auch auf die Wahl ausgewirkt.“

Zu dem enormen Stimmenzuwachs der CDU in NRW sagte er:
„Die CDU war bis jetzt nicht in der Beweislast – nun wird sich zeigen, was sie wirklich zu leisten vermag.“
Aus staatspolitscher Räson wünsche er sich natürlich, dass sie ihre Arbeit gut mache, zum Wohle für NRW.

Zu seiner persönlichen Zukunft wollte er keine Angaben machen:
„Es ist eine einschneidende Niederlage heute Abend.“


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